Beryllium  Aluminium Kohlenstoff
 
 Bor engl. boron                                        5B
 nach dem Vorkommen im Borax und seiner Ähnlichkeit zu Kohlenstoff: bor(ax + carb)on
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
 
10,811    
   
2075 °C    
4000 °C    
   
2,35 g/cm³   
9,5    
2,04 (Pauling)      
[He]2s22p1   
B-10  19,9%   
B-11  80,1%  
 
 
      
 
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Ein Stück kristallines Bor wird mit der Brennerflamme eines Schweißbrenners erhitzt. 
    
Bor ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
Gefahren (H-Sätze) 
--  
CAS-Nummer  
7440-42-8  
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Bor ist sehr hitzebeständig, besitzt eine geringe Dichte und sehr hohe Schmelz- und Siedetemperaturen. Bor ist nach dem Kohlenstoff (Diamant) das zweithärteste aller Elemente. Bei 20°C ist seine elektrische Leitfähigkeit gering, sie steigt aber beim Erwärmen stark an. Bei 600°C ist sie hundert mal höher als bei Raumtemperatur. Neben der schwarzen, undurchsichtigen, amorphen Form kommen vier weitere, kristalline Modifikationen vor:  
  • a-rhomboedrisches Bor (rot, durchscheinend)
  • b-rhomboedrisches Bor (schwarz-grau glänzend)
  • a-tetragonales Bor (schwarz)
  • b-tetragonales Bor (rot)
In allen kristallinen Modifikationen sind die Boratome in B12-Ikosaedern angeordnet.  
   
  
 B12-Ikosaeder des a-rhomboedrischen Bors
 
 
 
 Einen solchen Kristall kann man sich als Zwanzigflächner vorstellen.
 
   
Die stabilste Form ist das b-rhomboedrische Bor, das man durch das Erhitzen von amorphem Bor und bei höheren Temperaturen (1200°C) auch aus a-rhomboedrischem Bor erhalten kann.   
   
Bor ist relativ unedel, aber bei Zimmertemperatur nicht sehr reaktionsfähig. Kristallines Bor ist kaum zum Brennen zu bringen. Beim amorphen Bor nimmt die Reaktionsfähigkeit mit Zunahme der Temperatur stark zu. Im Pulverform entzündet sich an der Luft bei etwa 700°C und verbrennt mit rötlicher Flamme zu Bor(III)-oxid:  
  
4 B  +  3 O2   2 B2O3      DHR = -2548 kJ/mol 
  
Bei höheren Temperaturen reagiert Bor mit Stickstoff, Chlor, Brom und Schwefel. Heiße, konzentrierte Salpetersäure oxidiert Bor leicht zu Borsäure. In Gegenwart von Luft entstehen mit alkalischen Schmelzen die entsprechenden Alkaliborate. Bor und seine Salze färben die Brennerflamme in der Flammprobe grün. Vermischt man Borsäure mit Methanol, bildet sich Borsäuretrimethylester, der die Flamme beim Verbrennen des Methanols grün färbt. 
   
Physiologie 
Bestimmte Borverbindungen sind vermutlich für die Bildung von Hormonen und für den Stoffwechsel im Gehirn von Bedeutung. Außerdem spielen Bor-Ionen beim Schutz von Zellen vor dem Eindringen unerwünschter Ionen eine bedeutende Rolle. Lit[16]  Als Mangelerscheinung treten Störungen im Hormonhaushalt auf. Sojamehl, Pflaumen, Rotwein, Rosinen und Nüsse enthalten besonders viel von diesem Spurenelement. 
  
Die Toxizität von elementarem Bor gilt als relativ gering. Borverbindungen wie Borsäure oder Borax können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen.
  
Vorkommen 
Mit einem Massenanteil von 0,0016% in der Erdhülle steht Bor an 37. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdhülle. In der Natur kommt Bor nicht elementar vor. Die wichtigsten Borminerale sind Borsäure und ihre Salze wie Borax (Natriumtetraborat) oder Ulexit. Die Borminerale kommen teilweise in mächtigen Lagerstätten vor. Sie finden sich in der Türkei, in den USA (Kalifornien und Nevada), in den GUS-Staaten, in Argentinien, Chile, Italien (Toscana), China und Tibet. Andere Borquellen stellen die boraxhaltigen Solen des Searles See in Kalifornien oder das borathaltige Wasser des Indersees in Kasachstan dar.  

Der Edelstein Turmalin enthält Borsilicate mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Er kommt in einer großen Farben- und Formenvielfalt vor:  
 
 

 Turmaline in verschiedenen Varietäten
 
Chromdravit auf Quarz
auf Quarz, Brasilien
Elbait
Stak Nala, Pakistan
Verdelith
Gilgit, Pakistan
Uvit mit Quarz
und Calcit, Brasilien
Schörl
Pakistan
Indigolith
Brasilien
 
 Der Edelstein Turmalin kommt in vielen Farben und Formen vor.
 
 Weitere Informationen und digitale Folien beim Phänomen Turmalin
 
 
Geschichte 
Bor in unreiner Form wurde fast gleichzeitig von mehreren Chemikern im Jahre 1808 hergestellt. Die französischen Chemiker Joseph-Louis Gay-Lussac (1778-1850) und Louis Jacques Thénard (1777-1857) erhielten es durch eine Reduktion von Bortrioxid (B2O3) mit Kalium. Sir Humphry Davy in London stellte es durch eine Elektrolyse von Borsäure dar. Davy nannte das neue Element zunächst "Boracium", was später auf "boron" verkürzt wurde. Das chemische Symbol "B" für Bor schlug J.J. Berzelius im Jahre 1814 vor. Die Herstellung von hochreinem Bor gelang dem amerikanischen Chemiker W. Weintraub im Jahre 1909 durch die Reduktion von Bortrioxid mit Wasserstoff im Lichtbogen.  
   
  
 Die Entdecker des Bors
 
 
  
 
 
 Joseph Gay-Lussac, Louis Jacques Thénard und Sir Humphry Davy (von links)
 
  
Herstellung     
Zur Herstellung von Bor sind je nach der gewünschten Reinheit des Produktes verschiedene Verfahren von Bedeutung. Stark verunreinigtes, amorphes Bor kann man durch Reduktion von Bor(III)-oxid mit Magnesium erhalten:  
  
B2O3  +  3 Mg   2 B  +  3 MgO      DHR = -533 kJ 
  
Als Reduktionsmittel würden sich auch Lithium, Natrium, Calcium, Aluminium oder Eisen eignen, als Ausgangsstoff auch Borsäure und Magnesiumpulver. Eine nachfolgende Reinigung erfolgt mit Wasserstoff unter Luftabschluss bei 2200°C. Durch die Reaktion von Bor(III)-chlorid mit Zink bei 900°C erhält man kristallines Bor mit einem Reinheitsgrad von ca. 96%.  
 
 
 Amorphes Bor
 
 
 
 
 Dieses Bor wurde durch Reduktion von Borsäure mit Magnesium erhalten.
 
  
Bei der Schmelzflusselektrolyse eines Gemisches von Kaliumfluoroborat  KBF4 , Bor(III)-oxid  B2O3 , Kaliumchlorid  KCl  und Kaliumfluorid  KF  bei etwa 900°C sammelt sich an der Eisen-Kathode 99%iges Bor. Als Anode dient der Schmelztiegel aus Graphit.  

Will man die verschiedenen Bormodifikationen herstellen, greift man auf die Umsetzung von Bor(III)-Halogeniden  BBr3 oder  BCl3  mit Wasserstoff an Wolfram- oder Tantaldrähten zurück. Unterhalb von 1000°C entsteht amorphes Bor, zwischen 1000 und 1200°C bilden sich die alpha- und beta-rhomboedrischen Modifikationen und oberhalb von 1200°C erhält man tetragonales Bor. Dieses Verfahren liefert sehr reines Bor mit einem Reinheitsgrad von 99,9%:  
  
2 BBr3  +  3 H2   2 B  +  6 HBr      DHR = + 262 kJ   
  
Das reinste Bor liefert die Thermolyse von Diboran  B2H bei 650-800°C an Wolfram- oder Tantalflächen:  
  
B2H6   2 B  +  3 H2      DHR = -36kJ 

  
Verwendung 
Kristallines Bor in hoher Reinheit (über 99,99%) wird in elektronischen Halbleitern und Bauteilen verwendet. Faserförmige Haarkristalle von kristallinem Bor eignen sich zur Faserverstärkung von Kunststoffen und Leichtmetallen im Flugzeugbau und in der Raumfahrt. Amorphes Bor dient als Zusatz in Feuerwerksgemischen oder in festen Raketentreibstoffen. Die Legierung mit Eisen (Ferrobor) ermöglicht die Herstellung von Stählen großer Härte. Diese Legierungen kommen zusammen mit dem B-10 Isotop auch als Neutronenfänger in Kernreaktoren zum Einsatz. Mit Kohlenstoff erhält man Borcarbid (Härte 9,3), mit Aluminium Quadratisches Bor (Bordiamant), die beide wegen ihrer großen Härte als Schleifmittel und für Verschleißteile zum Beispiel in Sandstrahldüsen eingesetzt werden. Von technischer Bedeutung sind auch die Borverbindungen Borsäure und Natriumtetraborat (Borax). 
 
Weitere Informationen  
Das Phänomen Turmalin  
 
Borverbindungen im Portrait
 
 
 
 
 
 
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht