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  Kohlenstoffdioxid   CO2 
 
   
Farb- und   
geruchloses Gas   
   
Vorkommen  
in der Luft (0,03%),   
im Wasser gelöst, 
Stoffwechsel der Lebewesen
Molmasse  44,010 g/mol   
  
AGW  5000 ml/m3 (TRGS 900)   
Dichte  1,9767 g/l (Gas, 0° C, 1013 hPa) 
(CO2 : Luft = 1,53)  
Sublimationspunkt  -78,464 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 25°C 1,501 g/l
Piktogramm 
GHS 04 
Achtung
Gefahrenklasse + Kategorie 
   
Gase unter Druck, verdicht. Gas 
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 280  P 410+403 
Entsorgung  Lüftung, Flaschen zum Depot 
  Deutscher Name Englischer Name
CAS  124-38-9 Kohlenstoffdioxid 
Kohlendioxid
Carbon dioxide 
 
  
 
Wirkung auf den menschlichen Körper   
  
In verdünnter Form mit Luft ist Kohlenstoffdioxid völlig ungiftig. Zu hohe Gehalte in der Atemluft sind jedoch gefährlich. Bei Volumenkonzentrationen zwischen 3-5% beginnt man schnell zu atmen. Dieses Phänomen der Hyperventilation wird in Wiederbelebungsgeräten oder bei Kohlenstoffmonooxidvergiftungen bewusst ausgenutzt, um das Atmungszentrum zu beschleunigen. Ab einer Konzentration von 6% besteht aber die Gefahr der Bewusstlosigkeit, noch höhere Konzentrationen wirken tödlich.
   
  
Eigenschaften   
  
Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas mit einem schwach säuerlich schmeckenden Geschmack. In einem Liter Wasser kann man etwa 880ml Kohlenstoffdioxid auflösen. Das Gas ist schwerer als Luft und kann in einem offenen Behälter eine Weile aufbewahrt werden. Es unterhält die Verbrennung nicht, Flammen erlöschen bei Volumenkonzentrationen von 8-10% Kohlenstoffdioxid in der Luft.   
    
  
Kohlenstoffdioxid und Kerzenflamme
 
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Eine Kerzenflamme erstickt in einem Behälter mit CO2
Brennendes Magnesium in Trockeneis
 
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Ein Magnesiumband brennt auch in Trockeneis weiter.
 
Filme erhältlich auf >DVD
  
  
Bei 20°C kann es bei 55,4 bar zu einer farblosen, leicht beweglichen Flüssigkeit verflüssigt werden. Vermindert man den Druck rasch, entsteht so viel Verdunstungskälte, dass die Temperatur auf weniger als -80°C abkühlt und fester Kohlensäureschnee entsteht, der unter dem Namen Trockeneis bekannt ist. Dieser Schnee bildet sich auch bei der Verwendung von kohlenstoffdioxidhaltigen Feuerlöschern. Trockeneis geht bei -78,48°C sofort in gasförmiges Kohlenstoffdioxid über. Dieses Phänomen, des Überspringens der flüssigen Zustandform, wird als Sublimation bezeichnet.   
  
Beim Erhitzen ist das gasförmige Kohlenstoffdioxid sehr beständig. Erst oberhalb von 2000°C spaltet es sich allmählich in Kohlenstoffmonooxid und Sauerstoff  
  
CO   CO  +  1/2 O2       DHR = +282 kJ/mol 
   
Durch unedle Metalle, z.B. mit Magnesium, wird Kohlenstoffdioxid zu Kohlenstoff reduziert:   
   
CO2  +  2 Mg   2 MgO  +  C    DHR = -809 kJ/mol 
   
Aus diesem Grunde brennt ein Magnesiumband in einem mit Kohlenstoffdioxid gefüllten Behälter weiter. Mit Wasserstoff kann CO2 bei hohen Temperaturen sogar zu Methan reduziert werden.   

Kohlenstoffdioxid ist gut wasserlöslich, es löst sich unter Bildung von Kohlensäure  
  
CO2  +  H2   H2CO3    
    
  

Mineralwasser und Sprudelgas
 
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Das Sprudeln im Mineralwasser zeigt 
Kohlenstoffdioxid an ,das aus dem Wasser austritt.
 
   
Man erhält eine schwache Säure, die in der Getränkezubereitung häufig verwendet wird. Die Salze dieser Säure heißen Carbonate. Man erhält bei der Neutralisation von Kohlensäure mit Natronlauge zunächst Natriumhydrogencarbonat, dann Natriumcarbonat (Soda)  
   
H2CO3  +  NaOH    NaHCO3  +  H2   
NaHCO3  +  NaOH    Na2CO3  +  H2   
   
Das entstehende Natriumcarbonat setzt mit Säuren wie Salzsäure wieder Kohlenstoffdioxid frei:   
   
Na2CO3  +  2 HCl    NaHCO3  +  HCl  +  NaCl    
NaHCO3  +  HCl    H2CO3  +  NaCl    
H2CO   CO2  +  H2   
   
Ähnliche Kreislaufreaktionen finden beim Kalkkreislauf statt. Kohlenstoffdioxid entsteht auch bei der Verbrennung vieler organischer Verbindungen und fossiler Brennstoffe (siehe Kohlenstoffkreislauf). Die Verfeuerung fossiler Brennstoffe führt zu einem Anstieg des weltweiten Kohlenstoffdioxidgehalts in der Atmosphäre und ist Verursacher für den Treibhauseffekt. Insofern ist die genaue Kenntnis über die Ursachen und Wirkungen bei Kreislaufreaktionen mit Kohlenstoffdioxid von großer Bedeutung.   
   
Der chemische Nachweis von Kohlenstoffdioxid im Labor erfolgt mit Kalkwasser, einer Lösung von Calciumhydroxid in Wasser. CO2 erzeugt bei der Einleitung in Kalkwasser (oder auch in eine wässrige Lösung von Bariumhydroxid) eine weiße Trübung, dabei fällt wasserunlöslicher Kalk aus:   
  
Ca(OH)2  +  CO2   CaCO3  +  H2O   
  
  
Nachweis von Kohlenstoffdioxid
 
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Beim Einleiten von Kohlenstoffdioxid in Kalkwasser
entsteht eine weiße Trübung.
 
   
  
Herstellung 
  
Im Labor wird Kohlenstoffdioxid aus Calciumcarbonat, bzw. aus Marmorbrocken und Salzsäure hergestellt:   
   
CaCO3  +  2 HCl   CaCl2  +  H2O  +  CO2   
   
In der Industrie bilden sich riesige Mengen an CO2 bei der Verfeuerung von Brennstoffen, es entsteht beim Kalkbrennen, bei Gärungsprozessen (z.B. bei der biochemischen Ethanolherstellung, bei Fäulnisprozessen (z.B. in der Kläranlage). CO2 kommt in größeren Mengen auch aus natürlichen Quellen, z.B. bei Vulkangasen oder Kohlensäurequellen. Tiere und Menschen erzeugen es im Atmungsprozess.   
   
Zur industriellen Gewinnung von reinem Kohlenstoffdioxid nimmt man das bei der Kohleverbrennung anfallende Gas und reinigt es danach:   
   
C  +  O2   CO2      DHR = -393 kJ/mol 
    
Das anfallende CO2 wird in wasserberieselten Waschtürmen von Staub und Schwefeldioxid gereinigt und dann unter Druck in eine wässrige Pottaschenlösung gepresst:   
  
K2CO3  +  H2O  +  CO2   2 KHCO3    
    
Durch Erwärmung des Kaliumhydrogencarbonats erhält man wieder CO2, das einen Reinheitsgrad von ca. 99,9% besitzt. Damit es für Getränke verwendet werden kann, muss es noch weiter mit Aktivkohle gereinigt werden. Zum Transport und für den Handel wird es in grauen Druckflaschen verflüssigt.
   
  
Verwendung 
  
Kohlenstoffdioxid ist als Sprudelgas in Mineralwässern, Limonaden, Softdrinks und alkoholischen Getränken weit verbreitet. Als Trockeneis wird es zum Kühlen von Lebensmitteln verwendet. Im Labor dient das Trockeneis zum Abkühlen bei chemischen Reaktionen, in der Kältetechnik zum Verflüssigen von Gasen. Der Nebel in Diskotheken und auf Bühnen wird aus verflüssigtem Kohlenstoffdioxid erzeugt. Kohlenstoffdioxid ist in Feuerlöschern enthalten, die Löscher produzieren einen Schaum, der mit dem Gas gefüllt ist. Beim Schutzgas-Schweißen wird es als Schutzgas vor der Atmosphäre eingesetzt. Die chemische Industrie benötigt das Gas zur Herstellung von Carbonaten wie Soda und Pottasche, Harnstoff oder Salicylsäure. In CO2-Lasern befindet  es sich zusammen mit anderen Gasen wie Stickstoff und Helium in der Entladungsröhre. 
    
 
Kohlenstoffdioxid-Löscher
 
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Durch das Betätigen des Feuerlöschers entweicht flüssiges
Kohlenstoffdioxid, das durch den Druckabfall sofort
gefriert, wobei sich Kohlenstoffdioxid-Schnee bildet.
 

Versuche mit Kohlenstoffdioxid 
Versuche mit Trockeneis 
 

    
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