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Natriumcarbonat Decahydrat          Na2CO3 . 10H2O
 
Xi   reizend 
  
farblose Kristalle  

Vorkommen:  
in Seen (z.B. in Ägypten, Owens Lake/USA)  
und in Heilquellen

RS-Sätze:  
R 36  S 22, 26 
Entsorgung: G 4   
   
MG: 286,142 g/mol  
Dichte: 1,46 g/cm3  
Wasserlöslichkeit (alkalisch):  
bei 20 °C 217 g/l, bei 100°C 455 g/l 
 
Eigenschaften:  
Die Herkunft des historischen Namens Soda für Natriumcarbonat ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise geht es auf das arabische Wort suwwâd (Salzpflanzen-Asche) zurück. Der Begriff ist etwas irreführend, da mehrere Modifikationen des Natriumcarbonats existieren. Hier einige Beispiele: 
 
wasserfrei:  Na2CO3 Heptahydrat:  Na2CO3 • 7H2O
Monohydrat:  Na2CO3 • H2O Decahydrat:  Na2CO3 • 10H2O
    
  
Reines, wasserfreies Natriumcarbonat ist ein weißes Pulver, das Haut und Schleimhäute reizt. Es ist stark hygroskopisch und nimmt Kristallwasser aus der Luft auf. Beim Erwärmen von Natriumcarbonat Decahydrat geht es oberhalb von 35 °C in das Monohydrat über. Erhitzt man weiter, erhält man ab 107 °C die kristallwasserfreie Form. Beim Lösen im Wasser entsteht unter Wärmeentwicklung eine alkalische Lösung. Das Carbonat-Ion reagiert dabei mit einem Wasser-Molekül zu einem Hydrogencarbonat-Ion und einem OH--Ion: 
  
CO32- + H2O  ----->  HCO3- + OH- 
  
Mit Säuren entwickelt Natriumcarbonat unter Aufbrausen Kohlenstoffdioxid: 
  
Na2CO3  +  H2SO4  ----->  Na2SO4  +  H2O  +  CO2
 
Herstellung:  
Im Labor kann man Natriumcarbonat durch Einleiten von Kohlenstoffdioxid in Natronlauge herstellen: 
   
2NaOH + CO2 + H2O  ----->  Na2CO3 + 2H2O 
  
In der chemischen Industrie wird es heute fast ausschließlich nach dem Solvay-Verfahren aus Kochsalz und Kalk hergestellt. Zuerst setzt man Sole (stark salzhaltiges Wasser) mit Ammoniak (NH3) und Kohlenstoffdioxid (CO2) in einem Reaktionsofen zu Natriumhydrogencarbonat um:  
 
NaCl  +  H2O  +  NH3  +  CO2  ----->  NaHCO3  +  NH4Cl 
  
Durch Calcinieren (Erhitzen) wird das Natriumhydrogencarbonat danach in das Carbonat umgewandelt:  
 
2NaHCO3  ---Erhitzen auf 200°C--->  Na2CO3  +  H2O  +  CO2 
  
Bei dem alten Verfahren nach Nicolas Leblanc (1742-1806) erhielt man Soda aus Natriumchlorid, Schwefelsäure und Natriumsulfat. Das Verfahren wurde aufgrund eines Preisausschreibens der Pariser Akademie der Wissenschaften von dem französischen Fabrikanten und Privatgelehrten Leblanc entwickelt. Zunächst stellte er aus Natriumchlorid und Schwefelsäure Natriumsulfat her. Beim Erhitzen von Natriumsulfat zusammen mit Kalk und Kohle entstand Soda, Calciumsulfid und Kohlenstoffdioxid: 
  
Na2SO4 + CaCO3 + 2C  ----->  Na2CO3 + CaS + 2CO2 
  
Das entstehende Soda wurde danach mit Wasser ausgelaugt. Der Nachteil des Verfahrens bestand in den hohen Energiekosten und im Anfall unerwünschter Abfallprodukte. Das Verfahren ist heute nur noch von historischer Bedeutung, es leitete aber den Beginn der chemischen Großindustrie ein. 

Natriumcarbonat wird auch durch Verdunsten von Wasser aus Natronseen gewonnen. Die natürliche Heilquellen (beispielsweise in Karlsbad) enthalten ebenfalls hohe Sodakonzentrationen.

 
Verwendung:  
Soda wird in großem Umfang von der Glasindustrie verwendet: Die Zugabe verhindert das Auskristallisieren der Schmelze beim Erstarren der Glasschmelze. Dadurch erhält man amorphes, sehr homogenes und durchsichtiges Glas. Die Konzentration an Soda  bestimmt auch die Fließfähigkeit der Schmelze. In der chemischen Industrie ist Soda ein wichtiges Zwischenprodukt für andere Natrium-Verbindungen, z.B. zur Herstellung von Natriumhydroxid, Natriumhydrogencarbonat oder Ultramarinblau. Soda wird auch zur Herstellung von Seifen und Waschmitteln verwendet. Die Zellstoff- und Papierindustrie setzt Soda zum Aufschluss, zur Neutralisation, zum Reinigen, zum Bleichen, sowie zur Aufbereitung von Altpapier ein. Bei der Eisenverhüttung wird das Soda bei der Entschwefelung von Roheisen und Stahl und als Flotations- und Flussmittel eingesetzt. Weiterhin dient es zum Enthärten von Wasser, wasserfreies Natriumcarbonat auch als Trocknungsmittel für Räume. Die glänzende Oberfläche beim Laugengebäck wird durch das Behandeln mit Soda erreicht. Weitere Verwendungen sind bei der Leder-, Keramik- und Textilindustrie zu finden.
 
 
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Natriumcarbonat
Natriumcarbonat Monohydrat
Natriumcarbonat Decahydrat
Sodium carbonate
Sodium carbonate monohydrate
Sodium carbonate decahydrate
497-19-8
5968-11-6
6132-02-1
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