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Kohlensäure
und Carbonate
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1. Kohlensäure
Wenn sich das Gas Kohlenstoffdioxid
in Wasser löst, entsteht Kohlensäure. Dabei reagiert nicht der
gesamte Anteil des gelösten Kohlenstoffdioxids mit dem Wasser, was
durch den Gleichgewichtspfeil verdeutlicht wird:
(a) CO2
+ H2O
H2CO3
Im natürlichen Grundwasser
ist immer ein geringer Anteil an Kohlensäure enthalten (siehe >Kalkkreislauf).
Kohlensäure und Carbonate bilden in den Gewässern ein natürliches
>Puffersystem.
Kohlensäure wird
in der Getränkezubereitung häufig verwendet. Ihre saure Eigenschaft
als Säure lässt sich geschmacklich kaum erkennen. So besitzt
kohlensäurehaltiges Mineralwasser einen pH-Wert
zwischen 6 und 7. Das Sprudeln im Mineralwasser rührt vom austretenden
Kohlenstoffdioxid her. Schüttelt man das Mineralwasser, tritt das
Kohlenstoffdioxid wieder aus, da die gebildete Kohlensäure dabei wieder
zerfällt. Dieser Vorgang tritt auch bei einer Erwärmung auf.
Unter normalen Umständen lässt sich die Kohlensäure nicht
im reinen Zustand herstellen.
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(nur auf CD-ROM)
Das Sprudeln im Mineralwasser
rührt von austretendem Kohlenstoffdioxid her
Für einen Chemiker
ist der Säurecharakter der Kohlensäure daran zu erkennen, dass
sie zwei Protonen abgeben kann:
(b) Abgabe des 1. Protons:
H2CO3 + H2O
H3O+ + HCO3-
(c) Abgabe des 2. Protons:
HCO3- + H2O
H3O+ + CO32-
Die Abgabe der Protonen
erfolgt bei der Kohlensäure in zwei Schritten. Im ersten Schritt (b)
erhält man ein Hydrogencarbonat-Ion (HCO3-),
im zweiten Schritt (c) ein Carbonat-Ion (CO32-).
Der Schwerpunkt der beschriebenen Gleichgewichtsreaktionen (a-c) liegt
stark auf der linken Seite, die Kohlensäure ist eine relativ schwache
Säure.
Aus der Kohlensäure
lassen sich zwei Gruppen von Salzen gewinnen: Die
Hydrogencarbonate (mit dem Anion HCO3-) erschließen
sich aus dem 1. Schritt der Gleichung (b), die Carbonate (mit dem Anion
CO32-) aus dem zweiten Schritt (c).
2.
Hydrogencarbonate
Die Hydrogencarbonate
sind mit Ausnahme des Natriumhydrogencarbonats leichter im Wasser löslich
als die Carbonate. Sie spielen bei der Wasserhärte eine entscheidende
Rolle (siehe >Calciumcarbonat). Ein
bekanntes Hydrogencarbonat ist das Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3),
das im Haushalt unter der Bezeichnung Natron
bekannt ist. Gelegentlich wird es als Backtriebmittel eingesetzt, da es
beim Erhitzen Kohlenstoffdioxid abgibt. Dabei entsteht auch Wasser und
Soda:
2 NaHCO3
Na2CO3 + H2O +
CO2
Früher wurde das
Natron als Arzneimittel gegen Sodbrennen eingenommen. Dabei reagierte die
Magensäure in einer Neutralisationsreaktion
mit dem Natriumhydrogencarbonat unter Bildung von Kohlensäure und
Kochsalz. Brausetabletten enthalten
z.B. Natriumhydrogencarbonat und eine Säure im festen Zustand, z.B.
Citronensäure. Gibt man Wasser
hinzu, bildet sich rasch Kohlenstoffdioxid, das den bekannten Sprudeleffekt
auslöst. Der gleiche Effekt lässt sich auch erzielen, wenn man
Weinsäure oder Vitamin
C (Ascorbinsäure) verwendet.
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Beim Auflösen einer
Brausetablette reagiert Natron mit Weinsäure, sobald Wasser hinzukommt.
3. Carbonate
Die Alkali-Carbonate
sind relativ gut wasserlöslich, während die anderen nur schwer
löslich sind. Mit Säuren (hier Natriumcarbonat mit Salzsäure)
zersetzen sich Carbonate und Hydrogencarbonate unter Bildung von Kohlenstoffdioxid:
Na2CO3
+ 2 HCl
2NaCl
+ H2O + CO2
Im Mineralienreich kommen
die Carbonate in großer Vielfalt vor, z.B. im Calcit
und Aragonit (Calciumcarbonat),
im Dolomit (Calciummagnesiumcarbonat),
im Cerussit (Bleicarbonat) oder
im Smithsonit (Zinkcarbonat). Die
Calcium- und Magnesiumcarbonate sind bei vielen Gebirgen gesteinsbildend,
so auch im Jura oder in den Dolomiten.
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(nur auf CD-ROM)
Die Dolomiten sind aus
Dolomit aufgebaut, einem Calciummagnesiumcarbonat.
Die Alkali-Carbonate
wie Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat
schmelzen in der Hitze, die anderen - z.B. Calciumcarbonat
- zerfallen beim Erhitzen in ein Metalloxid und Kohlenstoffdioxid. Einen
solchen Vorgang findet man beim Brennen
von Kalk.
Weitere Informationen
Kohlenstoffdioxid
Mineralienportrait
Calcit
Der
Kalkkreislauf
Calciumcarbonat,
ein vielseitiger Stoff
Die
Geschichte der Kalknutzung