Demonstrationen zur Massenerhaltung
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| Stoffe
Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche,
Kalkwasser, Seifenblasenlösung,
Streichhölzer |
| Geräte
Mehrere Kerzen, Präzisionswaage 0,01g, Trichter, Gaswaschflasche,
Schlauchstücke, Wasserstrahlpumpe, Reagenzgläser - eines davon
aus Quarzglas, Reagenzglashalter, Glasröhrchen, große Wanne
(kleines Aquarium) mit Glasplatte, Unterlegklötze, Brenner, Luftballons,
evt. Gaswägekugel und Vakuumpumpe |
Sicherheit
Die Vorschriften beim Umgang mit Gasflaschen sollten beachtet werden. Bei
der Demonstration 2 und beim Arbeiten mit einem Vakuum muss eine Schutzbrille
getragen werden! Dies gilt auch für die eigene Herstellung von Kalkwasser. |
Inhalt:
Didaktische
Bemerkungen
Demonstration 1
Verbrennen einer Kerze im offenen System
Demonstration 2
Abbrennen von Streichhölzern in offenem und geschlossenem
System
Didaktische
Bemerkungen
Das Gesetz
zur Erhaltung der Masse ist ein chemisches Gesetz, das schon von Antoine
Lavoisier und Michail W. Lomonossow im 18. Jahrhundert aufgestellt
wurde. Heute weiß man, dass die Masse geringfügig abnehmen kann,
während gleichzeitig Energie nach E=mc² (Albert Einstein) freigesetzt
wird, auch wenn dies bei chemischen Reaktionen noch nicht mit Waagen messbar
ist. Doch soweit wollen wir zunächst nicht gehen. Die hier vorgestellten
Demonstrationen eignen sich als Vorbereitung für das Thema Oxidation.
Demonstration
1 Verbrennen einer Kerze in einem offenen System
Dass bei chemischen Reaktionen
nichts von der Masse der beteiligten Stoffen verloren geht, ist nicht unbedingt
eine primäre Alltagserfahrung. Beim Verbrennen einer Kerze sieht man
zunächst, wie das Wachs immer weniger und die Kerze "leichter" wird.
Zum Einstieg in die Problematik wird eine Kerze auf eine Waage gestellt.
Nun äußern die Schüler Vermutungen, wie sich die Waage
verändern wird. Sie versuchen die Vermutungen zu begründen. Alternativ
dazu könnte eine Kerze auf eine digitale Waage mit der Messgenauigkeit
0,001g gestellt werden.
Wie verändert
sich die Waage? (nur auf CD-ROM)
Beim Verbrennen wird
die Kerze leichter, dies entspricht in der Regel auch den genannten Erwartungen.
Was aber wird aus der fehlenden Masse? Haben die Schüler bei den (früheren)
Experimenten mit der Kerze genau aufgepasst, dann
äußern sie die Vermutung, dass beim Verbrennen von Wachsdampf
zunächst Ruß entsteht, der in der leuchtenden Zone zu Kohlenstoffdioxid
verbrennt.
Dieses Gas kann durch
das Absaugen mit einem Trichter und einer Wasserstrahlpumpe in eine Gaswaschflasche
mit Kalkwasser geleitet werden, wobei eine Trübung auftritt. Doch
wo kommt das Kohlenstoffdioxid normalerweise vor? Eine Versuchsperson bläst
durch ein Glasröhrchen ausgeatmete Luft aus der Lunge in Kalkwasser,
das sich ebenfalls trübt.
Im Anschluss daran wird
gezeigt, dass das Verbrennungsgas der Kerze eine feststellbare Masse besitzt.
Man füllt Seifenblasen mit Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche und
lässt diese an den Boden fallen. Mit etwas Fingerspitzengefühl
gelingt eine weitere, wunderschöne Demonstration: Ein großer
Behälter aus Glas oder aus Plexiglas, beispielsweise ein kleineres
Aquarium, wird mit einer Glasplatte abgedeckt. Dann füllt man mit
einem Schlauch vorsichtig Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche in den Behälter
bis er ganz voll gefüllt ist. Nun zieht man die Glasplatte vorsichtig
ab und stellt Seifenblasen aus Luft her, die in den Behälter "gelegt"
werden. Die Seifenblasen schwimmen wie von Zauberhand abgebremst auf dem
unsichtbaren (schwereren) Kohlenstoffdioxid. Der Versuch gelingt, wenn
im Raum keine großen Luftbewegungen vorhanden sind (Türen und
Fenster schließen, Raumlüftung ausschalten!). Die Demonstration
verdeutlicht, dass das Kohlenstoffdioxid schwerer als Luft ist und eine
Masse besitzt.
Film
erhältlich auf DVD
Taucht man eine Kerze
in den Behälter, geht sie aus. Der gleiche Effekt kann auch dadurch
verdeutlicht werden, in dem man mehrere Kerzen auf unterschiedlich hohen
Treppenstufen in den mit Luft gefüllten Behälter stellt und danach
das Kohlenstoffdioxid einleitet.
Film
erhältlich auf DVD
Wir fassen zusammen:
Beim Verbrennen von Kerzenwachs entsteht als Verbrennungsgas Kohlenstoffdioxid,
das eine feststellbare Masse besitzt und die Verbrennung nicht mehr unterhält.
Wir vermuten, dass der Großteil der beim Verbrennen der Kerze "verlorenen"
Masse in dem Kohlenstoffdioxid vorhanden ist.
Variation: Hat
man eine Gaswägekugel (100ml) zur Verfügung, kann man diese mit
einer Pumpe evakuieren und dann leer auf 0,01g genau wägen (Schutzbrille
tragen!). Dann füllt man die Kugel mit Luft, in dem die Hähne
geöffnet werden. Bei der erneuten Wägung ergibt sich die Masse
von 100ml Luft. Auf diese Art und Weise lässt sich auch die Masse
(und Dichte) des Kohlenstoffdioxids einigermaßen genau wägen,
wenn in die evakuierte Kugel Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche eingelassen
wird.
Demonstration
2 Abbrennen von Streichhölzern in einem offenen und in einem
geschlossenen System
Achtung: Diese Demonstration
darf nur mit Reagenzgläsern aus Quarzglas und mit Schutzbrille durchgeführt
werden. In einem bekannten Fall verlor eine Lehrerin ihr Augenlicht, weil
das Reagenzglas platzte! Der Ballon wird vor der Durchführung des
Versuchs zur Dehnung mehrmals aufgeblasen und wieder entspannt. Für
exaktere Ergebnisse verwendet man zwei ineinander gestülpte Ballons.
Stülpt man den Luftballon
über ein Reagenzglas, in dem sich drei Streichhölzer befinden,
dann lassen sich die Verbrennungsgase beim Abbrennen der Streichhölzer
auffangen und mit einer Präzisionswaage wiegen. Der Versuch wird zuerst
ohne Ballon vorgeführt. Man wiegt das Reagenzglas mit den Streichhölzern
vor und nach dem Abrennen der Streichhölzer. Mit einem Brenner erhitzt
man das Reagenzglas, bis die Streichhölzer zünden.
Dann wird der Ballon
auf das Reagenzglas gestülpt, so dass es dicht verschlossen ist. Wieder
äußern die Schüler Vermutungen, was passieren wird, wenn
jetzt Wägungen erfolgen. Wie ändert sich die Masse, wenn die
Streichhölzer im Reagenzglas ohne Ballon gezündet werden und
wie mit Ballon?
Die Ergebnisse werden
diskutiert und auf mögliche Fehlerquellen untersucht. Auch wenn das
geschlossene System mit Ballon nach der chemischen Reaktion seine Masse
deutlich besser erhält, als das System ohne Ballon, kann es sein,
dass die Waage trotz des scheinbar geschlossenen Systems immer noch eine
geringere Masse anzeigt. Wo liegen die möglichen Fehler?
-
Der Ballon ist eventuell
nicht hundertprozentig dicht, Gase können durch Kunststoffe diffundieren.
-
Das entstehende Gas ist sehr
warm und könnte einen Auftrieb durch Wärme erzeugen.
-
Ist das Reagenzglas vorher
fettig oder feucht, verdampft durch das Erhitzen die Feuchtigkeit oder
das Fett. Dies führt ebenfalls zu einer Massenabnahme.
Ausblick:
Die genauen Vorgänge bei einer Verbrennung
erschließen sich erst beim Thema Oxidation.
Die Fragestellung, was mit der Masse passiert, wird dort nochmals aufgegriffen.
Führt man das Gesetz der konstanten Massenverhältnisse (Proust)
und das Volumengesetz von Gay-Lussac mit Hilfe von Knallgasreaktionen
in Eudiometern ein, dann sollte das Gesetz der Massenerhaltung auf
jeden Fall bekannt sein.