Demonstrationen
zur Brandbekämpfung
|
Stoffe:
|
Holzscheit,
Holzplatte, Holzwolle, Holzspäne, evt. Kerze, Sauerstoff
und Kohlenstoffdioxid aus der Gasflasche,
Quarzsand, Mehl oder Speisestärke, evt. Bärlappsporen, evt. Druckluft,
Kokosfett, Benzin (Kp. 40-65°C), Lampenöl oder Heizöl, Natriumhydrogensulfat
oder Citronensäure, Natriumhydrogencarbonat, evt. Brausetabletten,
Magnesium gepulvert oder Magnesiumspitzer,
Geschirrspülmittel, destilliertes Wasser in Spritzflasche |
|
Geräte:
|
Standzylinder oder Erlenmeyerkolben
weithals 1000ml aus Duranglas, evt. Verbrennungslöffel, Glasrohr (Länge
ca. 60cm, Dicke 3cm), Salzstreuer, Silo für Staubexplosionen, Metalltiegel
(d=3cm), Vierfuß mit Ceranplatte, Stativ, Brenner, 2x Abdampfschale
aus Porzellan (d=5cm), Thermometer bis 200°C, Becherglas hohe Form
250ml, Löffel, Dreifuß mit Tondreieck, feuersichere Platte,
Gasanzünder |
|
Bei allen Demonstrationen
ist für ausreichend Feuerschutz zu sorgen (feuersichere Unterlage,
Feuerlöscher bereithalten, etc.) und eine Schutzbrille zu tragen! |
Inhalt:
Didaktische Bemerkungen
Demonstration 1: Rolle des
Sauerstoffs bei Verbrennungen
Demonstration 2: Flammenwerfer
aus Mehlstaub
Demonstration 3: Zündpunkt
und Fettbrand
Demonstration 4: Flammpunkt
- Das Löschen von brennenden Flüssigkeiten
Demonstration 5: Das Löschen
mit Wasser und mit Schaum
Demonstration 6: Metallbrand
Zusammenfassung
Didaktische
Bemerkungen:
Schon die Demonstrationen bei der Einführung
des Themas Oxidation zeigten, dass der Sauerstoff
bei Verbrennungen notwendig ist. Für die Feuerwehr spielt nicht nur
die Sauerstoffzufuhr bei einem Brand eine Rolle, sondern auch der Zerteilungsgrad
und die Art des Brennstoffs. Bevor wirksame Maßnahmen zur Brandeindämmung
vorgeführt werden, sollen zunächst Möglichkeiten aufgezeigt
werden, um ein Feuer zu verstärken. Mit Hilfe dieses Wissens gelingt
es, Feuerlöschmaßnahmen auszuarbeiten.
Über ein Gespräch wird gemeinsam
mit den Schülern erarbeitet, wie ein Pfadfinder im Wald ein Feuer
anmacht. Bei dem Gespräch werden die Regeln zum Feueranmachen genannt:
Zuerst kommt das Papier, dann werden die dünnen Hölzer über
das Papier gelegt und zum Schluss baut man ein "Zelt" mit den dickeren
Hölzern. Das Anbrennen kann durch Hineinblasen beschleunigt werden.
Noch nachhaltiger ist es, wenn man dies alles mit den Schülern selbst
im Schulhof ausprobiert und die Gründe über mögliche Hindernisfaktoren
diskutiert.
Demonstration
1: Rolle des Sauerstoffs bei Verbrennungen
Ein Büschel Holzwolle wird zunächst
auf dem Tisch auf einer feuersicheren Unterlage verbrannt. Dann füllt
man einen Standzylinder oder einen großen Erlenmeyerkolben aus Duranglas
(Weithals 1000ml) mit reinem Sauerstoff und einen zweiten mit reinem Kohlenstoffdioxid
aus der Gasflasche (>vgl. Demonstrationen mit
Sauerstoff). Beim Zylinder mit reinem Sauerstoff wird der Boden mit
einer Schutzschicht aus Quarzsand bedeckt. Alternativ zur Holzwolle könnte
auch eine brennende Kerze verwendet werden.
|
|
Brennende Kerze in
reinem Sauerstoff
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Beobachtungen:
Es wird gezeigt, dass die Holzwolle oder
die Kerze im reinen Sauerstoff viel schneller und mit hellerer Flamme abbrennt
und im Kohlenstoffdioxid die Flamme erstickt.
Didaktische Hinweise:
Zu der Demonstration kann der Hinweis
erfolgen, dass beim autogenen Schweißen mit einem Brenngas und mit
reinem Sauerstoff gearbeitet wird. Beim Schneidbrennen erreicht man bei
Wasserstoff-Sauerstoff-Gemischen sogar eine Temperatur von mehr als 2500°C.
Ein mit Wasserstoff und Sauerstoff betriebener Daniellscher Hahn erreicht
ebenfalls diese Temperatur.
|
|
Schneidbrennen mit
dem Daniellschen Hahn
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Demonstration
2: Flammenwerfer aus Mehlstaub
Zuerst wird den Schülern eine Packung
Mehl gezeigt und behauptet, dass man damit einen Sprengstoff herstellen
könne. Die Schüler sollen Vermutungen äußern, wie
das funktionieren könnte. Im Anschluss liest man den Zeitungsbericht
einer Mehlstaubexplosion vor und führt erst danach die Demonstration
durch.
Artikel vergrößern
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
Man nimmt ein Glasrohr von mindestens
50cm Länge und 3cm Dicke und füllt das hintere Ende auf einer
Länge von 10cm mit Mehl. Das Rohr sollte nicht gestopft voll sein,
damit noch Luft über das Mehl streichen kann und es sich gut zerteilt.
Am besten gelingt es, wenn man feine Speisestärke nimmt und diese
vorher im Trockenschrank gut trocknet. Am
Ende des Tisches stellt man einen Gasbrenner auf und entzündet die
Gasflamme. Dann bläst man vom vorderen Ende her kräftig durch
das Glasrohr, so dass sich das Mehl fein zerstäubt. Die Demonstration
kann auch mit verschiedenen anderen brennbaren Stoffen durchgeführt
werden, z.B. mit Bärlappsporen, um zu zeigen, dass nicht jeder Brennstoff
gleich reagiert. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass man beim
Einatmen der Atemluft nicht versehentlich den Staub ansaugt. Der eingeatmete
Staub kann die Atemwegsorgane reizen, es empfiehlt sich, diesen Versuch
nicht von Schülern vorführen zu lassen, sondern die Demonstration
selbst gut zu üben. Bestimmte
Holzstaubsorten gelten als krebserzeugende Arbeitsstoffe, daher sollten
diese nicht verwendet werden.
Film: Flammenwerfer aus Mehlstaub
Film
nur auf CD-ROM vorhanden
Beobachtungen:
Das zerteilte Mehl verbrennt in einer
großen Stichflamme.
Variationen:
Zunächst wird gezeigt, dass ein dickes
Stück Holz nur schwer anzündbar ist. Selbst wenn es anfänglich
brennt, geht die Flamme wieder aus, das Stück glimmt lediglich weiter.
Holzspäne dagegen lassen sich bereits mit einem Streichholz entzünden,
sie brennen gut, da mehr Sauerstoff hinzukommt und die Verbrennung wesentlich
schneller abläuft.
|
|
|
Glimmender Holzblock
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Holzspäne brennen
gut
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Nun füllt man einen großen
Salzstreuer mit sorgfältig getrockneten Bärlappsporen und streut
dieses in eine Kerzenflamme. Dabei kann schon eine Stichflamme entstehen,
daher sind bei dieser Vorführung feuerfeste Lederhandschuhe und eine
Schutzbrille zu tragen. Bei den Lehrmittelverlagen ist ein Silo aus Glas
oder aus Plexiglas zur Durchführung von Mehlstaubexplosionen erhältlich.
Ein solches Gerät lässt sich auch selbst bauen. Durch einen seitlich
unten angesetzten Schlauch wird ein kräftiger Luftstrom in einen kleinen
Behälter geblasen, der mit dem Staub gefüllt ist. Dadurch zerteilt
sich der Staub und wird durch die brennende Kerze im Silo entzündet.
Da die Kerze selbst Sauerstoff verbraucht, sollte sie erst unmittelbar
vor der Versuchsdurchführung mit einem langen Gasanzünder angezündet
werden. Die Mehlstaubexplosion im Modell-Silo gelingt am besten mit Druckluft,
aber auch durch Blasen von Atemluft durch den angesetzten Schlauch. Reiner
Sauerstoff sollte auf gar keinen Fall verwendet werden.
|
|
|
Brennender Staub
aus dem Salzstreuer
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Mehlstaubexplosion
im Modell-Silo
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Demonstration
3: Zündpunkt und Fettbrand
Diese Demonstration zeigt durchaus realistisch,
welche Gefahren in der Küche oft lauern. Auf einem feuersicheren Tisch
(und mit einer genügend hohen Decke im Raum) setzt man einen kleinen
Metalltiegel aus Edelstahl auf ein Tondreieck, dass sich auf einem Dreifuß
befindet, und füllt ihn zur Hälfte mit Kokosfett. Wird der Tiegel
mit Hilfe einer Universalklemme in ein Stativ gespannt, ist unbedingt darauf
zu achten, dass die Klemme aus Edelstahl besteht, da sie sonst durchschmilzt.
Dann stellt man einen Brenner darunter, so dass die nicht leuchtende Flamme
mit voller Kraft den Tiegel erhitzt. Gleichzeitig wird den Schülern
eine Geschichte erzählt, z.B.:
"Stellt euch vor, einem
Freund von mir ist neulich folgendes passiert: Er war für mehrere
Tage alleine im Haushalt und musste selbst kochen. Er wollte sich in der
Küche ein Steak braten und gab dazu in die Bratpfanne etwas Fett und
stellte diese auf den Herd. Gerade in diesem Moment läutete das Telefon
im anderen Raum, und er ging in das Wohnzimmer. Am anderen Ende der Leitung
war sein Freund, der ihm von großen Problemen erzählte...
(Hier werden Probleme geschildert
(z.B. Trennung von Freundin, Geldnöte, etc., je nach Dauer des gleichzeitig
ablaufenden Versuchs. Sobald das Fett sich von alleine entzündet hat,
fährt man mit der Geschichte fort.)
Plötzlich hörte
er ein Geräusch in der Küche und rannte sofort hinüber.
Das Fett in der Pfanne brannte lichterloh. Was machte er also, um den Brand
zu löschen? Er nahm eine Schüssel mit Wasser und goss das Wasser
in die Pfanne..."
An dieser Stelle spritzt man mit einer
Spritzflasche Wasser aus sicherer Entfernung in das brennende Fett. Die
Treffsicherheit wird erhöht, wenn man sich mit dem Wasserstrahl langsam
nähert.
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
Beobachtungen:
Das Fett entzündet sich nach einer
Weile von alleine. Beim Löschversuch mit Wasser flammt das Feuer in
einer riesigen Stichflamme auf, wobei große Hitze von dem brennenden
Fett ausgeht. Selbst nach diesem "Löschversuch" ist das brennende
Fett noch nicht gelöscht. Man demonstriert nun, wie man es richtig
macht und deckt den Tiegel mit einer Keramikplatte ab. Der abgedeckte Tiegel
wird sofort in eine Kapelle gestellt, damit sich die bildenden, giftigen
Dämpfe nicht im Raum verteilen.
Ergänzende
Informationen:
Viele Stoffe entflammen auch ohne Flamme,
sobald ihre Zündtemperatur (Zündpunkt)
überschritten wird. Voraussetzung dafür ist der Zugang zu Luftsauerstoff.
In einem geschlossenen Raum entflammen diese Stoffe dagegen nicht.
|
Brennstoff
|
Zündtemperatur
(ca.)
|
|
Phosphor
|
60°C
|
|
Schwefelkohlenstoff
|
102°C
|
|
Benzin
|
220-300°C
|
|
Schwefel
|
250°C
|
|
Fichtenholz
|
280°C
|
|
Fett
|
300°C
|
|
Zucker
|
410°C
|
|
Roggenmehl
|
500°C
|
Demonstration
4: Flammpunkt - Das Löschen von brennenden Flüssigkeiten
Auf einer feuersicheren Unterlage wird
in eine kleine Porzellanschale (d=5cm) 20ml Benzin (Siedepunkt 40-65°C)
gegeben und mit einem brennenden Holzspan entzündet. Dabei sollen
die Schüler darauf achten, in welcher Höhe über dem Flüssigkeitsspiegel
bereits eine Zündung stattfindet. Nun unternimmt man einen "Löschversuch"
und spritzt mit der Spritzflasche kräftig Wasser in die Schale, so
dass das Benzin über die Wand herausschwappt. Nach diesem erfolglosen
Versuch, zeigt man, wie man es richtig macht und deckt die Schale mit einer
Keramikplatte oder einer Löschdecke ab (Sauerstoffentzug).
Beobachtungen:
Das Benzin verteilt sich auf dem Tisch
und brennt weiter. Der Brand hat sich wesentlich ausgebreitet.
Ergänzende Informationen:
Die Brennbarkeit von Flüssigkeiten
wird nach der Flammtemperatur (Flammpunkt)
beurteilt. Bei dieser Temperatur entwickelt die Flüssigkeit Dämpfe,
so dass diese über der Flüssigkeit mit Luft vermischt durch eine
Zündquelle entflammbar sind (genormt auf 1013mbar Luftdruck). Besonders
problematisch sind wasserunlösliche Stoffe mit einem niedrigen Flammpunkt.
Nach der heute nicht mehr gültigen deutschen Verordnung über
brennbare Flüssigkeiten (VbF) teilte man früher entzündliche
Stoffe nach Gefahrklassen ein. Trotzdem soll die Tabelle noch angeführt
werden, da sie einen guten Überblick über das Gefahrenpotential
von entzündlichen Stoffen vermittelt. Stoffe der früheren Gefahrklasse
A I wie das Benzin lassen sich bereits bei Raumtemperatur mit einer Streichholzflamme
entzünden.
Gruppe A: nicht wasserlösliche
brennbare Flüssigkeiten
(aus der Verordnung
für brennbare Flüssigkeiten (VbF), bis Ende 2002 in Deutschland
gültig;
abgelöst durch
die Betriebssicherheitsverordnung)
|
Gefahrklasse
|
Temperaturbereich
|
Beispiele
|
|
früher Gefahrklasse A I
|
Flammpunkt unter 21°C
|
Benzin, Ether
|
|
früher Gefahrklasse A II
|
Flammpunkt 21-55°C
|
Petroleum
|
|
früher Gefahrklasse A III
|
Flammpunkt 55-100°C
|
Diesel, Heizöl, Lampenöl
|
Gruppe B: wasserlösliche brennbare
Flüssigkeiten
|
Gefahrklasse
|
Temperaturbereich
|
Beispiele
|
|
früher Gefahrklasse B
|
Flammpunkt unter 21°C
|
Ethanol, Aceton
|
Flüssigkeiten der Gruppe A schwimmen
aufgrund ihrer geringeren Dichte auf dem Wasser, so dass sich der Brand
bei einem Löschversuch noch ausdehnt. Flüssigkeiten der Gruppe
B können theoretisch mit Wasser gelöscht werden.
Variationen:
Mit geeigneten Stoffen kann man eine Flammtemperaturbestimmung
vorführen. Ein kleiner Porzellantiegel (5cm) wird auf eine Ceranplatte
im Vierfuß gestellt und mit Lampenöl oder Heizöl gefüllt,
so dass ein Thermometerfühler gerade noch eintauchen kann. Wird ein
Alkoholthermometer verwendet, empfiehlt sich der Einsatz eines Thermometers
mit einem Temperaturbereich von bis zu 200°C. Aber auch ein digitaler
Thermometer zur Demonstration lässt sich verwenden. Quecksilberthermometer
sollten im Schulversuch auf gar keinen Fall eingesetzt werden. Nun erhitzt
man die Ceranplatte von unten mit dem Brenner und heizt das Öl langsam
hoch. Gleichzeitig wird im Sekundenabstand mit der Flamme eines Gasanzünders
über die Flüssigkeit gewedelt.
|
|
Einfache Apparatur
zur Bestimmung der Flammtemperatur
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Beobachtungen:
Bei einer bestimmten Temperatur entzündet
sich das Öl. Oft brennt das Öl zunächst mit einer kleinen,
fast unsichtbaren Flamme, bevor die Flamme beim weiteren Hochheizen immer
größer wird. Beim Lampenöl liegt die Flammtemperatur zwischen
60 und 80°C, beim Heizöl darüber.
Hinweis:
Der hier gezeigte Apparaturaufbau entspricht
nicht der genormten Anordnung zur Bestimmung der Flammtemperatur. Hierfür
müsste der Thermometer und die Flamme bei jedem Anstieg um 1°C
herausgenommen und wieder neu in die Flüssigkeit eingeführt werden,
damit die Geräte die Bestimmung nicht beeinflussen. Außerdem
ist der Abstand von der Flamme zur Flüssigkeit genau festgelegt. Daher
misst man mit der oben gezeigten Anordnung in der Regel eine zu hohe Flammtemperatur.
Demonstration
5: Das Löschen mit Wasser und mit Schaum
a) Löschen mit Wasser
Auf einem Dreifuß wird ein kleines
Feuer mit Holzspänen entfacht. Die Vorgänge beim Löschen
mit Wasser sollen genau beobachtet werden.
Beobachtungen:
Beim Löschen zischt es und Wasser
verdampft in einer Dampfwolke.
Theorie:
Das kalte Wasser kühlt die brennenden
Stoffe so ab, dass die Zündtemperatur unterschritten wird. Das Wasser
und vor allem der auftretende Wasserdampf unterbinden die Luftzufuhr. Nach
diesem Prinzip funktionieren die Sprinkleranlagen in Gebäuden. Ein
Glasröhrchen ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, z.B. Alkohol,
die ab einer bestimmten Temperatur zu sieden beginnt, so dass das Röhrchen
platzt. Dadurch wird ein Pfropfen herausgeschleudert, der eine Wasserleitung
öffnet. Bei anderen Sprinklern schmilzt ein Metall mit niedrigem Schmelzpunkt,
beispielsweise eine Galliumlegierung, so dass eine Feder aufspringt und
den Wasserstrahl freigibt.
|
|
|
Sprinkler mit Flüssigkeit
im Glasröhrchen
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Sprinkler mit Metalllegierung
und Federbolzen
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Aufbau von Feuerlöschern:
Nasslöscher
enthalten Wasser als Löschflüssigkeit. Eine Patrone mit komprimiertem
Kohlenstoffdioxid innerhalb des Feuerlöschers
treibt das Wasser nach dem Schlagen auf einen Schlagstift aus dem Feuerlöscher.
Nicht alle Brände dürfen jedoch
mit Wasser gelöscht werden. Bei Bränden von Flüssigkeiten,
Gasen oder Metallen verstärkt das Löschen mit Wasser sogar den
Brand. Für solche Brände sind spezielle Löschmittel notwendig.
Im Kohlensäureschnee-Löscher
befindet sich ein Druckbehälter mit flüssigem Kohlenstoffdioxid.
Durch das Betätigen des Feuerlöschers entweicht flüssiges
Kohlenstoffdioxid, das durch den Druckabfall sofort gefriert, wobei sich
Kohlenstoffdioxid-Schnee bildet. Der Schnee besitzt eine Temperatur von
-78°C und kühlt die brennenden Stoffe ab. Außerdem wirkt
das Kohlenstoffdioxid erstickend.
|
|
|
Kohlenstoffdioxid-Löscher
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Feuerlöscher
mit ABC-Pulver und Schaumlöscher
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
a) Löschen mit Schaum
Schaumlöscher
erzeugen beim Löschen einen Schaum, der mit Kohlenstoffdioxid-Bläschen
gefüllt ist. Zur Erzeugung von Kohlenstoffdioxid gibt man in ein hohes
250ml-Becherglas 50ml Wasser und fügt je einen Teelöffel Natriumhydrogensulfat
und Natriumhydrogencarbonat (Natron) hinzu. Das Sprudeln zeigt die Gasentwicklung
an, ein hineingehaltenes brennendes Streichholz erlischt. Zur Erzeugung
eines Schaums wiederholt man den Versuch und gibt vorher in das Wasser
einen Tropfen Pril.
Beobachtungen:
Im Becherglas steigt Schaum auf, der zum
Löschen geeignet ist.
Theorie:
Bei der Reaktion von Natron mit Natriumhydrogensulfat
entsteht Kohlenstoffdioxid, das die
Schaumbläschen füllt. Die Demonstration gelingt auch, wenn man
statt Natriumhydrogensulfat Citronensäure
oder Weinsäure nimmt. Alternativ
dazu können auch Brausetabletten verwendet werden. Schaumlöscher
eignen sich zum Löschen für brennbare Flüssigkeiten.
Mit ein wenig Geschick kann man sich selbst
einen Feuerlöscher aus einer leeren Sprudelflasche und einer aufgesetzten
Düse bauen. Die Zutaten dafür sind in jeder Drogerie erhältlich.
Sehr verbreitet sind auch spezielle Löschpulver,
die mit Stickstoff oder Kohlenstoffdioxid aus dem Feuerlöscher getrieben
werden. ABC-Pulver (Glutbrandpulver,
PG) eignet sich zum Löschen von Bränden der Brandklassen A, B
und C. Es enthält ein Gemisch aus Ammoniumphosphaten und Ammoniumsulfat.
Die Ammoniumsalze schmelzen in der Hitze und wirken dann absperrend.
|
|
|
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Die neue Brandklasse F ist seit Januar
2005 in die DIN-Norm EN 2 aufgenommen worden. Fette und Speiseöle
gehören eigentlich in die Brandklasse B. Werden Fettbrände mit
Wasser oder aber auch mit Schaumlöschern gelöscht, können
sich Fettexplosionen ereignen. Auch Pulverlöscher und Kohlenstoffdioxidlöscher
sind wenig sinnvoll, da nach Abnahme der Löschmittelkonzentration
das erhitzte Fett wieder von selbst zu brennen beginnt. Löschdecken
sind ebenfalls nicht geeignet, da sie bei einem Fettbrand durchbrennen.
Die nun erhältlichen Fettbrandlöscher
enthalten eine besondere Düse und ein Löschmittel, das sich mit
dem Fett in Schmierseife umwandelt. Einen Fettbrand kann man jedoch auch
durch das Aufsetzen eines Kochtopfdeckels löschen.
Die frühere Brandklasse E -
für Brände in elektrischen Anlagen bis 1000 Volt - wurde gestrichen,
da die meisten Feuerlöschgeräte bei Niederspannungsanlangen eingesetzt
werden können, sofern man genügend Abstand einhält.
Demonstration
6: Metallbrand
Dieser Versuch wird zur Sicherheit am
besten im Freien durchgeführt. Auf eine feuerfeste Unterlage wird
ein kleines, ca. 3cm hohes Häufchen Magnesiumpulver gegeben. Am besten
verwendet man ein Holzplättchen auf einer Keramikfließe. Das
Holz verhindert das Wegspicken des brennenden Magnesiums. Dann entzündet
man das Magnesium mit einem Brenner
und wartet, bis sich die weiße Flamme etwas ausgebreitet hat. Dann
spritzt man aus sicherer Entfernung mit einer Spritzflasche Wasser auf
den Metallbrand.
|
|
|
Löschversuch
bei brennendem Magnesium
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Reaktionsprodukt:
Magnesiumoxid ("Magnesia")
Bild vergrößern
nur auf CD-ROM
|
Beobachtungen:
Das Magnesium verbrennt nach dem Löschversuch
mit Wasser noch viel heftiger mit sehr grellem Licht. Dabei entstehen so
hohe Temperaturen, dass die Unterlage in manchen Fällen zerbricht
(Bild oben links). Beim Ausbrennen steigen weiße Fäden empor
und man erhält ein weißes Reaktionsprodukt (Bild oben rechts).
Theorie:
Beim Löschen von Metallbränden
mit Wasser wird das Wasser teilweise zersetzt und es entsteht Wasserstoff.
Diese Reaktion erfolgt explosionsartig, wobei der Wasserstoff ein zusätzlich
entstandener Brennstoff ist.
Variation:
Die Demonstration gelingt evt. auch mit
einem Magnesiumspitzer, den man mit einer kräftigen Flamme einer Lötlampe
an einem Eck entzündet.
Zusammenfassung:
An der Tafel wird das Gefahrendreieck
erarbeitet. Zum Löschen eines Brandes muss mindestens eine der drei
Voraussetzungen für einen Brand entfernt werden:
Die Unterbrechung der Luftzufuhr
erreicht man mit Löschdecken, mit Schaumlöschern oder Pulverlöschern.
Das Abkühlen unter die Zündtemperatur
erfolgt mit Wasser, bzw. mit Wasserdampf. Der Entzug des Brennstoffes
wird bei Waldbränden durch das Ausheben von breiten Gräben oder
das Schlagen von Schneisen angewendet.