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Der Kalk- und Kohlenstoffkreislauf
 
Um die Vorgänge und Kreisläufe besser verstehen zu können, müssen wir jedoch zuerst einmal bei einem Gas beginnen, das uns alltäglich begegnet: Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein Gas, welches in der Luft nur in einem geringen Anteil vorkommt (0,036%), aber trotzdem für die Lebensvorgänge auf der Erde bedeutend ist. Es besteht in seinem chemischen Grundaufbau aus Kohlenstoff- (C) und Sauerstoffatomen (O). Es ist das Gas, das die Pflanzen in der Photosynthese benötigen und die Tiere als Verbrennungsprodukt wieder ausatmen. Das Kohlenstoffdioxid ermöglicht aufgrund des natürlichen Treibhauseffekts die Erwärmung der Erdatmosphäre und schafft somit ein Klima, das für die Lebewesen günstig ist.
 
 
 
 
 
Die Uratmosphäre enthielt ca. 16% dieses Gases. Im Präkambrium nahmen die Algen im Meer große Mengen Kohlenstoffdioxid auf, um damit Sauerstoff und Stärke - als organischer Nährstoff zu produzieren. Nach dem Absterben der Algen lagerten sich die in der Stärke enthaltenen Kohlenstoffatome am Meeresgrund in sogenannten Kerogenen ab und bildeten dort Sedimente. Trotzdem nahm der Kohlenstoffdioxid-Gehalt während dieser Zeitepoche kaum ab, da durch die vulkanischen Aktivitäten sehr viel Kohlenstoffdioxid nachproduziert wurde. Der von den Algen hergestellte Sauerstoff wurde von gelösten Eisensalzen, die sich aufgrund von vielen Eisenmeteoriten-Einschlägen im Meer befanden, sofort wieder aufgebraucht. So bildeten sich die Eisenerzlagerstätten.
 
 
Quelle: vereinfacht nach Klopries/Beckmann, Chem. Ind. 2/90
 
 
Beim Wechsel zum Kambrium, vor ca. 600 Millionen Jahren, als die sauren Eisensalze im Meer aufgebraucht waren, änderte sich die Situation grundgelegend. Die ersten Meeresorganismen bauten Körperschalen aus Kalk (chem. Calciumcarbonat CaCO3), was den Aufbau von mächtigen Kalksedimenten zur Folge hatte. Die Kalkgebirge wie die Schwäbische Alb oder der Schweizerische Jura zeugen noch heute davon. Die Meeresorganismen bauten im Laufe der Zeit den größten Anteil des atmosphärischen Kohlenstoffdioxidanteils ab, so dass die Kohlenstoffatome im Kalk der Sedimente und Gebirge chemisch gebunden wurden. Gleichzeitig nahm der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre zu und die Grundlagen für die "modernen" Lebensformen waren geschaffen. Heute ist in den kalkhaltigen Sedimenten und Gebirgen der größte Anteil an Kohlenstoffatomen gespeichert.
 
 
 
 Abbildung: Versteinerter Ammonit auf Kalkstein
 
 
Die Kohlenstoffatome, bzw. das Kohlenstoffdioxid befinden sich in einem ständigen Kreislauf zwischen den Lebewesen und dem mineralischen Kalk. Das Kohlenstoffdioxid löst sich gerne im Wasser, deshalb enthält das Regen- oder das Grundwasser immer gelöstes Kohlendioxid, bzw. Kohlensäure:

1. Schritt des Kreislaufs:   Kohlendioxid   +   Wasser     Kohlensäure

Fließt das kohlensäurehaltige Wasser über Kalkstein, wird der Kalk durch die Säure zu wasserlöslichem
Calciumhydrogencarbonat zersetzt:

2. Schritt:               Kohlensäure   +   Calciumcarbonat    Calciumhydrogencarbonat

Das calciumhydrogencarbonathaltige Wasser (hartes Wasser) wird über das Grundwasser weggeschwemmt. Überall dort, wo Wasser verdunstet oder erhitzt wird, wandelt sich das Calciumhydrogencarbonat wieder zu Kalk und Kohlendioxid um. Dabei werden die ersten beiden Schritte umgedreht:

3. Schritt:          Calciumhydrogencarbonat    Calciumcarbonat  +  Kohlendioxid  +  Wasser

 
 
Stalagmiten in den Beatushöhlen/Schweiz
 
 
Dieser Vorgang findet in der Natur vor allem in Tropfsteinhöhlen statt. Das am Tropfstein herunterfließende Wasser verdunstet langsam und bildet Kalk (Stalaktiten). Die Meerestiere (Korallen, Schnecken und Muscheln) bauen mit Hilfe des harten Wassers ihre Kalkgehäuse und geben dabei Kohlendioxid und das Wasser an die Umgebung ab. Damit schließt sich der Kohlenstoffdioxidkreislauf:
 
 
 
 
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