Demonstrationen:
Halogene
Hinweis: Die Filme sind nur auf der
CD-ROM abspielbar
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Stoffe:
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Kaliumpermanganat,
Salzsäure konz., blau gefärbtes
Stück Stoff oder rote Blume, Natrium,
Silbernitratlösung, Eisenwolle,
Brom, Aluminium
Folie, Iod sublimiert, Magnesium
gepulvert, Quarzsand, diverse Mineralien: würfelförmiger Halit
(Steinsalz), blauer Fluorit mit Farbwechsel Tageslicht-Kunstlicht |
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Geräte:
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Normschliff-Gasentwickler
(z.B. Tropftrichter mit Hahn und Druckausgleich, Erlenmeyerkolben mit Seitenrohr),
Schlauchstück, Winkelrohr, 3 Standzylinder mit Glasscheiben als Abdeckungen,
Tiegelzange, Pinzette, Sicherheitspipette, Reagenzglas mit unten ausgeblasenem
Loch, Draht, Brenner, großer Standzylinder mit fest verschließender
Abdeckung oder Glaswanne, Reagenzgläser 20x180mm und 30x200mm, Spatel,
Glaswolle, Stativ, Rundkolben 250ml mit Kühlfinger, Schlauchleitung
für Wasserkühlung, Becherglas 100ml, Netzgerät 12 Volt,
3 Kabel, 2 Krokoklemmen, 2 Graphitelektroden, 12-Volt-Glühbirne |
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Bei den Versuchen mit Halogenen
entstehen immer giftige Gase oder Dämpfe. Daher sind alle Demonstrationen
in einem gut ziehenden Abzug durchzuführen, evt. muss eine Gasmaske
getragen werden. Brom verursacht auf
der Haut schwer heilende Verätzungen. Schutzbrille und Schutzhandschuhe
tragen! Nach neuen Empfehlungen sollte man auf Versuche
mit Brom und mit Chlor verzichten und stattdessen auf Medien zurückgreifen.
Die hier vorliegende Beschreibung dieser Demonstrationen dient lediglich
zur Erläuterung der Videos. Kaliumpermanganat
ist ein umweltgefährlicher Stoff und muss sachgemäß entsorgt
werden. |
Inhalt:
Didaktische Bemerkungen
Demonstration 1: Herstellung
von Chlor
Demonstration 2: Bleichwirkung
von Chlor
Demonstration 3: Verdampfen
von Brom
Demonstration 4: Sublimieren
und Resublimieren von Iod
Demonstration 5: Reaktion
von Chlor mit Natrium
Demonstration 6: Reaktion
von Chlor mit Eisenwolle
Demonstration 7: Reaktion
von Brom und Aluminiumfolie
Demonstration 8: Reaktion
von Magnesium und Iod
Demonstration 9: Eigenschaften
der Halogenide
Didaktische
Bemerkungen:
Wie bei den Versuchen mit den Alkalimetallen
werden bei den Halogenen - als Elementfamilie der VII. Hauptgruppe im PSE
- Verwandtschaften und Ordnungskriterien im PSE deutlich. Es treten ähnliche
Stoffeigenschaften auf, die aber von Element zu Element variieren. Reagieren
Halogene mit Alkalimetallen (oder anderen Metallen), entstehen Ionenbindungen.
Die gebildeten Salze kommen in der Natur
als Mineralien in großer Vielfalt vor. Das hohe Reaktionsverhalten
der Halogene lässt sich u.a. damit erklären, dass die Atome der
Halogene 7 Valenzelektronen
in der äußeren Schale besitzen und daher nur noch ein Elektron
zum Erreichen der Edelgaskonfiguration
benötigen.
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Name
Symbol
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Siedepunkt
(°C)
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Dichte
(g/l-g/cm³)
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Elektronegativität
(Pauling)
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Fluor
F
|
-188,14
|
1,696 g/l
|
3,98
|
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Chlor
Cl
|
-34,06
|
3,214 g/l
|
3,21
|
|
Brom
Br
|
58,78
|
3,1226 g/cm³
|
2,96
|
|
Iod
I
|
*)
|
4,94 g/cm³
|
2,66
|
|
Astat
At
|
370 °C **)
|
8,75 g/cm³ **)
|
2,20
|
*) Iod sublimiert
**) geschätzte Werte (Astat ist ein sehr seltenes Element)
Demonstration
1: Herstellung von Chlor
Hinweise:
Beim Arbeiten mit Chlor
ist höchste Vorsicht geboten. Alle Demonstrationen mit Chlor dürfen
nur in einem vollständig geschlossenen Abzug durchgeführt werden.
Entspricht die vorliegende Anlage nicht den Vorschriften beim Arbeiten
mit Chlor, können die hier beschriebenen Versuche nicht vorgeführt
werden. Chlor ist ein sehr giftiges Gas.Luft, die 0,5-1% Chlorgas enthält,
wirkt auf den Menschen rasch tödlich. Chlor wirkt ätzend auf
die Schleimhäute, da in der Lunge und auf den feuchten Schleimhäuten
Chlorwasserstoff und damit auch Salzsäure
gebildet wird. Es ist selbst in einer Verdünnung von 1:100000 noch
bemerkbar. Beim Arbeiten mit Chlor in der Schule kann ein vollständiger
Schutz nicht immer gewährleistet werden, da das Gas schwerer als Luft
ist und unter Umständen auch aus dem Abzug herausfließt. So
trat bei mir immer eine Woche nach den Chlorversuchen in der Schule eine
Bronchitis auf. Daher ist von einer Durchführung der Demonstrationen
mit Chlor abzuraten, wenn die Sicherheitsvorkehrungen nicht hundertprozentig
erfüllt werden können.
Ein Gasentwickler
wird vor den Augen der Schüler im Abzug aufgebaut und dessen Funktionsweise
erklärt. In den Erlenmeyerkolben gibt man 3 gehäufte Löffel
Kaliumpermangant und setzt dann den Tropftrichter auf. Dieser wird mit
50ml konzentrierter Salzsäure gefüllt. Die seitliche Ableitung
ist mit einem Winkelrohr verbunden, das tief in einen Standzylinder taucht,
dessen Boden mit Quarzsand bedeckt ist. Nun öffnet man vorsichtig
den Hahn und lässt die Salzsäure langsam auf das Kaliumpermanganat
tropfen. Auf diese Weise füllt man drei Standzylinder mit Chlorgas
und deckt sie mit einer runden Glasscheibe ab. Die gefüllten Standzylinder
werden bei den folgenden Demonstrationen benötigt.
Beobachtungen:
Beim Auftropfen der Salzsäure auf
das Kaliumpermanganat entsteht ein gelbgrünes Gas, das sich im Standzylinder
sammelt. Das kurzzeitige Abheben der Glasplatte führt zu keinem nennenswertem
Gasverlust.
Theorie:
Bei der Reaktion von Salzsäure mit
Kaliumpermanganat entsteht Chlor in einer relativ komplizierten Reaktion:
2 KMnO4 + 16 HCl
-----> 5 Cl2 + 8 H2O +
2 MnCl2 + 2 KCl
Chlor ist sehr giftig, besitzt eine Dichte
von 3,214g/l und ist damit fast dreimal so schwer wie Luft.
Ergänzende Informationen:
Chlorgas wurde im 1. Weltkrieg erstmals
als Kampfgas eingesetzt. Der Nobelpreisträger Fritz Haber (1868-1934)
entwickelte eine Technik, bei der chlorgefüllte Stahlflaschen mit
Steigrohren an der französischen Front eingegraben wurden. Kam der
Wind von hinten, wurden die Flaschen geöffnet und das Chlor blies
in einer weißlichen bis gelbgrünen Wolke in Richtung der gegnerischen
Linien. Aufgrund seiner höheren Dichte kroch das Giftgas in die feindlichen
Schützengräben und richtete dort verheerende Wirkungen an. Fritz
Haber selbst begutachtete an der Front die Wirkung des Gasangriffes in
Ypern am 22. April 1915. Seine Frau Clara Immerwahr, ebenfalls eine bedeutende
Chemikerin, erschoss sich 10 Tage später. Ihr Selbstmord wird mit
den schrecklichen Folgen in Verbindung gebracht, die ihr Mann mit verschuldet
hatte.
"Der französische Brigadegeneral
Jean Henry Mordacq (...) ritt mit einigen Soldaten in Richtung Front. In
der Nähe des Ypernkanals bemerkten sie heftiges Ohrensausen sowie
ein Kratzen in der Kehle. Zunehmend traten auch Atembeschwerden auf. Als
dann selbst die Pferde bockten, ging es zu Fuß weiter. Am Kanal kamen
ihnen die ersten flüchtenden Soldaten entgegen, die ihre Waffen weggeworfen
hatten und mit weit geöffneten Uniformen wie Irrsinnige nach hinten
eilten. Sie schrien laut nach Wasser, spuckten Blut. Einige wälzten
sich am Boden und rangen vergeblich nach Luft. (nach: J.H. Mordacq: Le
Drame de l'Yser, Paris 1933, in: Dieter Martinetz, Der Gaskrieg 1914-1918,
Bonn 1996)
Über die Zahl der Toten und Verletzten
des ersten Gasangriffs der Geschichte existieren widersprüchliche
Angaben. Während manche Quellen von nur wenigen Toten berichteten,
gingen andere Schätzungen von bis zu 3000 Toten und 7000 Vergiftungsfällen
aus.
Demonstration
2: Bleichwirkung von Chlor
Man zeigt den Schülern eine Packung
Toilettenpapier oder Tempotaschentücher, die mit dem Aufdruck "chlorfrei
gebleicht" versehen sind. Die Schüler werden befragt, was der Aufdruck
bedeutet. Manche haben sich die Bedeutung vielleicht schon einmal überlegt.
Rohe, unbehandelte Holzfasern haben einen
bräunlichen bis gelblichen Farbton. Um ganz weißes Papier zu
erhalten, müssen die Holzfasern gebleicht werden. Wird dabei Chlor
verwendet, entstehen erhebliche Umweltprobleme (siehe >Chemie
im Haushalt). Bei chlorfrei gebleichtem Papier wird mit Sauerstoff
gebleicht, der beim Einsatz des harmloseren Wasserstoffperoxid
entsteht.
Zum Bleichen eines Farbstoffes hält
man ein gefärbtes Stück Stoff mit einer Tiegelzange in einen
mit Chlorgas gefüllten Standzylinder und vergleicht nach einiger Zeit
die Stoffproben. Das Eintauchen einer roten Blume (Rose, Nelke) bewirkt
den gleichen Effekt. Die Schüler erhalten das gebleichte Textilstück
und riechen daran. Dabei ist ein typischer Chlorgeruch wahrnehmbar, der
vom Schwimmbad her bekannt ist.
Theorie:
Das sehr reaktionsfreudige Chlor
zerstört die Farbstoffe. In seiner Reaktionsfähigkeit wird es
nur noch vom Fluor übertroffen.
Chlor reagiert mit vorhandener Feuchtigkeit zu Chlorwasserstoff
und atomarem Sauerstoff, der die Farbstoffe oxidiert:
Cl2 + H2O
-----> 2 HCl + O
Im Schwimmbad dient Chlor zur Entkeimung
des Wassers, da es Pilze und Bakterien abtötet. Es ist bereits in
Konzentrationen von 0,3mg pro Liter Wasser wahrnehmbar. Bereits diese Konzentration
kann zu Augen- und Schleimhautreizungen führen. Chloriertes Trinkwasser
enthält Chlor in noch geringeren Konzentrationen. Chlor ist ein wichtiges
Zwischenprodukt zur Herstellung zahlreicher Stoffe. Dazu gehören z.B.
Salzsäure und sämtliche Chloride
wie Eisenchlorid, Natriumchlorid
oder Silberchlorid. Die Grafik rechts
verdeutlicht die Bedeutung des Chlors in der chemischen Industrie:
Demonstration
3: Verdampfen von Brom
Hinweise:
Brom
(und vor allem seine Dämpfe) ist fast genauso giftig wie Chlor. Daher
gilt ebenfalls die höchste Sicherheitsstufe. Gelangt flüssiges
Brom auf die Haut, entstehen tiefe Verätzungen mit schwer heilenden
Wunden. Abzug, Schutzbrille und Schutzhandschuhe werden unbedingt empfohlen.
Eine besondere Gefahr für die Hände geht von den oft noch verwendeten
Doppelkappenflaschen aus, da sich dort verdampftes und wieder kondensiertes
Brom (Siedepunkt: 58,78°C) im äußeren Kappenrand sammeln
kann. Das Umfallen
einer mit Brom gefüllten Flasche im Fachraum hat schon öfters
zu größeren Chemieunfällen an den Schulen geführt.
Daher wird empfohlen, auf Brom an den Schulen ganz zu verzichten. Sie können
stattdessen auf die hier vorliegenden Videos zurückgreifen.
Durchführung:
Mit einer Sicherheitspipette werden ca.
1ml Brom aus der Flasche entnommen und in einen Standzylinder getropft.
Alternativ kann auch eine große Glaswanne verwendet werden.
Film:
Verdampfen von Brom
Klicken
Sie zum Abspielen des Films auf das Bild
Beobachtungen:
Langsam verdampft das flüssige Brom
schon bei Zimmertemperatur, wobei sich rotbraune Dämpfe im Gefäß
verbreiten.
Demonstration
4: Sublimieren und Resublimieren von Iod
Hinweise:
Iod
(und seine Dämpfe) ist in seiner Giftwirkung nicht ganz so gefährlich
wie Chlor und Brom, trotzdem sollten Ioddämpfe nicht eingeatmet werden.
Die Demonstration muss nicht unbedingt im Abzug durchgeführt werden.
Iod wirkt ebenfalls keimtötend und wird als Ersatzstoff zum Desinfizieren
von Schwimmbadwasser eingesetzt. Iodtinktur ist ein verschreibungspflichtiges
Desinfektionsmittel für Wunden.
Durchführung:
Zum Sublimieren von Iod verwendet man
einen Kühlfinger, den man aus einem Reagenzglas mit Seitenrohr herstellt
und in einen Rundkolben stellt, wobei die seitlichen Öffnungen mit
Glaswolle abgedichtet werden (vgl. Abbildung). Im Handel sind auch spezielle
Sublimationsapparaturen erhältlich.
Sublimieren
und Resublimieren von Iod an einem Kühlfinger
Beobachtungen:
Das feste Iod am Boden des Rundkolbens
verdampft, ohne vorher flüssig zu werden. Die violetten Ioddämpfe
resublimieren am Kühlfinger und nadelförmige Kristalle von festem
Iod scheiden sich daran ab.
Es gibt auch andere Stoffe, die sublimieren
und resublimieren, z.B. Trockeneis (festes
Kohlenstoffdioxid), Benzoesäure,
Campher oder Napthalin. Die Sublimation wird
im Labor als Trennmethode zur Reinigung von Stoffgemischen eingesetzt.
Demonstration
5: Reaktion von Chlor mit Natrium
Hinweise und vorbereitende Arbeiten:
Auch hier empfiehlt
es sich, diesen Versuch an Schulen nicht mehr live vorzuführen. Stattdessen
können Sie auf einen ausführlichen Video aus der CD-ROM "Experimente
auf Video" zurückgreifen (Bestellen der CD im >Internetshop).
Beachten Sie auch die Vorschriften beim Umgang mit Alkalimetallen!
Zur Herstellung eines Reagenzglases mit einem unten ausgeblasenen Loch
wird das Reagenzglas mit einem durchbohrten Stopfen verschlossen und mit
einer langen Glasröhre verbunden. Dann erhitzt man eine Stelle seitlich
in Bodennähe mit der nicht leuchtenden Flamme, bis das Glas erweicht.
Durch Blasen in die Röhre kann ein Loch erzeugt werden, das durch
vorsichtiges Schlagen auf die Unterlage erweitert wird. Zum Hineinhalten
des Reagenzglases in den Standzylinder während der Reaktion befestigt
man eine Drahtschlinge am oberen Ende. Im Laborhandel sind dafür auch
spezielle Halterungen käuflich.
Durchführung:
Ein erbsengroßes Stück Natrium
wird sorgfältig endrindet, mit einem Papierhandtuch getrocknet und
zu einer Kugel geformt. Das Natrium darf dabei nicht angefasst werden!
Die Kugel wird in das ausgeblasene Reagenzglas gegeben und von außen
mit der nicht leuchtenden Brennerflamme vorsichtig erhitzt, bis das Natrium
gelb aufglüht. Damit die Reaktion auch sicher anläuft, bläst
man noch vorsichtig durch das Loch kurz auf das Natrium und hält dann
das Reagenzglas in den mit Chlor gefüllten Standzylinder.
Film:
Reaktion von Natrium und Chlor
Klicken
Sie zum Abspielen des Films auf das Bild
Beobachtungen:
Das Natrium glüht gelb auf und verbrennt
unter hellen Feuererscheinungen und Rauchentwicklung. Dabei ist evt. auch
ein Knistern zu hören. Nach der Reaktion ist das Reagenzglas mit einem
weißen Belag beschlagen. Das Reagenzglas wird zerschlagen und die
Reste in ein neues Reagenzglas (30x200mm) mit Wasser gegeben. Nach der
Zugabe von Silbernitralösung entsteht eine weiße Ausfällung,
die Chlorid-Ionen nachweist.
Theorie und ergänzende Informationen:
Chlor reagiert mit Natrium in einer exothermen
Reaktion zu Natriumchlorid, das in
der Küche als Kochsalz bekannt ist:
2 Na + Cl2
-----> 2 NaCl DH
= -822 kJ/mol
Der Nachweis des Reaktionsproduktes beruht
auf einer Fällungsreaktion des Silbernitrats
mit dem Natriumchlorid (>genaue Versuchsbeschreibung):
AgNO3 + NaCl
-----> AgCl + NaNO3
Das dabei entstehende Silberchlorid (AgCl)
ist nicht mehr wasserlöslich und fällt als weißer Niederschlag
aus. Der Nachweis funktioniert bei allen Chloriden,
Bromiden und Iodiden.
Natriumchlorid
ist im Gegensatz zu den Ausgangsprodukten nicht nur ein völlig harmloser
Stoff, sondern stellt ein wichtiges Salz in der Nahrung des Menschen dar.
In der Natur kommt es als Mineral Halit (Steinsalz) vor und wird in Salzbergwerken
abgebaut.
Während man früher noch das
Salz in Bergwerken eigenhändig abbaute, gewinnt man es heute durch
Einpumpen von Wasser, wobei aus dem Berg eine salzhaltige Sole zurückfließt.
Aus dieser kann das Salz durch Verdunsten des Wassers gewonnen werden.
In südlichen Ländern gewinnt man das Salz in Salinen durch Trocknung
des Meerwassers.
Bei der Reaktion von Natrium mit Chlor
gibt ein Natriumatom sein einzelnes Valenzelektron
an die Außenschale eines Chloratoms ab. So bekommen beide Atome die
Edelgaskonfiguration,
wobei die Atome eine Ladung erhalten und Ionen
entstehen. Das Cl--Ion wird als
Chlorid-Ion bezeichnet und kennzeichnet die Chloride.
Die Ladungsunterschiede bewirken eine
Anziehungskraft zwischen den Ionen, so dass eine Ionenbindung
entsteht. Da die Ionen im Verhältnis 1: 1 vorkommen, bildet sich ein
regelmäßiges Ionengitter in würfelförmiger Anordnung.
Dies erklärt das Würfelwachstum eines Natriumchlorid-Kristalls
in der Natur. In der Natur existieren viele Minerale, die im kubischen
Kristallsystem Würfel ausbilden, doch nicht alle davon sind Halogenide.
Wird ein Kochsalzkristalll in Wasser gelöst,
bleiben die Ionen erhalten, sie schwimmen dann aber frei als Ladungsträger
in der Lösung. Daher leitet salzhaltiges Wasser den elektrischen Strom.
Theoretisch könnte man in destilliertem Wasser gefahrlos Baden, auch
wenn ein Fön hineinfällt. Aber schon ein Löffel Salz würde
dem Badespaß ein schnelles und jähes Ende bereiten.
Demonstration
6: Reaktion von Chlor mit Eisenwolle
Hinweis: Es empfiehlt
sich, diesen Versuch an Schulen nicht mehr live vorzuführen. Stattdessen
können Sie auf einen ausführlichen Video aus der CD-ROM "Experimente
auf Video" zurückgreifen (Bestellen der CD im >Internetshop).
Ein kleines Stück Eisenwolle wird
zu einem Zopf geformt und mit der Tiegelzange aufgenommen. Dann hält
man das untere Ende kurz in die Brennerflamme, so dass es an einem kleinen
Bereich zu glühen beginnt. Beim sofortigen Eintauchen der Eisenwolle
in einen mit Chlor gefüllten Standzylinder glüht das Eisen rot
auf, und eine braune Wolke steigt aus dem Standzylinder. Beim Herausziehen
der Reste fällt auf, dass die Eisenwolle größtenteils "verschwunden"
ist, während am Glasrand des Zylinders der rotbraune Beschlag erhalten
bleibt.
Film:
Reaktion von Eisen und Chlor
Klicken
Sie zum Abspielen des Films auf das Bild
Theorie:
Eisen reagiert mit Chlor in einer exothermen
Reaktion zu Eisen(III)-chlorid:
2 Fe + 3 Cl2
-----> 2 FeCl3 DH
= -392 kJ/mol
Das Reaktionsprodukt ist ein Salz, das
in der Elektronik zum Ätzen von Platinen verwendet wird.
Demonstration
7: Reaktion von Aluminium mit Brom
Hinweis: Es empfiehlt
sich, diesen Versuch an Schulen nicht mehr live vorzuführen. Stattdessen
können Sie auf einen ausführlichen Video aus der CD-ROM "Experimente
auf Video" zurückgreifen (Bestellen der CD im >Internetshop).
Beachten Sie die Sicherheitshinweise beim
Arbeitem mit Brom (siehe oben)! Zunächst
füllt man ein an einem Stativ befestigtes Reagenzglas (20x180mm) mit
Hilfe einer Sicherheitspipette 2cm hoch mit Brom und erwärmt das Brom
kurz mit dem Brenner. Ein 10x10cm großes Stück Aluminiumfolie
wird aufgerollt und mit einer Tiegelzange in das flüssige Brom geworfen.
Beobachtungen:
Nach einer Weile beginnt das Aluminium
mit dem Brom zu reagieren. Glühende Partikel spritzen wie bei einem
kleinen Feuerwerk heraus. Gibt man Wasser zu dem Reaktionsprodukt - sobald
alles verbleibende Bron verdampft ist - zersetzt sich das entstandene Aluminiumbromid
stürmisch.
Film:
Reaktion von Aluminium und Brom
Klicken
Sie zum Abspielen des Films auf das Bild
Theorie:
Brom reagiert mit dem Aluminium
in einer exothermen Reaktion zu Aluminiumbromid, das im Reinzustand glänzende,
farblose Blättchen bildet:
2 Al + 3 Br2
-----> 2 AlBr3
Demonstration
8: Reaktion von Magnesium mit Iod
Ein großes Reagenzglas (30x200mm)
wird quer in ein Stativ gespannt. Man legt einen winzigen, ca. 1mm großen
Flitter Iod an das Ende des Reagenzglases in der Nähe des Bodens und
gibt einen Spatel gepulvertes Magnesium
in die Mitte des Reagenzglases. Dann wird das Reagenzglas mit Glaswolle
verschlossen. Nun erhitzt man das Iod, so dass sich die Ioddämpfe
im ganzen Reganzglas ausbreiten. Schließlich wird das Magnesium kräftig
erhitzt, bis eine Reaktion des Magnesiums mit dem Iod auftritt.
Beobachtungen:
Nach dem Erhitzen des Magnesiums glüht
dieses hell auf und ein weißer Rauch entsteht. Wenn man die Mengen
richtig dosiert hat (es darf nur ganz wenig Iod genommen werden), verschwindet
die violette Farbe des Iods fast vollständig während der Reaktion.
Film:
Reaktion von Magnesium mit Iod
Klicken
Sie zum Abspielen des Films auf das Bild
Theorie:
Magnesium
reagiert mit Iod zu Magnesiumiodid:
Mg + I2 ----->
MgI2
Aufgrund der Versuchsreihe lassen sich
Verallgemeinerungen aufstellen. Immer wenn Halogene mit einem Metall reagieren,
entstehen die Salze der Halogene, die Fluoride, die Chloride,
die Bromide oder die Iodide. Die entstehenden Halogenide sind wasserlöslich
und bilden Ionengitter.
Demonstration
9: Eigenschaften der Halogenide
a) Ein würfelförmiger Halitkristall
wird gezeigt und den Schülern in die Hände gegeben. Sie sollen
den Finger befeuchten und den salzigen Geschmack des Kristalls testen.
b) In ein Becherglas gibt man 100ml destilliertes
Wasser und testet, ob das Wasser elektrisch leitfähig ist. Dann löst
man langsam einen ca. 1cm großen Kochsalzkristall im Wasser auf,
bis die Glühlampe eine Leitfähigkeit des Salzwassers anzeigt.
c) In einer Schülerübung kann
gezeigt werden, dass nicht nur die Halogenide, sondern auch andere Salze
beim Auskristallisieren Kristalle mit besonderen Formen annehmen (>Download
einer Arbeitsanleitung). Schöne Fotos können in der Mineraliengalerie
gezeigt werden. Je nach Kristallsystem
bilden sich die Formen. Die Farben von
Mineralien werden oft durch Fremdatome erreicht. Das Umkristallisieren
ist ein chemisches Arbeitsverfahren zur Reinigung von Stoffen.
d) Mit Silbernitratlösung
bilden die Halogenide einen weißen, schwer löslichen Niederschlag
von Silberhalogenid (>Versuchsbeschreibung).
e) Der Fluorit
ist ein bekanntes Mineral, das aus dem Stoff Calciumfluorid gebildet wird.
Fluorite zeigen oft eine deutliche Lumineszenz,
wenn Sie mit UV-Licht angestrahlt werden. Dies kann besonders schön
an den englischen Fluoriten beobachtet werden:
Manche Fluorite sind Chamäleons:
Sie erscheinen bei Kunstlicht grünlich und bei Tageslicht bläulich.
Ein Klassiker unter den wechselfarbenen Fluoriten sind die Steine aus der
Blanchard Mine in England. Manche der Stücke zeigen auch Thermolumineszenz,
d.h. sie strahlen Licht aus, wenn sie auf einer Herdplatte erhitzt werden.
Fluorid-Verbindungen werden auch oft zur
Fluoridierung von Lebensmitteln eingesetzt, z.B. für Trinkwasser oder
im Speisesalz. Das bei der Aufnahme der Nahrung frei werdende Fluor
in geringen Konzentrationen soll vor Karies an den Zähnen vorbeugen.
Die Anwendung ist allerdings in manchen Länder aufgrund möglicher
Gesundheitsschäden umstritten.