Demonstrationen: Alkalimetalle
 
 
Stoffe: 
Lithium, Natrium, Phenolphthaleinlösung, Pril
Geräte:
lange Pinzette, Papierhandtücher, Messer, Petrischale, 3 Kabel, 2 Krokoklemmen und Graphitelektroden, Netzgerät (12V) und passende Glühbirne, große runde Schale Durchmesser ca.20cm, Höhe ca. 8cm, Rundfilterpapier, Natriumsieb, Reagenzglas (20x180mm), Brenner
Alkalimetalle reagieren heftig mit Wasser unter Bildung leicht entzündlicher Gase. Es darf daher nur mit erbsengroßen Stücken gearbeitet werden. Schutzbrille tragen! Pinzette verwenden! Schutzscheibe aufstellen! Die Natriumbestände im Labor sind jährlich zu prüfen und zu erneuern. Der Autor empfiehlt, Experimente mit Kalium und Caesium an Schulen gar nicht mehr durchzuführen! 
 
Inhalt:
Didaktische Bemerkungen
Demonstration 1: Alkalimetalle in einer Flasche
Demonstration 2: Eigenschaften des Natriums
Demonstration 3: Eigenschaften des Lithiums
Demonstration 4: Eigenschaften des Kaliums
Demonstration 5: Eigenschaften von Caesium und Rubidium
Demonstration 6: Reaktionsprodukte bei der Reaktion von Natrium und Wasser
Ergänzende Informationen
 

Didaktische Bemerkungen:
Die Experimente mit den Alkalimetallen - als Elementfamilie der I. Hauptgruppe im PSE - verdeutlichen in hohem Maße Verwandtschaften und Ordnungskriterien im PSE. Innerhalb der Familie treten ähnliche Stoffeigenschaften auf, die aber von Element zu Element variieren. Bei den Demonstrationen werden die Alkalimetalle miteinander verglichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.
 
 
Demonstration 1: Alkalimetalle in einer Flasche
 
Zunächst zeigt man die zwei in der Schule gebräuchlichen Alkalimetalle Lithium und Natrium in der Chemikalienflasche. Vom Kalium kann ergänzend dazu eine Folie gezeigt werden (siehe Bild unten). Es sollten frische Alkalimetallstücke - möglichst ohne Kruste - verwendet werden. Die Schüler sehen, dass die teilweise glänzenden Metalle in einer Flüssigkeit aufbewahrt werden und äußern Vermutungen über den Grund. Vorerst wird aber nicht verraten, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Das Lithium schwimmt auf der Flüssigkeit, während Natrium (und Kalium) untergetaucht sind.
 

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Lithium: Bild vergrößern
Natrium: Bild vergrößern
Kalium: Bild vergrößern
 
 
Demonstration 2: Eigenschaften des Natriums
 
a) Nun holt man mit einer langen Pinzette ein Stück Natrium aus der Flasche und legt es auf ein Filterpapier, das in einer Petrischale liegt. Mit einem trockenen Papierhandtuch wird das weiche Natriumstück von der Feuchtigkeit befreit, mit einem Messer durchschnitten und die frische Schnittfläche in einer Petrischale liegend den Schülern gezeigt. Die Schnittflächen glänzen für ein paar Sekunden und laufen dann an der Luft relativ schnell an.
 
 Film: Natrium zerschneiden
(Kamera: Erik Schilling)
 
Schneiden und Anlaufen von Natrium
 
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b) Dass das Metallstück Strom leitet, lässt sich mit zwei Graphitelektroden und einer Messvorrichtung mit Kabel, Glühlampe und Netztrafo zeigen.
 
c) Ein erbsengroßes Stück Natrium wird sorgfältig entrindet (falls eine Rinde vorhanden ist) und mit einem Papierhandtuch getrocknet. Dann füllt man eine runde, hohe Schale zur Hälfte mit Wasser und gibt noch einen Spritzer neutral reagierendes Geschirrspülmittel hinzu (z.B. "Pril", damit das herumsausende Natrium nicht an der Wand festhaftet). Das erbsengroße Natriumstück wird mit der Pinzette auf die Wasseroberfläche gelegt. Das Natriumstück beginnt zu zischen und formt sich zu einer glänzenden Kugel, die dann auf der Wasseroberfläche herumflitzt. Gelegentlich explodiert das Natrium, was vor allem am Ende der Reaktion vorkommen kann.
 
 Film: Natrium reagiert mit Wasser
 
Natrium reagiert mit Wasser
 
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d) Spätestens jetzt merken die Schüler, dass es sich bei der Schutzflüssigkeit nicht um Wasser handeln kann. Dass die Reaktion von Natrium und Wasser recht gefährlich sein kann, lässt sich zeigen, wenn man das entrindete Natriumstück zuerst auf ein Filterpapier legt und dieses dann auf dem Wasser schwimmen lässt. Die Gefahr einer Explosion besteht immer dann, wenn das Natrium sich nicht bewegen kann oder der freiwerdende Wasserstoff eingeschlossen wird.
 
 Film: Natrium auf Filterpapier reagiert mit Wasser
 
Ein Filterpapier blockiert die Bewegung des reagierenden Natriums
 
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Die Demonstration wird besonders eindrücklich wahrgenommen, wenn man dazu eine Geschichte erzählt, z.B.: Vor der Durchführung von solchen Experimenten muss eindrücklich gewarnt werden. Zur Demonstration verfilmte ich ein gefährliches Experiment, das nicht nachgeahmt werden darf: In einen mit Wasser gefüllten Metalleimer warf ich ein tischtennisballgroßes Stück Natrium, das seit über fünfzig Jahren im Schullabor aufbewahrt wurde und völlig verkrustet war:
 
 Film: Altes Natrium reagiert mit Wasser
 
Altes Natrium reagiert explosionsartig mit Wasser
 
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Das Natrium explodierte in einer gewaltigen Explosion, wobei eine 20 Meter hohe Rauchwolke aufstieg. In dem Film hören Sie noch das Erstaunen der Putzfrau unserer Schule, die die Demonstration mit beobachtete. Verkrustetes Natrium und vor allem auch verkrustetes Kalium dürfen nicht aufbewahrt werden und sind sofort sachgemäß zu entsorgen.
 
 
Demonstration 3: Eigenschaften des Lithiums
 
a) Die Demonstrationen mit Lithium erfolgen in der Reihenfolge wie beim Natrium: Zuerst holt man mit der Pinzette ein Stück Lithium aus der Flasche und versucht es zu zerschneiden. Dabei wird verdeutlicht, dass wesentlich mehr Kraftaufwand notwendig ist. Der Glanz auf der Schnittfläche bleibt wesentlich länger erhalten.
 
b) Auch Lithium leitet den elektrischen Strom.
 
c) Ein erbsengroßes Stück Lithium wird in eine mit Wasser gefüllte Schale gegeben. Während der Reaktion ist deutlich eine Gasentwicklung sichtbar.
 

Filme: Eigenschaften des Lithiums
 
Schneiden eines Lithiumstücks Lithium reagiert mit Wasser
 
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Demonstration 4: Eigenschaften des Kaliums
 
Achtung: Experimente mit Kalium sollten nach einer Empfehlung des Autors an Schulen nicht mehr durchgeführt werden. Altes Kalium mit Rinden neigt gelegentlich zur Explosion und hat schon zu schweren Unfällen geführt. Stattdessen bietet es sich an, die vorliegenden Videos einzusetzen:
 
Video 1: Beim Zerschneiden eines Kaliumstückes fährt das Messer wie durch Butter. Die frischen Schnittflächen glänzen nur ganz kurz und oxidieren sofort.

Video 2: Ein erbsengroßes Stück Kalium wird mit Pinzette und Messer sorgfältig entrindet und auf einem Papierhandtuch getrocknet. Das Stück wird in eine zur Hälfte mit Wasser gefüllte große Schale gegeben. Sofort fängt das Kalium Feuer und verbrennt in einer sehr lebhaften Reaktion mit violetter Flamme. Gelegentlich explodiert es zum Schluss.
 

Filme: Eigenschaften des Kaliums
 
Schneiden und Anlaufen von Kalium Kalium reagiert mit Wasser
 
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Hinweis: Auf der im Internetshop erhältlichen CD-ROM "Experimente auf Video" finden Sie Videos mit Kalium in hoher Auflösung und mit längeren Fassungen. Dort wird beispielsweise gezeigt, wie ein 3x3cm großes Stück Kalium durchschnitten wird und wie Kalium mit Wasser reagiert.
 
 
Demonstration 5: Eigenschaften von Caesium und Rubidium
 
Caesium und Rubidium werden aufgrund ihrer Reaktionsfähigkeit mit Luft in Ampullen eingeschmolzen. Daher ist vor einem Öffnen der käuflichen Ampullen abzuraten. Es kann aber gezeigt werden, dass das Caesium bereits mit Handwärme schmilzt. Faszinierend ist auch die goldgelbe Farbe des Alkalimetalls.
 
 Film: Caesium schmilzt bei Handwärme
 
Caesium schmilzt von der Handwärme
 
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Beim Öffnen der Ampullen würden die Metalle bereits an der Luft reagieren oder gar verbrennen. Die Ampullen enthalten als Füllung ein Schutzgas wie Stickstoff oder Argon. Aufgrund der Risiken sollte überlegt werden, ob man auf eine Anschaffung nicht ganz verzichtet und stattdessen Bilder oder Filme zeigt:
 

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Caesium in Ampulle: Bild vergrößern
Rubidium in Ampulle: Bild vergrößern
 
 
Demonstration 6: Reaktionsprodukte (Natrium und Wasser)

Die Demonstration 2c wird wiederholt, allerdings unter einer anderen Zielstellung. Es ist unbedingt eine Schutzbrille und Gesichtsschutz zu tragen. Die Zuschauer werden durch eine Schutzscheibe geschützt! Gelegentlich neigt das Natrium zur Explosion. Bei dieser Explosion könnte die Schale zerstört werden. Es soll nur gerade soviel Natrium eingesetzt werden, dass das Reagenzglas durch das entstehende Gas mindestens zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt wird. Der Versuch darf nur von erfahrenen Experimentatoren durchgeführt werden. Die selten auftretende Explosion tritt vermutlich durch eine Selbstzündung des Wasserstoffs auf, sobald er mit verdampftem Paraffinöl vermischt wird. Daher ist das vollständige Entfernen des Öls besonders wichtig. Das im Laborbedarf erhältliche Natriumsieb ist für diese Demonstration vorgesehen.
 
Ein sorgfältig entrindetes und getrocknetes, und sehr kleines, kaum erbsengroßes Stück Natrium (Größe ca. 3x3mm) wird in ein Natriumsieb gelegt. Nach dem Befüllen der großen Schale mit Wasser gibt man ca. 10 Tropfen Phenolphthaleinlösung hinzu und rührt gut um. Zuvor kann gezeigt werden, dass die Reagenz mit Laugen eine Pinkfärbung zeigt.
 

 
Nun füllt man ein Reagenzglas (20x180mm) mit Wasser und verschließt es mit dem Daumen. Das Reagenzglas wird unter Wasser getaucht und erst dann geöffnet. Nach dem Eintauchen des Natriumsiebs fängt man das entstehende Gas pneumatisch im Reagenzglas auf. Nach dem Ende der Reaktion führt man eine Knallgasprobe durch und verweist auf die rote Farbe in der Schale. Die Schüler versuchen selbst, eine Reaktionsgleichung zu formulieren.
 
Erklärungen:
Das Natrium reagiert mit dem Wasser in einer exothermen Reaktion zu Wasserstoff und einer Lauge. Der Wasserstoff lässt sich mit der Knallgasprobe nachweisen, die Lauge (Natronlauge) durch die Rotfärbung des Phenolphthaleins:
 
2 Na  +  2H2O  ----->  2 NaOH  +  H2   DH = -282 kJ/mol

Variationen:
Die Laugenbildung bei der Reaktion von Alkalimetallen mit Wasser lässt sich auch schön zeigen, wenn man kleine Stücke von Natrium oder Lithium in eine auf einem Overheadprojektor stehende Schale mit Wasser wirft, die zuvor mit einem Indikator versetzt wurde.
 

Ergänzende Informationen:
Der Name der Alkalimetalle leitet sich vom arabischen Wort "al kali" ab, welches das in der Pflanzenasche enthaltene Kaliumcarbonat bezeichnet. Dieses bildet mit Wasser eine Lauge. Sir Humphry Davy stellte im Jahre 1807 erstmals das Element Kalium durch eine Schmelzflusselektrolyse aus Kaliumhydroxid dar. Letzteres gewann er aus Kaliumcarbonat.
 
Alle Elemente der Gruppe (Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Cäsium und Francium) reagieren heftig mit Wasser unter Wasserstoff- und Laugenbildung. Sie sind relativ weich und leiten den elektrischen Strom. Mit absteigender Reihenfolge im PSE nimmt die Reaktionsfähigkeit und die Dichte zu. Schmelzpunkt und Härte nehmen tendenziell ab. Lithium, Kalium und Natrium sind die Elemente mit der geringsten Dichte, Caesium und Rubidium die Elemente mit der geringsten Härte.
 
 

Name
Symbol
Schmelzpunkt
(°C)
Dichte
(g/cm³)
Härte
(Mohs)
Elektronegativität
(Pauling)
elektr. Leitfähigk.
(bez. auf Silber)
Lithium
Li
180,54
0,534
0,6
0,98
18,59%
Natrium
Na
97,81
0,971
0,5
0,93
34,18%
Kalium
K
63,25
0,862
0,4
0,82
20,90%
Rubidium
Rb
38,89
1,530
0,3
0,82
12,72%
Caesium
Cs
28,40
1,878
0,2
0,79
7,95%
 
 
Die hohe Reaktionsfähigkeit der Alkalimetalle erklärt sich in dem einzigen Valenzelektron in der äußersten Elektronenschale. Dieses kann leicht abgegeben werden. Die Atome der Alkalimetalle besitzen eine sehr niedrige Elektronegativität. Alkalimetalle treten daher generell einwertig auf.

Bringt man eine Lithium- oder eine Natriumverbindung in eine Flamme, kommt es zu einer typischen Flammenfärbung (>Schülerübung). Die Lithium- oder Natriumatome senden dabei Licht von ganz bestimmter Wellenlänge aus.
 

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Zur Erklärung des Phänomens wird die Funktionsweise eines Spektroskops erläutert: Sendet man weißes Sonnenlicht durch ein Prisma, erscheinen die Farben des Regenbogens. Das Sonnenlicht wird durch das Prisma in seine verschiedenen Lichtwellenanteile zerlegt (vgl. >Licht) und man erhält ein kontinuierliches Spektrum. Der hierbei sichtbare Bereich des Lichts wird auch als optisches Spektrum bezeichnet. Bei den Flammenfärbungen durch die Alkalimetalle wird nur ein bestimmter Ausschnitt aus dem optischen Spektrum ausgestrahlt. Dieser Ausschnitt heißt Linienspektrum und ist für jedes Element, bzw. jede Atomsorte typisch.
 
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Mit Hilfe eines Spektroskops lassen sich die Linienspektren erkennen. Auf diese Art und Weise entdeckten Robert Wilhelm Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff im Jahre 1861 bei spektralanalytischen Untersuchungen des Minerals Lepidolith anhand der bis dahin noch nicht bekannten Linienspektren die Elemente Rubidium und Caesium.
 

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Natriumdampflampe
 
Die Natriumdampflampen, wie sie bei Straßenbeleuchtungen an Fußgängerübergängen eingesetzt werden, enthalten neben Edelgasen festes Natrium, das bei der Zündung der Lampe verdampft. Das gelbe Licht (Wellenlänge 589nm) wird vom menschlichen Auge als besonders hell wahrgenommen.

 
Copyright: T. Seilnacht