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Das
Schalenmodell
Ionisierungsenergie
Mit der Ordnungszahl steigen
tendenziell (nicht regelmäßig!) die Atomradien der Elemente.
Der Atomradius ist eine aus den Abständen zwischen den Atomkernen
abgeleitete Größe, die allerdings nur bedingt über die
tatsächliche Größe eines Atoms Aufschluss gibt. Interessanter
erscheinen die Gesetzmäßigkeiten im Hinblick auf die Ionisierungsenergie:
Darunter versteht man die Arbeit, die man aufwenden muss, um ein Elektron
ganz aus dem Atom zu entfernen. Bei den Edelgasen
lassen sich die Elektronen nur schwer entfernen. Es muss sehr viel Energie
aufgewendet werden. Die Alkalimetalle
können ihr einzelnes Außenelektron leicht abgegeben, die aufgewendete
Ionisierungsenergie dafür ist relativ gering. Die aufgewendete Energie
zur Ablösung des 2. Elektrons nennt man 2. Ionisierungsernergie, beim
3. Elektron 3. Ionisierungsenergie:
Elemente
mit der höchsten Ionisierungsenergie
(eV)
gerundet
auf zwei Stellen nach dem Komma
|
Stellung
|
Name
|
1.
|
2.
|
3.
|
|
1
|
Helium
|
24,59
|
54,42
|
-
|
|
2
|
Neon
|
21,56
|
40,96
|
63,45
|
|
3
|
Fluor
|
17,42
|
34,97
|
62,71
|
|
4
|
Argon
|
15,76
|
27,63
|
40,74
|
|
5
|
Stickstoff
|
14,53
|
29,60
|
47,45
|
|
6
|
Krypton
|
14,00
|
24,36
|
36,95
|
|
7
|
Sauerstoff
|
13,62
|
35,12
|
54,94
|
|
8
|
Wasserstoff
|
13,60
|
-
|
-
|
|
9
|
Chlor
|
12,97
|
23,81
|
39,61
|
|
10
|
Xenon
|
12,13
|
20,98
|
32,12
|
Elemente
mit der niedrigsten Ionisierungsenergie
(eV)
gerundet
auf zwei Stellen nach dem Komma
|
Stellung
|
Name
|
1.
|
2.
|
3.
|
|
1
|
Caesium
|
3,89
|
23,16
|
-
|
|
2
|
Francium
|
4,07
|
-
|
-
|
|
3
|
Rubidium
|
4,18
|
27,29
|
40,00
|
|
4
|
Kalium
|
4,34
|
31,63
|
45,81
|
|
5
|
Lawrencium
|
4,90
|
-
|
-
|
|
6
|
Natrium
|
5,14
|
47,29
|
71,62
|
|
7
|
Actinium
|
5,17
|
11,75
|
-
|
|
8
|
Barium
|
5,21
|
10,00
|
-
|
|
9
|
Radium
|
5,28
|
10,15
|
-
|
|
10
|
Lithium
|
5,39
|
75,64
|
122,45
|
Bei Elementen mit steigender
Ordnungszahl wird weniger Energie zur Ablösung der Elektronen benötigt,
weil die Atomradien zunehmen und die äußersten Elektronen aufgrund
des steigenden Abstandes vom Atomkern nicht mehr so stark vom Kern angezogen
werden.
Verteilung der
Elektronen in Orbitalen nach Energieniveaus
Immer zwei Elektronen
eines Atoms halten sich in einem sogenannten Orbital auf. Gemeint
ist der wahrscheinliche Aufenthaltsbereich der beiden Elektronen. Das Orbital
wird durch den Kasten, die Elektronen werden durch die Pfeile dargestellt.
Jedem Orbital sind nach dem Pauli-Prinzip zwei Elektronen zugeordnet,
die sich im Hinblick auf ihre sogenannte Spinquantenzahl unterscheiden
(durch die unterschiedliche Richtung der Pfeile angedeutet).
s-Orbital
Die Orbitale werden nach
ihrem Energieniveau unterschieden. Sind beispielsweise drei Orbitale auf
dem gleichen Energieniveau, dann nennt man sie p-Orbitale:
p-Orbitale
-
Ein s-Orbital hat keine anderen
Orbitale auf seinem Energieniveau, es enthält maximal 2 Elektronen.
-
3 Orbitale mit gleichem Niveau
nennt man p-Orbitale, sie enthalten maximal 6 Elektronen.
-
5 Orbitale mit gleichem Niveau
nennt man d-Orbitale, sie enthalten maximal 10 Elektronen.
-
7 Orbitale mit gleichem Niveau
nennt man f-Orbitale, sie enthalten maximal 14 Elektronen.
Je weiter man in der Tabelle
nach rechts geht, umso höher ist das Energieniveau eines Orbitals:
|
P.
|
Orbitale |
1s
|
2s
2p
|
3s
3p
|
4s
3d 4p
|
5s
4d 5p
|
6s
4f 5d 6p
|
7s
5f 6d 7p
|
|
1
|
Helium
[He] |
2
|
|
|
|
|
|
|
|
2
|
Neon
[Ne] |
2
|
2
6
|
|
|
|
|
|
|
3
|
Argon
[Ar] |
2
|
2
6
|
2
6
|
|
|
|
|
|
4
|
Krypton
[Kr] |
2
|
2
6
|
2
6
|
2
10 6
|
|
|
|
|
5
|
Xenon
[Xe] |
2
|
2
6
|
2
6
|
2
10 6
|
2
10 6
|
|
|
|
6
|
Radon
[Rn] |
2
|
2
6
|
2
6
|
2
10 6
|
2
10 6
|
2
14 10 6
|
|
|
7
|
Ununoctium |
2
|
2 6
|
2 6
|
2 10
6
|
2 10
6
|
2 14
10 6
|
2 14
10 6
|
Die Orbitale innerhalb
eines Energieniveaus werden normalerweise der Reihe nach zuerst nur einfach
besetzt, erst dann erfolgt eine Doppelbelegung (Hundsche Regel).
Beim Stickstoff (7 Elektronen) sind beispielsweise die 2p-Orbitale jeweils
mit nur einem Elektron besetzt:
Stickstoff-Atom
Stehen die Energieniveaus
verschiedener Orbitale sehr nahe beieinander, dann kann die Besetzung auch
atypisch erfolgen, beispielsweise bei den Übergangselementen, den
Lanthanoiden und den Actinoiden.
Verteilung der
Elektronen in Schalen
Die Elektronen in einem
Atom sind von innen nach außen in sogenannten Schalen verteilt:
-
In der 1. Schale (K-Schale)
sind maximal 2 Elektronen untergebracht (1s)
-
In der 2. Schale (L-Schale)
sind maximal 8 Elektronen untergebracht (2s und 2p)
-
In der 3. Schale (M-Schale)
sind maximal 18 Elektronen untergebracht (3s, 3p und 3d)
-
In der 4. Schale (N-Schale)
sind maximal 32 Elektronen untergebracht (4s, 4p, 4d und 4f)
-
usw.
Das Periodensystem ist in
Perioden (waagerecht) und in Gruppen
(senkrecht) eingeteilt. Eine Periode beginnt mit einem Alkalimetall (Ausnahme
Wasserstoff) und endet mit einem Edelgas. In der 1. Periode ist die 1.
Schale von Elektronen besetzt, in der 2. Periode sind die ersten beiden
Schalen von Elektronen besetzt, in der 3. Periode die ersten 3 Schalen,
usw.. Ab der 4. Periode ist die äußerste Schale - also die 4.
Schale nicht mehr voll besetzt, die Vollbesetzung erfolgt erst in der 5.
Periode.
Bei den Edelgasen sind
innerhalb einer Periode immer die s- und p-Orbitale der äußersten
Schale voll besetzt (Ausnahme: Beim Helium ist das 1s-Orbital der 1. Schale
voll besetzt). Beim Krypton in der 4. Periode sind beispielsweise das 4s-
und die drei 4p-Orbitale (der 4. Schale) voll besetzt. Es liegt dann eine
stabile Edelgaskonfiguration vor. Für einen solchen Fall muss
eine sehr hohe Ionisierungsenergie aufgewendet werden, um Elektronen zu
entfernen. Daher sind Edelgase chemisch sehr stabil und gehen nur sehr
ungern chemische Bindungen ein.
Die äußerste
Schale (innerhalb einer Periode) wird als Valenzschale bezeichnet.
Diese ist bei chemischen Bindungen maßgebend (sofern sie nicht gerade
wie bei den Edelgasen voll besetzt ist). Die Valenzschale des Stickstoff-Atoms
ist beispielsweise mit 5 Elektronen besetzt. Die Elektronen der Valenzschale
nennt man auch Valenzelektronen.
Die Elektronen der Valenzschale
sind für chemische Bindungen maßgebend, beispielsweise bei der
Elektronenpaarbindung. Bei den Hauptgruppen gilt:
Atome, bei denen die Valenzschale gleichartig besetzt ist, stehen im Periodensystem
untereinander in einer Gruppe. Sie ähneln sich dann in ihren chemischen
Eigenschaften.
Siehe auch: Das
Schalenmodell als vereinfachtes didaktisches Modell (Powerpointpräsentation)