
Allerdings darf das Lösungsmittel
nicht vollständig verdampfen, sondern es wird nach einer Weile durch
Dekantieren oder Filtrieren
abgetrennt. Zur Herstellung eines ganz reinen Stoffes wiederholt man den
Vorgang des Umkristallisierens in der Regel mehrfach. Die gereinigten Kristalle
werden durch Trocknen vom Lösungsmittel
getrennt. Die Reinheit kann man dann durch eine Schmelzpunktbestimmung
abschätzen.
Salze, die
sich in ihrer Löslichkeit stark unterscheiden, können in einer
fraktionierten Kristallisation voneinander getrennt werden. Beim
Abkühlen der Lösung scheidet sich dann zuerst das am schlechtesten
lösliche Salz aus, so dass es von den übrigen noch gelösten
Salzen abgetrennt werden kann.
Beim Ausfällen
wird eine unerwünschte Verunreinigung durch Zugabe einer geeigneten
Reagenz ausgefällt. Das Ausfällen beruht auf einer chemischen
Reaktion. Ist Wasser beispielsweise mit Chlorid-Ionen verunreinigt,
fällt bei der Zugabe von Silbernitratlösung
schwer lösliches Silberchlorid (AgCl) aus, das durch Filtration
leicht von der Lösung abgetrennt werden kann:
AgNO3 + KCl ----->
AgCl + KNO3
Beim Umfällen
führt man einen schwer löslichen Stoff durch chemische Reaktion
mit einem anderen Stoff in eine lösliche Verbindung über und
fällt diese Verbindung mit einem Fällungsmittel wieder aus. Beispiel:
Die schwer lösliche Benzoesäure
wird mit Natriumhydroxidlösung
(Natronlauge) zu dem löslichen Natriumsalz Natriumbenzoat umgewandelt.
Die Verunreinigungen bleiben nach dem Filtrieren im Rückstand zurück.
Durch Neutralisation und durch Zugabe
von Salzsäure fällt die schwer
lösliche Benzoesäure wieder aus. Nach erneutem Filtrieren und
nachfolgendem Trocknen erhält man dann
die gereinigte Benzoesäure.
Benzoesäure (unlöslich) + NaOH
-----> Natriumbenzoat (löslich) + H2O
Natriumbenzoat (löslich) + HCl ----->
Benzoesäure (unlöslich) + NaCl
| Copyright: T. Seilnacht |