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| Eigenschaften:
Reines Iod bildet schwarzgraue, metallisch glänzende Blättchen, die schon bei Raumtemperatur zu gasförmigem Iod sublimieren. Iod bildet wie alle anderen Halogene zweiatomige Moleküle (I2). Vom festen Iod sind drei Modifikationen bekannt (amorph, orthorhombisch und monoklin). Beim Erhitzen an der Luft bilden sich violette Ioddämpfe, die Augen und Schleimhäute stark reizen. Beim langsamen Erhitzen in einem geschlossenen Gefäß schmilzt Iod zu einer dunkelbraunen Flüssigkeit, die den elektrischen Strom leitet. Iod wirkt sehr stark keimtötend und wird daher zusammen mit Kaliumiodid und Ethanol als Desinfektionsmittel verwendet ("Iodwasser"). Im Wasser löst sich Iod nur in einer Konzentration von 0,3g/l. In wässrigen Iodidlösungen löst es sich dagegen sehr gut mit brauner Farbe. Iod-Kaliumiodidlösung bildet mit Stärke eine typische Blaufärbung (Stärkenachweis). In organischen Lösungsmitteln wie Ethanol, Glycerin, Ether und Aceton löst es sich mit brauner Farbe, in Benzol und Toluol mit roter Farbe, in Schwefelkohlenstoff, Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff mit violetter Farbe. Im Gegensatz zu Fluor, Chlor oder Brom ist Iod nicht so reaktionsfähig. Mit Magnesium, Zink und und anderen Metallen reagiert es bei erhöhter Temperatur lebhaft unter Bildung der entsprechenden Iodide. Mit organischen Stoffen entstehen Iodverbindungen. |
| Vorkommen:
Mit einem Massenanteil von 0,000006 % steht das Iod an 70. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdhülle und ist daher ein sehr seltenes Element. Iod tritt nie elementar auf. Iodverbindungen finden sich in geringen Konzentrationen in allen Gesteinen, Böden, Seen, Mineralquellen, Meeren und sogar in der Luft. Im menschlichen Körper speichern die Schilddrüsen Iodverbindungen, die zur Produktion der Schilddrüsenhormone lebensnotwendig sind. Bei Iodmangel vergrößert sich die Schilddrüse, wobei ein Kropf entsteht. Die industrielle Gewinnung von Iod erfolgt in Südamerika aus den riesigen Chilesalpeter-Lagerstätten und in Frankreich, Schottland, USA und Russland aus Seetang, der an den Meeresküsten geerntet wird. |
| Geschichtliches:
Der französische Chemiker Bernard Courtois (1777-1838) entdeckte das Element im Jahre 1811 bei der Herstellung einer Lauge, die er aus der Asche von Seetang gewann. Versetzte er die Lauge mit Schwefelsäure, stiegen beim Erwärmen violette Ioddämpfe auf, die an gekühlten Wänden zu grauschwarz glänzenden Kristallen sublimierten. Sir H. Davy und Joseph Louis Gay-Lussac erkannten etwas später den Elementcharakter des Iods. Sie gaben dem Element seinen Namen nach dem griechischen Wort ioeidés ("violett", "veilchenartig"). Das chemische Symbol I schlug J.J.Berzelius im Jahre 1814 vor. |
| Herstellung:
Bei der Herstellung von Iod aus Chilesalpeter (Natriumnitrat) werden die Verunreinigungen zunächst mit heißem Wasser ausgelaugt und das Natriumnitrat auskristallisiert. Die dabei entstehende Lauge enthält bis zu 4g/l Natriumiodat. Man lässt sie in hohen Türmen herabrieseln und bringt sie dabei in Kontakt mit Schwefeldioxid. Dabei fällt elementares Iod aus: 2 NaIO3 + 4 H2O + SO2 -----> Na2SO4 + 4 H2SO4 + I2 Das noch verunreinigte Iod sammelt sich am Boden und wird anschließend durch Sublimation gereinigt. Nach einer älteren Methode gewinnt man das Iod durch eine Extraktion aus der Asche von Meerespflanzen. Die Tange werden gesammelt und verbrannt, so dass man eine Asche mit Iodsalzen (z.B. Kaliumiodid) erhält. Nach einem neueren Verfahren gewinnt man das Iod aus Salzsolen, die bei der Erdöl- und Erdgasverarbeitung anfallen. Die darin enthaltenen Iodide werden durch Chlor freigesetzt: 2 NaI + Cl2 -----> I2 + 2 NaCl |
| Verwendung:
Elementares Iod und seine Verbindungen dienen zur Herstellung von Desinfektionsmitteln ("Iodtinktur"), ferner für Schilddrüsenmedikamente, als Röntgenkontrastmittel oder zur Entkeimung von Wasser in Schwimmbädern. Im iodierten Speisesalz werden Iodsalze wie Natrium- oder Kaliumiodat zugesetzt, die in iodarmen Gebirgsgegenden der Kropfbildung entgegenwirken. Bei radioaktiven Unfällen und Verseuchungen ist die Einnahme von Kaliumiodid-Tabletten vorgesehen, die die Aufnahme der radioaktiven Iod-Isotope I-131 (Halbwertszeit 8 Tage), I-123 (HWZ 13 Stunden) und I-128 (HWZ 25 Minuten) verhindern sollen. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |