|
|
| Name des Stoffes | tödliche Dosis bei 50 kg Gewicht |
| reiner Alkohol 100 % | 150 g |
| Formaldehydlösung | 10 g |
| Quecksilberchlorid | 0,2 g |
| Arsenik (Arsentrioxid) | 0,1 g |
| Nicotin (Zigarettenextrakt) | 0,05 g (in 5 Zigaretten enthalten) |
| Cyankali (Kaliumcyanid) | 0,05 g |
| Strychnin | 0,02g (Einsatz als Rattengift) |
| Amanitin (Knollenblätterpilz) | 0,005g = 5mg (5 Tausendstel Gramm) |
| Aconitin (Blauer Eisenhut) | 0,004g = 4mg |
| Ricin (Eiweiß aus den Samen der Ricinusstaude) | 0,000 3g = 0,3mg |
| Dioxin (TCDD) | 0,000 06g = 0,06mg (60 Millionstel Gramm) |
| Schlangengift der Kobra | 0,000 015g = 0,015mg (15 Millionstel Gramm) |
| Botulinustoxin (Bakteriengift) | 0,000 000 001 5g (= 1,5 Milliardstel Gramm) |

| Name des Stoffes | MAK-Wert |
| Kohlenstoffdioxid | 5000 ppm |
| Alkoholdämpfe | 1000 ppm |
| Kohlenstoffmonoxid | 30 ppm |
| Salzsäuredämpfe | 5 ppm |
| Schwefeldioxid | 2 ppm |
| Formaldehyd | 0,5 ppm |
| Chlor | 0,5 ppm |
| Ozon | 0,1 ppm |
| Quecksilberdämpfe | 0,01 ppm |
Manchmal verwechseln Pilzsucher einen Knollenblätterpilz
mit einem essbaren Champignon. Ein einziger Knollenblätterpilz kann
bereits tödlich wirken, in Deutschland sterben jährlich zwischen
40 und 60 Personen an den Folgen einer Pilzvergiftung! Als eine der giftigsten
Pflanzen Europas gilt jedoch der Blaue Eisenhut, dessen Alkaloid Aconitin
schon in einer Dosis von 5mg (= 5 Tausendstel Gramm) tödlich wirkt.
Sehr gefährlich ist auch das Gift Taxin in den Nadeln der Eibe.
Spinnen setzen ebenfalls Gifte zum Beutefang
ein. Eine der gefährlichsten Spinnen ist die in Nord- und Südamerika
beheimatete Schwarze Witwe, deren Biss tödlich wirken kann. Die Spinnen
in Europa, wie die Kreuzspinne oder die italienische Tarantel sind absolut
harmlos. Dies gilt auch für die manchmal in Bananenkisten verirrten
Vogelspinnen.
Problematischer wird jedoch die Begegnung mit einem Petermännchen. Dieser Fisch kommt in der Bretagne und an der Atlantikküste vor. Bei Ebbe gräbt er sich in den Sand ein und tarnt sich. Der Giftfisch besitzt auf seinen Rückenflossen Giftstacheln, welche er zu seiner Verteidigung einsetzt. Tritt man barfuß auf die Stacheln, kann dies sehr gefährlich werden. Das Gift wirkt als Nerven- und Herzgift. Vergiftete Personen schlagen wild um sich und benötigen so schnell wie möglich die Hilfe eines Arztes. Einheimische tauchen den betroffenen Fuß in kochendes Wasser, dies soll helfen. Viele Vergiftungen führen zu bleibenden Herz- und Kreislaufschäden.
Eines der gefährlichsten in Europa vorkommenden Tiere ist die Portugiesische Galeere, eine Qualle, welche zur Familie der Feuerquallen gehört. Die Qualle zieht hinter sich bis zu 50 Meter lange Fangfäden her, welche mit zahlreichen kleinen Nesselkapseln besetzt sind. Bei einer Berührung platzen die Kapseln, das austretende Gift gelangt auf die Haut und dringt über die Haut in den Körper ein, die Folgen sind Kreislaufzusammenbrüche und Bewusstseinsstörungen. Die Berührung mit den Fangfäden hat schon manchem, weit hinaus geschwommenen Taucher oder Schwimmer das Leben gekostet.
Die südamerikanischen Pfeilgift-Frösche sondern auf ihrer Haut ein giftiges Sekret ab. Die Indianer verwenden dieses Gift, das Nervengift Dendrobatin, zur Herstellung von giftigen Pfeilspitzen.
Die stärksten Gifte der Natur produzieren
die Bakterien. Derartige Gifte heißen auch Toxine. Sobald Lebensmittel
verderben, können sich Botulinusbakterien vermehren. Diese produzieren
ein Toxin, das Botulinustoxin, welches als die giftigste bekannte Substanz
gilt. 1,5 Milliardstel Gramm dieses Toxins wirken bereits tödlich,
das ist eine Menge, die nicht sichtbar ist. Eine Vergiftungsgefahr besteht
vor allem dann, wenn Gemüse oder Fleischkonserven selbst eingemacht
und nur einmal statt zweimal sterilisiert werden.
Gegenmaßnahmen bei Vergiftungen
(>Infozentrale
gegen Vergiftungen im Internet)
Bei jeder Vergiftung ist so schnell wie möglich ein Arzt hinzuzuziehen. Der Arzt sollte sofort Informationen über die Art der Vergiftung erhalten. Als Sofortmaßnahme müssen die Atem- und Kreislauffunktionen unterstützt werden: stabile Seitenlage, künstliche Beatmung bei Atemstillstand und Herzmassage bei Herzstillstand. Danach muss das Gift, welches sich noch nicht im Körperkreislauf befindet, entfernt werden. Bei Vergiftungen durch Verschlucken sollte sofort Erbrechen ausgelöst werden. Der Patient trinkt mindestens einen halben Liter Wasser, danach wird der Rachen mit einem Löffelstiel gereizt, während der Bauch fest gepresst wird. Ist der Arzt verfügbar, wird er eine Magenspülung vornehmen oder ein Gegengift verabreichen, welches mit dem im Körper vorhandenen Gift eine chemische Reaktion eingeht und es in einen unschädlichen Stoff umwandelt. Bei bewusstlosen Patienten oder bei einer Vergiftung durch Benzin oder durch Waschmittel sollte kein Erbrechen ausgelöst werden. Vom Trinken von Salzwasser, von Alkohol oder von Milch ist auf jeden Fall abzuraten!
Bei Schlangenbissen sollte der Betroffene ruhig liegen, ein Aussaugen und Abbinden der Wunde ist bei den meisten Schalngenbissen nicht wirksam. Entscheidend ist jedoch, dass so schnell wie möglich ein Gegengift verabreicht wird.
Zur Verhütung von Vergiftungsunfällen
sollten Arzneimittel, alkoholhaltige Getränke, Haushaltsreiniger,
Chemikalien und Pflanzenschutzmittel so aufbewahrt werden, dass sie für
Kinder unzugänglich sind. Auch eine umweltbewusste Lebensweise und
Ernährung verhindert die Aufnahme von Umweltgiften. Zu warnen ist
insbesondere vor dem Verzehr von gepökelten Nahrungsmitteln (Nitrosaminbildung
durch Umwandlung der Nitrite) und vor schimmelhaltigen Lebensmitteln (Bildung
von Aflatoxinen). Vor Alkohol- und Nicotingenuss muss ebenfalls dringend
gewarnt werden.
Wirkungsweise der Gifte
Gifte können über verschiedene Wege in den Körper gelangen. Folgende Eintrittsstellen in den menschlichen Körper sind denkbar:
-- Aufnahme in die Verdauungsorgane
durch Essen oder Trinken
-- Aufnahme über die Mund-
oder Nasenschleimhäute in das Blut
-- Durchdringung der Haut bei Berührung
eines Giftes (Hautresorption)
-- Aufnahme über das Einatmen
in die Lunge (Atemgifte)
Je nach Art des Giftes kann jeder Aufnahmeweg
tödlich wirken. Gifte wirken unterschiedlich. Manche hemmen den Sauerstofftransport
im Blut (z.B. Nitrite, Kohlenstoffmonooxid,
Cyanide), andere stören den Stoffwechsel oder zerstören wichtige
Zellfunktionen (z.B. Schwermetalle). Es existieren Gifte, welche den Zellkern
in der Zelle verändern, dabei kann es zu einer Änderung der Erbanlagen
kommen (Mutation), die Folge sind Missbildungen bei Embryos. Jede Mutation
kann auch Krebs auslösen.
Krebserzeugende, frucht- und erbgutschädigende
Stoffe
In der Gefahrstoffverordnung sind alle Stoffe aufgelistet, welche Krebs auslösen können oder im Verdacht stehen. Die Einteilung erfolgt in drei Kategorien:
Andere Stoffe gelten als erbgutverändernd (mutagen). Der Kontakt mit mutagenen Stoffen kann zu einer Schädigung der männlichen oder weiblichen Keimzellen führen. Die Folge sind Missbildungen bei der Geburt eines Kindes. Ein Beispiele für ein mutagener Stoff ist DDT.
Die große Gefahr der sogenannten
CMR-Stoffe (cancerogen, mutagen, reprotoxisch) ist ihre heimtückische
chronische Wirkung. Die Symptome treten oft erst nach einer langjährigen
Einnahme auf. Die Auswirkung kann nach einem einmaligen, kurzfristigen
Kontakt erst nach vielen Jahren plötzlich zu Tage treten. Bei diesen
Giften ist eine Ursachenfindung meist nicht mehr möglich.
Umweltgefährliche Stoffe
"Stoffe oder Zubereitungen sind umweltgefährlich,
wenn sie selbst oder ihre Umwandlungsprodukte geeignet sind, die Beschaffenheit
des Naturhaushalts, von Wasser, Boden oder Luft, Klima, Tieren, Pflanzen
oder Mikroorganismen derart zu verändern, dass dadurch sofort oder
später Gefahren für die Umwelt herbeigeführt werden können."
(Definition der Gefahrstoffverordnung)

Der Mensch produziert die meisten ihm schädlichen Gifte selbst. Die Umweltgifte als Folge der Umweltverschmutzung sind besonders wegen ihrer chronischen Wirkung problematisch. Es ist nicht verwunderlich, dass Krebserkrankungen oder Allergien in den letzten Jahrzehnten sprunghaft zugenommen haben. Es folgen drei Beispiele:
1. Beispiel: Die Verschmutzung der Gewässer
durch Schwermetalle
Chemische Fabriken und Betriebe leiten
Abwässer in die Flüsse, welche Quecksilber
oder Quecksilbersalze enthalten. Das Quecksilber gelangt über die
Flüsse in das Meer, Fische nehmen das giftige Schwermetall über
die Nahrungskette auf, dadurch gelangt es wieder zum Menschen. Auch in
bestimmten Pilzarten ist eine hohe Quecksilberkonzentration nachweisbar.
Eine weitere Aufnahmequelle sind Zahn-Amalgamfüllungen, welche eine
Quecksilberlegierung enthalten. Eine Gefährdung durch Zahnamalgam
ist zwar umstritten, doch es wurde bewiesen, dass Vergiftungssymptome,
wie Kopfschmerzen und Müdigkeit bei empfindlichen Personen nach Entfernung
der Amalgamfüllungen zurückgingen.
Viele Batterien enthalten Quecksilber,
dies gilt insbesondere für die Quecksilberoxid- Knopfzellen. Eine
Knopfzelle kann 500000 Liter Grundwasser verseuchen! Deshalb gehören
verbrauchte Batterien auf keinen Fall auf die Mülldeponie, sondern
sie müssen bei einer Batteriesammelstelle abgegeben werden. Jeder
einzelne kann durch den Verzicht auf Einmal-Batterien zur Sauberhaltung
der Umwelt beitragen. Eine Alternative stellen Akkus dar, welche immer
wieder aufgeladen werden können. Andere gefährliche Schwermetalle
sind Blei und Cadmium.
Beide können in den Glasuren von farbigen Steingutkrügen oder
-bechern auftreten. Werden aus den Behältnissen saure Getränke
getrunken, kann es zu einer chronischen Bleivergiftung kommen. Symptome
sind Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Müdigkeit und Magenbeschwerden.
Das Schwermetall lagert sich in den Knochen ab und beeinträchtigt
die Blutbildung.
2. Beispiel: Die Verschmutzung der
Luft
Bei allen Verbrennungen fossiler Brennstoffe,
zum Beispiel bei Benzin, Heizöl oder Kohle entstehen giftige Abgase.
Die Graphik zeigt den Anteil der Hauptverursacher der Luftverschmutzung
durch Schwefeldioxid und durch Stickoxide
in Deutschland:
Beide Abgase sind starke Atemgifte und sind für die Entstehung des Sauren Regens und des Waldsterbens verantwortlich. Stickoxide sind maßgeblich an der Bildung des krebserregenden Atemgiftes Ozon unter Zuhilfenahme des UV-Lichts verantwortlich. Deshalb wird in den Ballungsgebieten regelmäßig im Sommer Ozonalarm gegeben.
3. Beispiel: Das Insektizid DDT
Schädlingsbekämpfungsmittel,
wie das Insektizid DDT, gelangen über das Grundwasser
und die Fließgewässer in den Wasserkreislauf und in die Nahrungskette
des Menschen:

| Copyright: T. Seilnacht |