Formaldehydlösung HCOH . aq
|
Farblose Flüssigkeit
Vorkommen
Stoffwechselvorgänge |
Molmasse
(HCOH) 30,026 g/mol
AGW
0,5 ml/m3 (MAK)
Dichte (HCOH)
0,815 g/cm3
Schmelzpunkt (HCOH)
-92 °C
Siedepunkt (HCOH)
-19,1 °C
Wasserlöslichkeit
1 Liter H2O löst
bei 20 °C 400 l
Explosionsgrz.
7 - 73 Vol.-% (Luft)
Flammpunkt
+32 ... +61 °C
Zündpunkt
+424 °C |
Piktogramme
GHS 05
GHS 06
GHS 08
Gefahr
|
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Akute Toxizität oral
3
Akute Toxizität dermal
3
Akute Toxizität inhalativ
3
Ätz-/Reizwirkung auf
die Haut 1B
Sensibilisierung der Haut
1
Karzinogenität 2 |
HP-Sätze
(siehe auch Hinweis)
H 301,
311, 314,
317, 331,
351
P 260,
280.1-3,7, 301+310,
303+361+353, 304+340,
305+351+338, 308+313,
403+233
Entsorgung
G 1 |
| Etikett
drucken |
Dt. Bezeichnung
Synonyme (deutsch) |
Engl. Bezeichnung
Synonyme (engl.) |
| CAS
50-00-0 |
Formaldehydlösung
Methanal Lösung |
Formaldehyde solution
Methanal solution |
| Bemerkung
für Schulen: Aufgrund des toxischen Potentials sollte man auf Experimente
mit Formaldehyd weitgehend verzichten. |
Wirkung auf den menschlichen Körper
Im reinen Zustand ist
der zu den Aldehyden gehörende
Formaldehyd ein farbloses, stechend riechendes Gas. Die Dämpfe reizen
Augen und Schleimhäute. Der Kontakt mit der wässrigen Lösung
führt zu Verätzungen, außerdem ist eine Ekzembildung möglich.
Formaldehyd kann Allergien verursachen und steht im Verdacht, krebserzeugend
zu sein. Beim Verschlucken der wässrigen Lösung treten schwere
innere Verletzungen an den Verdauungsorganen auf, die auch zum Tode führen
können.
Eigenschaften
Formaldehydgas löst
sich sehr gut in Wasser, aber auch in Ethylalkohol und Diethylether. Es
ist brennbar, Gemische mit Luft sind explosionsfähig. Im Handel ist
eine etwa 36,5%-ige Lösung von Formaldehyd in Wasser erhältlich,
die meist mit 10% Methanol zur Stabilisierung
vermengt ist. Enthält die Lösung geringe Mengen an Verunreinigungen,
neigt sie zur Polymerisation.
Aus diesem Grunde polymerisiert nicht stabilisierte Formaldehydlösung
allmählich zu Paraformaldehyd:
Formaldehyd und alle
anderen Aldehyde sind für eine Vielzahl von chemischen Reaktionen
zugänglich. Davon sollen nur zwei herausgegriffen werden: Durch Anlagerung
von Wasserstoff an Formaldehyd kann
der primäre Alkohol Methanol hergestellt
werden: HCOH + H2 -----> CH3OH. Mit Ammoniak
bildet Formaldehyd Hexamethylentetramin, einen sechswertigen Alkohol, der
mit Nitriersäure zu dem hochbrisanten Sprengstoff Hexogen weiterverarbeitet
werden kann.
Der >Nachweis
von Formaldehyd (und anderer Aldehyde) erfolgt mit Schiffs Reagenz.
Bei Anwesenheit eines Aldehyds färbt sich die farblose Lösung
violett.
Bild
vergrößern
Nachweis eines Aldehyds
mit Schiffs Reagenz
|
Herstellung
Im Labor können
kleinere Mengen von Formaldehyd mit oxidiertem Kupfer
hergestellt werden. Taucht man z.B. ein oxidiertes Kupferdrahtnetz in ein
Reagenzglas mit Methanol wird das Kupferoxid
des Drahtnetzes wieder zu reinem Kupfer reduziert und dann unter Wasserabspaltung
Methanal entsteht:
Film
erhältlich auf >DVD
Die technische Herstellung
erfolgt heute hauptsächlich durch Dehydrierung von Methanol
mit Luftsauerstoff an einem Silberkontakt bei etwa 600°C nach obiger
Reaktionsgleichung. Man gewinnt eine etwa 40%-ige Formaldehydlösung,
die mit 8-10% Methanol vermischt ist. |
Verwendung
Formaldehyd wird hauptsächlich
zur Herstellung von Kunststoffen
(z.B. Kunstharze, Aminoplaste, Phenolplaste)
verwendet. Er dient aber auch zur Herstellung von Düngemitteln,
zur Synthese zahlreicher organischer Verbindungen z.B. Hexamethylentetramin
und Pentaerythrit (Rohstoffe für Sprengstoffe), für Fuchsin und
andere Farbstoffe. Formaldehyd ist ein wichtiges Mittel zur Konservierung
und zum Einlegen biologischer Präparate. Die
Verwendung als Konservierungsmittel in Shampoos und Duschbädern ist
zwar erlaubt, aber höchst umstritten.
In Holzharz-Leimen ist
ein Phenol-Formaldehydharz enthalten, daher geben verleimte Hölzer
wie Spanplatten oder Sperrholz Formaldehyd an die Raumluft ab. Die Spanplatten
sind nach ihrem Gehalt an Formaldehyd gekennzeichnet. Bei der Ermittlung
der Emissionsklassen werden die Ausdünstungen einer Spanplatte in
einer Prüfkammer ermittelt. Für
Möbel und im Innenausbau sind nach EU-Norm nur Spanplatten der Emissionsklasse
E0 und E1 zugelassen.
|
Klassifikation der
Spanplatten
|
Formaldehydausdünstung
|
|
Emissionsklasse E
0
|
Abgabe nicht höher
als natürliches Holz.
Hier erfolgt allerdings
ein Einsatz von Isocyanaten, die ebenfalls giftig sind.
|
|
Emissionsklasse E
1
|
maximal 0,1 ppm
|
|
Emissionsklasse E
2
|
maximal 1 ppm
|
|
Emissionsklasse E
3
|
maximal 2,3 ppm
|
|
|