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  Formaldehydlösung   CH2O . aq 
    
    
  
 
 
 
Farblose Flüssigkeit 
  
Vorkommen   
Stoffwechselvorgänge
Molmasse (CH2O)  30,026 g/mol  
AGW  0,5 ml/m3 (MAK) 
Dichte (CH2O)  0,815 g/cm3  
Dichte (Lösung 37%)  1,09 g/cm3   
Schmelzpunkt (CH2O)  -92 °C   
Siedepunkt (CH2O)  -19,1 °C    
Wasserlöslichkeit   
1 Liter H2O löst bei 20 °C 400 l 
Explosionsgrz.  7 - 73 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  +32 ... +61 °C 
Zündpunkt  +424 °C
Piktogramme   
  
GHS 05   
GHS 06   
GHS 08   
Gefahr  
 
 
Gefahrenklassen + Kategorie   
Akute Toxizität oral 3 
Akute Toxizität dermal 3 
Akute Toxizität inhalativ 2 
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1B  
Sensibilisierung der Haut 1  
Karzinogenität 2  
Spez. Zielorgantox. 1 (H370), 3 (335)
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)       
H 301, 311, 314, 317, 330, 335, 351, 370 
P 260, 280.1-4,7, 301+330+331, 302+352, 304+340, 305+351+338, 309+310 
(u.a. nach Merck für Formaldehydlösung 37% stabilisert mit 10% Methanol) 
  
Entsorgung   G 1 
  Dt. Bezeichnung 
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  50-00-0 Formaldehydlösung 
Methanal Lösung 
Formaldehyde solution 
Methanal solution 
     
Bemerkung für allgemeinbildende Schulen: Aufgrund des toxischen Potentials sollte man auf Experimente mit der Formaldehydlösung verzichten und diese nicht mehr lagern. Zu dieser Einschätzung haben neue Studien zum krebserzeugenden Potential (u.a. BfR) und die Einstufung der Hersteller auf H330 geführt. Daher wird kein Etikett angeboten. Experimente zum Nachweis von Formaldehyd in geringen Konzentrationen in Produkten, etc. sind noch vertretbar. 
   
  
Wirkung auf den menschlichen Körper 
  
Im reinen Zustand ist der zu den Aldehyden gehörende Formaldehyd ein farbloses, stechend riechendes Gas. Beim Einatmen besteht Lebensgefahr (H330). Die Dämpfe reizen Augen und Schleimhäute. Der Kontakt mit der wässrigen Lösung führt zu Verätzungen, außerdem ist eine Ekzembildung möglich. Formaldehyd kann Allergien verursachen und löst beim Menschen Krebstumore in den oberen Atemwegen aus (Lit. u.a. Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung, Toxikologische Bewertung von Formaldehyd, BfR Nr. 023/2006 vom 30.3.2006). Beim Verschlucken der wässrigen Lösung treten schwere innere Verletzungen an den Verdauungsorganen auf, die auch zum Tode führen können. 
    
  
Eigenschaften 
  
Formaldehydgas löst sich sehr gut in Wasser, aber auch in Ethylalkohol und Diethylether. Es ist brennbar, Gemische mit Luft sind explosionsfähig. Im Handel ist eine etwa 36,5%-ige Lösung von Formaldehyd in Wasser erhältlich, die meist mit 10% Methanol zur Stabilisierung vermengt ist. Enthält die Lösung geringe Mengen an Verunreinigungen, neigt sie zur Polymerisation. Aus diesem Grunde polymerisiert nicht stabilisierte Formaldehydlösung allmählich zu Paraformaldehyd:   
   
  
  
   
  
Formaldehyd und alle anderen Aldehyde sind für eine Vielzahl von chemischen Reaktionen zugänglich. Davon sollen nur zwei herausgegriffen werden: Durch Anlagerung von Wasserstoff an Formaldehyd kann der primäre Alkohol Methanol hergestellt werden: CH2O + H2 -----> CH3OH. Mit Ammoniak bildet Formaldehyd Hexamethylentetramin, einen sechswertigen Alkohol, der mit Nitriersäure zu dem hochbrisanten Sprengstoff Hexogen weiterverarbeitet werden kann.   
   
Der >Nachweis von Formaldehyd und anderer Aldehyde in aldehydhaltigen Lösungen oder Produkten erfolgt mit Schiffs Reagenz. Bei Anwesenheit eines Aldehyds färbt sich die farblose Lösung violett.  
   
  
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Nachweis eines Aldehyds mit Schiffs Reagenz
   
 
Herstellung 
  
Im Labor können kleine, noch nachweisbare Mengen von Formaldehyd mit oxidiertem Kupfer hergestellt werden. Taucht man z.B. ein oxidiertes Kupferdrahtnetz in ein Reagenzglas mit Methanol wird das Kupferoxid des Drahtnetzes wieder zu reinem Kupfer reduziert und dann unter Wasserabspaltung Methanal entsteht:   
   
  
   
  
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Eintauchen von oxidiertem Kupfer in Methanol
Aldehydnachweis mit Schiffs Reagenz
 
Film erhältlich auf >DVD
  
  
Die technische Herstellung erfolgt heute hauptsächlich durch Dehydrierung von Methanol mit Luftsauerstoff an einem Silberkontakt bei etwa 600°C nach obiger Reaktionsgleichung. Man gewinnt eine etwa 40%-ige Formaldehydlösung, die mit 8-10% Methanol vermischt ist.
   
  
Verwendung 
  
Formaldehyd wird hauptsächlich zur Herstellung von Kunststoffen (z.B. Kunstharze, Aminoplaste, Phenolplaste) verwendet. Er dient aber auch zur Herstellung von Düngemitteln, zur Synthese zahlreicher organischer Verbindungen z.B. Hexamethylentetramin und Pentaerythrit (Rohstoffe für Sprengstoffe), für Fuchsin und andere Farbstoffe. Formaldehyd ist ein wichtiges Mittel zur Konservierung und zum Einlegen biologischer Präparate. Die Verwendung als Konservierungsmittel in Shampoos und Duschbädern ist zwar erlaubt, aber höchst umstritten. 
  
In Holzharz-Leimen ist ein Phenol-Formaldehydharz enthalten, daher geben verleimte Hölzer wie Spanplatten oder Sperrholz Formaldehyd an die Raumluft ab. Die Spanplatten sind nach ihrem Gehalt an Formaldehyd gekennzeichnet. Bei der Ermittlung der Emissionsklassen werden die Ausdünstungen einer Spanplatte in einer Prüfkammer ermittelt. Für Möbel und im Innenausbau sind nach EU-Norm nur Spanplatten der Emissionsklasse E0 und E1 zugelassen.  
    
  
Klassifikation der Spanplatten
Formaldehydausdünstung
Emissionsklasse E 0
Abgabe nicht höher als natürliches Holz.
Hier erfolgt allerdings ein Einsatz von Isocyanaten, die ebenfalls giftig sind.
Emissionsklasse E 1
maximal 0,1 ppm
Emissionsklasse E 2
maximal 1 ppm
Emissionsklasse E 3
maximal 2,3 ppm
  
   
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