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Anilin (Benzenamin, Aminobenzol)                        C6H5NH2
 
 
   
 
   
farblose 
bis gelbe, ölige 
Flüssigkeit
  giftig  
  umweltgefährlich 
  
krebserzeugend Kat. 3 
erbgutverändernd Kat. 3 
Hautresorption möglich 
  
   
  
 
Vorkommen:  
in der Steinkohle
RS-Sätze: R 40, 41, 43, 50, 68, 23/24/25, 48/23/24/25  
S 26, 27, 45, 46, 61, 63, 36/37/39 
Entsorgung: G 1 
MAK: 2 ml/m3  
MG: 93,127 g/mol  
Dichte: 1,0217 g/cm3  
Schmelztemperatur: -6,02 °C  
Siedetemperatur: 184,17 °C  
Wasserlöslichkeit: 
1 Liter Wasser löst 30g  
andere Löslichkeiten: Alkohol, 
Ether, Schwefel, Mineralsäuren  
Explosionsgrenzen: 
1,3 - 11 Vol.-% (Luft)
 
Eigenschaften:  
Anilin ist ein starkes Blutgift. Es oxidiert den roten Blutfarbstoff Hämoglobin zu Methämoglobin und verhindert damit den Sauerstofftransport im Blut. Das Gift kann durch Schlucken, Einatmen und durch die Haut aufgenommen werden. Bei leichten Vergiftungen kommt es zur Blaufärbung der Haut und der Fingernägel und zu Schwindelanfällen und Erregungszuständen. Bei höherer Konzentration treten Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen und Atemnot auf. Letzteres kann den Tod verursachen. Langfristige Vergiftungserscheinungen zeigen sich in Schwächegefühl, Appetitlosigkeit und Blasenkrebs. Beim Verdacht auf eine Anilinvergiftung sollte man den Betroffenen an die frische Luft bringen, betroffene Hautpartien gut abwaschen, einen Arzt hinzuziehen und eine künstliche Beatmung durchführen.  
  
 
Reines Anilin ist eine farblose, ölige, aromatisch riechende Flüssigkeit, die sich an der Luft oder im Licht infolge einer Oxidation gelb verfärbt. Anilin brennt mit stark rußender Flamme. Es ist in Wasser mäßig, in den meisten organischen Lösungsmitteln gut löslich. Mit starken Mineralsäuren bilden sich Anilinsalze. Mit Salzsäure entsteht Anilinhydrochlorid, das im Labor zum Nachweis von Lignin dient.
 
Herstellung:  
In der Technik gewinnt man Anilin durch eine Reduktion von Nitrobenzol in Gegenwart von Eisen, Wasser und Salzsäure: Der zur Reduktion notwendige Wasserstoff stammt aus dem Wasser, das Eisen oxidiert dabei zu Eisen(II,III)-oxid:  
  
  
Nach Beendigung der Reaktion wird mit Calciumoxid neutralisiert und das Anilin zusammen mit dem Wasser abdestilliert. Im Labor führt man die Reduktion üblicherweise mit Zinn und Salzsäure durch. Daneben existieren noch weitere, neue Methoden zur Gewinnung von Anilin.
 
Verwendung:  
Wichtiges Zwischenprodukt für organische Synthesen, z.B. für Anilinfarbstoffe (Anilinschwarz), Medikamente (z.B. Phenacetin), Sulfanilsäure, Hydrochinon (Fotografie); bei der Herstellung von Kautschuk.
 
 
Synonyme (deutsch)
Bezeichnung nach IUPAC
Synonyme (engl.)
engl. Bez. nach IUPAC
CAS-
Nummer
Etikett
drucken
Anilin, Phenylamin, Aminobenzol
Benzenamin
Aniline, Phenylamine
Benzenamine
62-53-3
Hinweis
 
Hinweis: Aufgrund des giftigen Potentials sollte Anilin nicht im Schullabor aufbewahrt werden. Daher wird auch kein Etikett angeboten.
 
 
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