Giftige, gesundheitsschädliche
und umweltgefährliche Stoffe
 
 
Durch Klicken auf die Flaschen können die Datenblätter abgerufen werden
 
Stoffe: 
Proben: Röhrchen mit 0,2g "Quecksilberchlorid", Flaschen mit Kupfersulfat und Bleinitrat, sowie Formaldehydlösung, evt. Farben und Lacke mit dem Symbol "gesundheitsschädlich".
Wollen Sie kein echtes Quecksilberchlorid einsetzen, nehmen Sie ca. 0,1g Natriumchlorid (Kochsalz, besitzt etwa die halbe Dichte) als "Attrappe". Die Probe auf dem Foto unten ist echt.
 
Hinweise:
Für die hier vorgestellten Demonstrationen liegt ein Schüler-Arbeitsblatt zur Gefahrstoffliste vor. Nähere Informationen über spezielle Gifte und deren Wirkung finden Sie im Chemikalienlexikon oder beim Thema Gifte in Natur und Umwelt.

Didaktische Bemerkungen:
Bei Giften spielt heute nicht nur die Dosis (Paracelcus), sondern vor allem auch der Zeitfaktor eine Rolle, z.B. wenn eine chronische Vergiftung oder eine Zerstörung eines ökologischen Gleichgewichts in einem Gewässer durch umweltgefährliche Stoffe auftritt.
 
Zu Beginn werden den Schülern mehrere Flaschen gezeigt, die mit den Gefahrensymbolen gekennzeichnet sind. Bei der Frage, woher die Schüler die Symbole kennen, fragt die Lehrkraft nach:

Aus den Fragen ergibt sich eine lebhafte Diskussion, wobei die Probleme beim Umgang mit Gefahrstoffen verdeutlicht werden. Zur Verdeutlichung des Dosisproblems kann den Schülern ein Röhrchen gezeigt werden, in dem sich 0,2g Quecksilberchlorid befinden. Dieses sehr giftige Quecksilbersalz ist gut wasserlöslich und wird daher vom Körper besonders gut aufgenommen. Die Grafik "Tödliche Dosen durch Verschlucken" vergleicht die Wirksamkeit bekannter Gifte.
  
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Ausgangspunkt ist reiner Alkohol, der in unverdünnter Form viel wirksamer als in den alkoholischen Getränken ist. Formaldehyd ist ein krebserzeugender Stoff, der leider immer noch in Duschbädern und Shampoos als Konservierungsmittel eingesetzt wird. Arsenik (Arsentrioxid) wurde in der Vergangenheit als Mäusegift verwendet. Die erste Herstellung lässt sich auf das 7. Jahrhundert nach Christus bei den Arabern zurückführen. Es war lange Zeit ein beliebtes Mordgift ("Arsen und Spitzenhäubchen"), da es nicht nachweisbar war. Erst nachdem James Marsh (1794-1846) die Marsh-Probe zum Nachweis von Arsenverbindungen im Blut entwickelt hatte (siehe unter Arsen), ging der Einsatz für Giftmorde zurück. Von der selben Wirksamkeit ist das Cyankali (Kaliumcyanid), das aus Agentenfilmen den Schülern vielleicht bekannt ist. Der enttarnte Agent zerbeißt eine Kapsel und fällt tot um, so dass er keine Geheimnisse mehr preisgeben kann.
 
Die "klassischen" Gifte werden jedoch von den Giften, welche die Natur hervorbringt, weit in den Schatten gestellt. In äußerst geringen Mengen wirkt das in den Samen der Brechnuss vorkommende Alkaloid Strychnin anregend auf das Nervensystem, weshalb es in der Medizin früher zur Belebung des Kreislaufs eingesetzt wurde. Eine zu hohe "Dosis" erzeugt jedoch Krampfanfälle und eine Atemlähmung, so dass der Tod relativ schnell eintritt. Das in der Tabakpflanze produzierte Alkaloid Nicotin ist in reiner Form ähnlich wirksam wie das Strychnin.
  
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Eisenhut
 
Manchmal verwechseln Pilzsucher einen Knollenblätterpilz mit einem essbaren Champignon. Ein einziger Knollenblätterpilz kann bereits tödlich wirken, in Deutschland sterben jährlich zwischen 40 und 60 Personen an den Folgen einer Pilzvergiftung! Als eine der giftigsten Pflanzen Europas gilt der Blaue Eisenhut, dessen Alkaloid Aconitin schon in einer Dosis von 4mg (= 4 Tausendstel Gramm) tödlich wirkt. In äußerst geringen Konzentrationen wirkt Aconitin schmerzstilllend. Der blaue Eisenhut diente daher lange Zeit als Heilpflanze.
  
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Die heimische Kreuzotter ist die bekannteste einheimische Giftschlange, deren Biss jedoch nur in den seltensten Fällen zum Tode führt. In ihrem Schädelknochen befinden sich Giftdrüsen, in denen ein Gift gebildet wird, welches über den Giftkanal in die beiden Giftzähne transportiert wird. Wenn die Giftschlange ihr Maul öffnet, richten sich die Giftzähne automatisch auf. Das Aufrichten der Giftzähne erfolgt durch einen raffinierten Klappmechanismus des Kopfskeletts. Schlangengifte sind biologisch aktive Eiweiße, die das Atemsystem, die Muskulatur oder den Blutkreislauf erheblich stören.
  
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Uräusschlange
 
Die zur Familie der Giftnattern gehörende Uräusschlange zeigt auf dem Foto die typische Drohhaltung des gespreizten Halsschildes. Die Kobra kann blitzschnell zustoßen und ist recht beißlustig. Nach der Sage soll sich Kleopatra mit dem Gift einer Uräusschlange umgebracht haben. Bei einem Schlangenbiss treten zunächst Atemnot und Lähmungserscheinungen auf. Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Aussaugen, Ausschneiden oder Abbinden sind bei Bissen durch Giftnattern völlig wirkungslos. Empfehlenswert ist die völlige Ruhigstellung des Opfers und die möglichst schnelle Überführung in ein Krankenhaus. Dort wird ein Gegengift intravenös verabreicht, das das Schlangengift neutralisiert.
 
Die mit Abstand toxischsten Verbindungen stellen die von Bakterien gebildeten Eiweiße dar. Das Botulinus-Toxin bildet sich aus Bakterien, die auf verdorbenen Lebensmitteln vorkommen. Dieses Gift ist immer wieder in Verruf geraten, da bestimmte Staaten Botulinus als B-Waffe in größeren Mengen hergestellt haben. Eine Anwendung in Kriegsfällen oder bei Terroranschlägen könnte die gesamte Menschheit bedrohen.
  
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Eine der giftigsten, künstlich hergestellten Substanzen ist das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD). Es entsteht unter anderem bei der Müllverbrennung und führt zu einer langfristigen Verseuchung der Umwelt, da es sich nur sehr langsam abbaut. Bei der Chemiekatastrophe am 10. Juli 1976 im italienischen Seveso wurden 2kg des Giftes frei. Eine ganze Stadt wurde evakuiert und das Gebiet auf Jahrzehnte geschlossen. Die gesamte obere Erdschicht der Stadt und ihrer Umgebung wurde abgetragen und in aufwendigen Verfahren verbrannt.
 
 
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