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Arsen(III)-oxid (Arsenik)                                         As2O3
 
T+   sehr giftig 
N    umweltgefährlich 
 
krebserzeugend Kat. 1  
 
weißes Pulver 
  
natürl. Vorkommen: 
als Minerale Claudetit 
und Arsenblüte (Arsenolith)
RS-Sätze:  
R 28, 34, 45, 50/53 
S 45, 53, 60, 61 
Entsorgung:  G 4      
MAK: 0,1mg/m3 
MG: 197,841 g/mol  
Schmelztemperatur: 274°C 
Siedetemperatur: 460°C 
Dichte (Arsenolith): 3,86 g/cm3  
Wasserlöslichkeit: bei 25°C 20,5 g/l
 
Eigenschaften:  
Das weiße, pulvrige Arsen(III)-oxid ist in kaltem Wasser wenig, in heißem Wasser besser und in Säuren und Laugen gut löslich. In der Natur kommt es in zwei Mineralien-Modifikationen vor: Der Claudetit kristallisiert nach dem monoklinen Kristallsystem, er bildete sich an den Grubenrändern von arsenhaltigen Erzen. Die Arsenblüte (Arsenolith) findet man als weißlich-gelblichen Überzug auf verwitterten Arsenerzen. Im Labor erhält man Arsen(II)-oxid durch Erhitzen von elementarem Arsen oder von natürlichem "Scherbenkobalt" in Sauerstoffatmosphäre. Das Arsen oxidiert beim Erhitzen zu Arsen(III)-oxid, das durch die Hitze zunächst verdampft und beim Abkühlen resublimiert: 
  
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Das Arsen(III)-oxid ist auch unter dem Namen Arsenik bekannt. Von dem geruchlosen Pulver wirken 0,15-0,3g innerlich eingenommen tödlich. Die Darmkapillaren werden durchlässig, so dass große Flüssigkeitsmengen ausgeschieden werden. Als Symptome treten wässrige Durchfälle, sowie Übelkeit und Koliken auf. Im Endstadium kommen aufgrund des Wasserverlustes Lähmungen und Krämpfe hinzu. Der Tod folgt oft nicht sofort, sondern tritt erst in 2-3 Tagen ein. Arsenik war bis in das 19. Jahrhundert ein häufig verwendetes Mordgift. James Marsh (1794-1846) führte im Jahre 1836 die Marsh-Probe zum Nachweis von >Arsen ein. Nach dem Einzug dieser Analysenmethode in die Kriminalistik konnte man den Giftmord anhand des Leichnams nachweisen. Dadurch gingen die Giftmorde mit Arsenik deutlich zurück. Arsenik wurde lange Zeit auch als Ratten- und Mäusegift verwendet. 
  
Paracelsus (1493-1541) empfahl das Arsenik in geringen Konzentrationen als Heilmittel. Die Homöopathie verwendet es daher noch heute in sehr geringen Dosen als Arsenicum album. Andere medizinische Verwendungen waren jedoch höchst umstritten: Die sogenannte "Fowler'sche Lösung" enthielt Arsenik und Kaliumarsenat. Sie wurde bis ins 20. Jahrhundert als Kräftigungsmittel eingesetzt. Als häufigste Nebenwirkung trat Krebs auf. Bei der Einnahme von geringen Mengen Arsenik tritt ein Gewöhnungseffekt auf. Früher gab es in der österreichischen Steiermark sogenannte "Arsenikesser", die nach einer Weile selbst die tödliche Dosis ertrugen.

 
Herstellung:  
Die einfachste Herstellungsmöglichkeit ist das Erhitzen von elementarem Arsen an der Luft oder unter Sauerstoffzufuhr (siehe oben). Industriell wird Arsen(III)-oxid durch Rösten des Minerals Arsenopyrit gewonnen: 
  
2 FeAsS + 5 O2  ----->  Fe2O3 + 2 SO2 + As2O3 
  
Das entstehende, sehr giftige Gas resublimiert in langen, gemauerten Kanälen zu einem weißen Pulver. Die Arbeit in solchen "Gifthütten" war früher für die Arbeiter mit erheblichen Risiken verbunden. Der Arsenopyrit enthält als Nebenprodukt oft noch Gold. 
 
Verwendung:  
Die Verwendung von Arsenik als Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel ist heute weitgehend verboten. Die stark krebserzeugende Wirkung und die Giftwirkung für Wasserorgansimen stellen bei einer Freisetzung in die Umwelt ein Problem dar. In geringem Umfang sind Arsenverbindungen für die Holzkonservierung und die Glasherstellung zugelassen. In dem Medikament Trisenox® ist das Arsenik zur Behandlung einer speziellen Form der Leukämie enthalten. 
 
 
deutscher
Name
englischer
Name
CAS-
Nummer
Etikett
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Arsen(III)-oxid
Arsenic(III) oxide
1327-53-3
Hinweis
 
Hinweis: Arsen(III)-oxid darf an Schulen nicht aufbewahrt werden, daher wird auch kein Etikett angeboten. Der stark krebserzeugende Stoff wirkt in geringsten Konzentrationen tödlich.
 
 
Copyright: T. Seilnacht