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 Ameisensäure (Methansäure)                               HCOOH
 
 
  
klare, farblose  
Flüssigkeit
C 
ätzend 

  
  

Vorkommen:  
In den Giftsekreten der Ameisen, in Brennnesseln und Tannennadeln

RS-Sätze: R 35, S 23.2, 26, 45 
Entsorgung: G 1 
MAK: 5 ml/m3  
   
MG: 46,026 g/mol  
Dichte: 1,220 g/cm3  
Schmelztemperatur: 8,3 °C  
Siedetemperatur: 101 °C  
Wasserlöslichkeit:  
in jedem Verhältnis mischbar  
andere Löslichkeiten:  
Ethanol, Ether, Glycerin
 
Eigenschaften:  
Die klare, stark stechend riechende Flüssigkeit reizt die Augen und die Atemwege und führt zu Verätzungen und Blasenbildungen auf der Haut.  
  
   
Die Alkansäure wird von verschiedenen Tieren (Ameisen, verschiedene Laufkäferarten) und von Pflanzen wie die Brennnessel als Verteidigungswaffe eingesetzt. Die stilettartigen Brennhaare der Brennnessel sind an der Spitze mit einem Widerhaken versehen. Direkt unterhalb der Spitze ist das Brennhaar stark verdünnt, so dass die Spitze bei einer bloßen Berührung abbricht. Die dabei entstehende scharfe Kanüle dringt in die Haut des Menschen ein und der Zellsaft gelangt in den Körper. Im Zellsaft wurden das Histamin Arecocholin und verschiedene organische Stoffe wie Ameisensäure oder Natriumformiat nachgewiesen. 
  
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Ameisensäure ist im Gegensatz zu den langkettigen Carbonsäuren wie Stearinsäure aufgrund ihrer Polarität sehr gut wasserlöslich. Sie ist die stärkste Carbonsäure, Eisen, Zink, Magnesium und andere unedle Metalle lösen sich unter Wasserstoffentwicklung auf. Dabei bilden sich die Salze der Ameisensäure, die Formiate (nach IUPAC Methanoate):  
 
Magnesium  +  Ameisensäure  ----->  Magnesiumformiat  +  Wasserstoff  
  
Aufgrund ihrer vorhandenen Aldehydgruppe wirkt Ameisensäure als Reduktionsmittel, so dass z.B. eine ammoniakalische Silbernitratlösung zu Silber reduziert wird. Bei höheren Temperaturen zerfällt sie bei der Gegenwart von Katalysatoren in Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Mit Luft entstehen explosive Gemische (bei 14 - 33 Vol.-%). Mit Alkoholen können Ester erzeugt werden. Für diese Reaktion ist jedoch Wärme und ein Katalysator (H2SO4) notwendig: 
  
Ameisensäure + Ethanol  ----->  Ameisensäureethylester + Wasser  
  
Durch das Erhitzen eines Gemisches aus reiner Ameisensäure mit konzentrierter Schwefelsäure erhält man Kohlenstoffmonooxid: 
  
HCOOH  ---H2SO4--->  CO  +  H2 
 
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Herstellen von Kohlenstoffmonooxid aus Ameisensäure und Schwefelsäure
 
Herstellung:  
Der britische Naturforscher John Ray (1627-1705) destillierte im Jahre 1671 Ameisen und gewann daraus eine Säure. Die reine Darstellung von Ameisensäure gelang dem deutschen Chemiker Andreas Sigismund Marggraf (1709-1782) im Jahre 1749. Das Kochen vom Ameisen und nachträgliche Abdestillieren der Säure wird heute nicht mehr angewandt. 

In der chemischen Industrie wird Ameisensäure heute aus Natriumhydroxid und Kohlenstoffmonoxid bei 210 °C und sehr hohen Drücken hergestellt:  
 
1. Schritt: NaOH + CO  ----->  HCOONa  
2. Schritt: HCOONa + H2SO4  ----->  H-COOH + Na2SO4  
 
Das entstehende Zwischenprodukt HCOONa (Natriumformiat) wird mit Schwefelsäure zersetzt, wobei die Ameisensäure entsteht. 

 
Verwendung:  
Zum Desinfizieren von Wein- und Bierfässern; als Putzmittel in WC-Reinigern; die Salze (Formiate) als Hilfsmittel in der Textil- und Lederindustrie zum Imprägnieren und Beizen oder zum Entkalken von Leder (Calciumformiat); als Lebensmittelzusatzstoff (E236) zur Konservierung von Fruchtsäften, auch in Form der Salze (Natriumformiat E237 und Calciumformiat E238).
 
 
Synonyme (deutsch)
Bezeichnung nach IUPAC
Synonyme (engl.)
engl. Bez. nach IUPAC
CAS-
Nummer
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Ameisensäure
Methansäure
Formic acid
Methanoic acid
64-18-6
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