![]() weiße Kristalle |
Vorkommen: in Früchten, im Blut zu 0,1%, im Stoffwechsel |
RS-Sätze: --
MG: 180,155 g/mol Dichte: 1,5620 g/cm3 Wasserlöslichkeit: bei 25 °C 820 g/l andere Löslichkeiten: Ethanol und Pyridin (beide gering) |
| Eigenschaften
Glucose ist auch unter dem deutschen Namen Traubenzucker bekannt. Sie bildet weiße Kristalle, die nicht so süß wie Fructose oder Saccharose schmecken und gut in Wasser löslich sind. Das Kohlenhydrat Traubenzucker gehört zur Familie der Einfachzucker (Monosaccharide), die in der Lage sind, andere Stoffe zu reduzieren. Daher reduziert er wie auch Fructose "Fehlingsche Lösung". Der Kupfer(II)-tartrat-Komplex in der Fehlingschen Lösung wird dabei zu unlöslichem Kupfer(I)-oxid reduziert, das als rotbrauner Niederschlag ausfällt. Mit Mehrfachzuckern fällt die Fehlingsche Probe negativ aus. Aus einer ammoniakalischen Silbernitratlösung fällt im Reagenzglas bei der Zugabe von Glucose elementares Silber aus, das sich an der Reagenzglaswandung als Silberspiegel abscheidet. Glucose reduziert das Silbernitrat zu Silber. Das menschliche Blut hat einen Glucosegehalt von 0,08 bis 0,11 %. Das Gehirn ist auf diesen Brennstoff angewiesen. Eine Erhöhung des Blutzuckergehalts führt zur Hyperglykämie und zu einer Ausscheidung von Glucose im Harn. Diese Gefahr besteht vor allem bei Diabetikern. Hyperglykämien können zu lebensbedrohlichen Wasserverlusten und damit zu Kreislaufversagen führen. Das in der Bauchspeicheldrüse erzeugte Hormon Insulin wirkt einem Anstieg des Blutzuckerspiegels entgegen. Ein weiteres Hormon, das Glucagon, verhindert, dass der Blutzuckerspiegel unter den Normalwert abfällt. Im Falle einer Unterversorgung (Hypoglykämie) des Gehirns mit Blutzucker treten Bewusstseinsstörungen, Schwindel und Zittern auf. Auch dies kann lebensbedrohlich werden. Bei der Zuckerkrankheit Diabetes melitus ist die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse gestört, so dass eine krankheitsbedingte Erhöhung des Blutzuckerspiegels vorliegt. Zur Diagnose dient der Traubenzuckernachweis im Harn. Zur Therapie erhalten Diabetiker das für sie lebensnotwendige Insulin. |
| Herstellung:
Die Gewinnung von reiner Glucose erfolgt im Labor durch die Hydrolyse von Stärke. Dieser Vorgang kann eingeleitet werden, wenn man den Vielfachzucker Stärke mit einer stark verdünnten Säure im Reagenzglas längere Zeit kocht. Beim Abkühlen kristallisiert noch stark verunreinigte Glucose aus, die durch Raffination gereinigt werden kann. Dieses Herstellungsprinzip entspricht der Verdauung von Vielfachzuckern, wobei der Abbau im Körper durch Enzyme gesteuert wird:
Bei der großtechnischen Herstellung von Glucose werden heute in großem Umfang gentechnische Verfahren eingesetzt. Enzyme zum Abbau von Stärke zu Glucosesirup werden aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. Eine andere Herstellungsmöglichkeit
wäre die Spaltung des Zweifachzuckers Saccharose
(Rohrzucker) in je ein Molekül Fructose
und Glucose mit Hilfe des Enzyms Invertase. Dieser Vorgang findet ja auch
bei der Verdauung statt. Die Abtrennung der beiden entstehenden Einfachzucker
gestaltet sich jedoch als schwierig, so dass dieses Verfahren nicht wirtschaftlich
ist.
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| Verwendung:
In der Medizin als Präparat bei Herzmuskelentzündungen, Verdauungsstörungen, Erschöpfungszuständen oder zur künstlichen Ernährung; in der chemischen Technik zur Herstellung von Sorbit (siehe bei Fructose), Ascorbinsäure, Gluconsäure oder bei der alkoholischen Gärung zur Ethanolgewinnung; in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Süßwaren. |
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