Ätzende Stoffe
 
 
Durch Klicken auf die Flaschen können die Datenblätter abgerufen werden
 
Stoffe: 
Schwefelsäure konzentriert, Salzsäure rauchend (beide in Säurekappenflaschen), Essigessenz, Spitzer aus Magnesium
Geräte: 
Schutzbrillen, Arbeitshandschuhe, Petrischale, diverse Pipetten mit Pipettierhilfen, Reagenzglas mit Gestell
Vorsicht beim Arbeiten mit konzentrierten Säuren! Schutzbrille und Pipette verwenden! Salzsäuredämpfe nicht einatmen! Der Versuch von Zucker mit Schwefelsäure darf nur in einem Abzug durchgeführt werden.
 
Didaktische Bemerkungen:
Schüler und Schülerinnen kennen das ätzend-Gefahrensymbol bereits aus ihrem Alltag und können eine ganze Reihe an ätzenden Stoffen nennen. Danach werden zwei typische Säuren des Chemielabors gezeigt, die sich in Säurekappenflaschen befinden. Bei der rauchenden Salzsäure sind Dämpfe zu sehen, wenn man den Verschluss abnimmt. Nun stellt sich die Frage, welche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, wenn man mit einer solchen Säure arbeiten möchte. Schutzbrille, Schutzhandschuhe oder Atemschutz werden vielleicht von den Schülern genannt. In diesem Zusammenhang erläutert die Lehrkraft die Funktion einer Pipette und verweist auf das Arbeiten im Abzug. Dass auch Schüler mit Schutzbrillen arbeiten müssen, wenn sie es mit Säuren zu tun haben, wird auf eindringliche Art und Weise betont, denn ein Spritzer konzentrierte Schwefelsäure im Auge kann zur Erblindung führen!
   
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Als erstes Experiment wird ein Stück Papier aus Zellstoff, z.B. ein Tempo-Taschentuch auf eine Petrischale gelegt. Mit einer Pipette gibt man ca. 1ml konzentrierte Schwefelsäure in die Mitte des Tempos, setzt den Schalen-Deckel auf und wartet ab. Nach kurzer Zeit färbt sich das Papier schwarz, da die Schwefelsäure organische Stoffe unter Kohlenstoffbildung zerstört. Nach einigen Minuten ist das Taschentuch an den benetzten Stellen durchlöchert (Ein ergänzender Versuch mit Zucker wird in der Datenbank unter Schwefelsäure beschrieben).
 
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In einem weiteren Versuch soll gezeigt werden, dass Metalle wie Magnesium durch Säuren aufgelöst werden. Ein großes Reagenzglas wird 8cm hoch mit Essigessenz (25%ige Essigsäure) oder mit 10%iger Salzsäure gefüllt. Bei der Zugabe eines Magnesiumspitzers tritt eine lebhafte Gasentwicklung ein (siehe Bild). Nach einer Stunde ist der Spitzer verschwunden, nur noch die Schraube und das Messerblatt bleiben übrig. Eventuell muss nach einer Weile die sich verbrauchende Säure nachgefüllt werden. Die Entwicklung eines Gases kann durch das Aufsetzen eines Ballons gezeigt werden. Ist der Ballon groß genug, lässt sich der dabei entstehende Wasserstoff entzünden (Film-Animation). Auf die Bildung des Chlorids soll hier jedoch nicht eingegangen werden. Säuren sind auch an der Korrosion von Metallen beteiligt.
 
Die als Demonstration durchgeführten Versuche verdeutlichen in besonderem Maße das Wirkunspotential der Säuren (und Laugen). Oft stellen Schüler hier auch die Frage nach dem Unterschied zwischen einer Säure und einer Lauge. Diese Frage kann zunächst nicht befriedigend beantwortet werden. Von der sichtbaren Wirkung her sind sie ähnlich, trotzdem unterscheiden sie sich in ihrer chemischen Funktion. Vermischt man sie miteinander, heben sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig auf.
 
Die starken Mineralsäuren wie Salzsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure werden in ihrer Säurestärke von den sogenannten "Supersäuren" erheblich übertroffen. Der beste Kanditat hierfür ist die Fluorsulfonsäure (HSO3F). Ein Gemisch aus 10% Fluorsulfonsäure und 90% Antimon(V)-fluorid (SbF5) soll eine Trillion (1015) mal so sauer sein wie konzentrierte Schwefelsäure! Diese Säure wird auch als "magische Säure" bezeichnet.
 
 
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