Kohlenwasserstoffe
(KW)
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Zu den Kohlenwasserstoffen gehört
eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen
aufgebaut sind. Sie kommen in den fossilen Energieträgern in großer
Zahl und Vielfalt vor. Nach der Art ihrer Struktur werden die Kohlenwasserstoffe
in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die Benennung der Stoffe ist durch
die internationale IUPAC-Nomenklatur festgelegt. Kohlenwasserstoffe
verbrennen in einer Oxidation unter Sauerstoffzufuhr.
Dabei werden die Kohlenstoffatome zu Kohlenstoffdioxid
und die Wasserstoffatome zu Wasser oxidiert.
1. Bei den acyclischen
(auch aliphatischen)
Kohlenwasserstoffen sind die Kohlenstoffatome in geraden oder
verzweigten Ketten miteinander verbunden.
a) Alkane
Kohlenwasserstoffe, die nur C-C-Einfachbindungen
enthalten, heißen Alkane. Sie gehören
zu den gesättigten Kohlenwasserstoffen
(im Gegensatz zu den ungesättigten KW's mit Doppel- oder Dreifachbindungen).
Die Familie der Alkane ist an der Endung -an
zu erkennen; ihr einfachster Vertreter heißt Methan und ist aus einem
Kohlenstoffatom im Zentrum und vier Wasserstoffatomen aufgebaut. Ergänzt
man im Methanmolekül ein weiteres Kohlenstoffatom, erhält man
ein Alkan mit zwei Kohlenstoffatomen und 6 Wasserstoffatomen (Ethan). Auf
diese Art und Weise lässt sich die homologe
Reihe der Alkane darstellen:
Durch Klicken auf die
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Aus dieser Reihe ergibt sich für
die Alkane die allgemeine Summenformel nach dem Verknüpfungsgesetz
CnH2n+2. Ab fünf
Kohlenstoffatomen ist der Name der Alkane von den griechischen Zahlwörtern
abgeleitet. Ab dem Butan tritt Stellungs-Isomerie
auf.
Mit zunehmender Kettenlänge steigen
die Siedetemperaturen der Alkane. Die ersten vier sind gasförmig,
danach sind sie flüssig und werden bei langen Kettenlängen und
steigender Molekülmasse zunehmend zähflüssig.
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Name
|
Summenformel
|
Schmelzpunkt
|
Siedepunkt
|
Flammtemperatur
|
|
Methan
|
CH4
|
-182°C
|
-161°C
|
|
|
Ethan
|
C2H6
|
-183°C
|
-89°C
|
|
|
Propan
|
C3H8
|
-189,7°C
|
-42°C
|
|
|
Butan
|
C4H10
|
-135°C
|
-0,5°C
|
|
|
Pentan
|
C5H12
|
-130°C
|
+36°C
|
-50°C
|
|
Hexan
|
C6H14
|
-95°C
|
+69°C
|
-23°C
|
|
Heptan
|
C7H16
|
-91°C
|
+98°C
|
-4°C
|
|
Octan
|
C8H18
|
-57°C
|
+126°C
|
+16°C
|
|
Nonan
|
C9H20
|
-54°C
|
+151°C
|
+31°C
|
|
Decan
|
C10H22
|
-30°C
|
+174°C
|
+46°C
|
|
Dodecan
|
C12H26
|
-12°C
|
+215°C
|
|
|
Hexadecan
|
C16H34
|
+18°C
|
+287°C
|
+135°C
|
|
Heptadecan
|
C17H36
|
+22°C
|
+302°C
|
+155°C
|
Die steigenden
Siedetemperaturen lassen sich aufgrund der steigenden Kräfte, die
zwischen den Molekülen wirksam sind, erklären. Bei kleineren
Molekülen sind die zwischenmolekularen Anziehungskräfte relativ
schwach. Sie können daher leichter verdampfen. Mit zunehmender Molekülmasse
steigen diese Kräfte, die auch als Van-der-Waals'sche
Kräfte bezeichnet werden. Ab Heptadecan liegt ein fester
Aggregatzustand vor. Paraffinöl
ist ein Gemisch langkettiger Alkane. Festes Paraffin ist eine feste, durchscheinende,
weiße Masse mit einer Schmelztemperatur von ca. 50-60 °C.
Mit steigender Kettenlänge steigt
auch die Flammtemperatur der
Alkane. Die kurzkettigen Alkane sind hochentzündliche Gase, bzw. leichtentzündliche
Flüssigkeiten. Mit Luft oder mit Sauerstoff bilden sich explosionsgefährliche
Gemische. Langkettige Alkane entflammen dagegen erst, wenn sie erhitzt
werden, z.B. beim Paraffinöl. Je länger die Kette, um so mehr
rußt die Flamme, da die langkettigen Alkane nur unvollständig
verbrennen.
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Alkane weisen keine Polarität
auf und sind daher nicht wasserlöslich (sie sind "hydrophob"
= "dem Wasser abgeneigt"). Ihre Dichte ist geringer als Wasser, daher schwimmen
die Alkane auf dem Wasser. Untereinander sind sie gut löslich und
bilden eine klare Lösung. Sie lösen sich in allen unpolaren Lösungsmitteln
(sie sind "lipophil" = "dem Fett zugeneigt").
Benzin stellt ein Gemisch verschiedener Alkane dar. Es ist nicht wasserlöslich,
schwimmt auf dem Wasser und löst alle Alkane.
Vorkommen und
Gewinnung der Alkane:
Die Alkane kommen in großer Vielzahl
im Erdöl vor. Man gewinnt sie durch die fraktionierte Erdöldestillation.
Gemische von Pentan bis Heptan werden als Leichtbenzine bezeichnet, sie
kommen im normalen Autobenzin vor. Gemische mit 8 bis 10 Kohlenstoffatomen
nennt man Schwerbenzine. Im Dieselbenzin und im Heizöl kommen Alkane
mit bis zu 12 Kohlenstoffatomen vor. Die langkettigen Paraffine werden
als Lampenöl oder als Kerzenwachs verwendet.
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Substitutionsreaktion
der Alkane:
Vermischt man in einem Reagenzglas ein
Alkan - z.B. Hexan - mit Bromwasser, löst sich das Brom nach dem Schütteln
mit gelber Farbe im Hexan. Durch bloßes Erhitzen lässt sich
aber keine weitere Reaktion erreichen. Erst beim Erwärmen und Bestrahlen
mit UV-Licht tritt eine Reaktion ein, und das Bromwasser entfärbt
sich. In einer Substitutionsreaktion
reagiert das Brom mit dem Hexan zu Bromwasserstoff und Bromhexan, das zur
Familie der Halogenkohlenwasserstoffe gehört.
Bei einer Substitutionsreaktion werden Atome oder Atomgruppen ausgetauscht
(von engl. substitute, ersetzen):
b) Alkene und
Alkine
Alkene erkennt man an der C=C-Doppelbindung.
Die homologe Reihe der Alkene ergibt sich nach dem Verknüpfungsgesetz
CnH2n.
Die physikalischen Eigenschaften der Alkene entsprechen in etwa
den Alkanen. Ethen-Luftgemische sind aber sehr explosiv (Ethin-Luftgemisch
sogar hochexplosiv). Alkene, die zwei Doppelbindungen besitzen, erhalten
die Endung -diene, Alkene mit drei
Doppelbindungen die Endung -triene.
Alkine sind an einer Dreifachbindung zu erkennen, ihr einfachster Vertreter
heißt Ethin (Verknüpfungsgesetz
CnH2n-2).
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Die Alkene und
die Alkine gehören zu den ungesättigten
Kohlenwasserstoffen (die Alkane zu den gesättigten
Kohlenwasserstoffen). Die Doppel- und Dreifachbindungen der
Alkene und Alkine sind relativ instabil und können leicht aufgebrochen
werden. Dabei addieren sich in einer Additionsreaktion
andere Atome oder Molekülgruppen an die ungesättigte Zweifach-
oder Dreifachbindung. Leitet man Ethen durch Bromwasser, entfärbt
sich das Bromwasser schnell, ohne dass UV-Licht benötigt wird (>Nachweis
einer C=C-Mehrfachbindung).
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Dabei wird die Zweifachbindung im Ethen
aufgebrochen und zwei Bromatome addieren sich an das Molekül, so dass
man Dibromethan erhält, eine farblose Verbindung, die zu den Halogenkohlenwasserstoffen
gehört:
2. Bei den cyclischen
Kohlenwasserstoffen ordnen sich die Kohlenstoffatome ringförmig
an. Diese Gruppe wird ein zwei Gruppen gegliedert: Bei den alicyclischen
KW's bilden die Kohlenstoffatome Ringverbindungen, deren Elektronenpaarbindungen
eindeutig zuzuordnen sind, z.B. bei den Cycloalkanen oder den Cycloalkenen.
Bei den Aromaten lassen sich die Doppelbindungen
im Ring nicht mehr eindeutig zuordnen, die Elektronen sind delokalisiert.
a) Cycloalkane,
Cycloalkene
Beim Cyclohexan, dem bekanntesten Vertreter
dieser Gruppe, bilden sechs Kohlenstoffatome einen Ring. Cyclohexan bildet
zwei Konformations-Isomere. Chemisch
sind die Cycloalkane relativ reaktionsträge, weshalb sie als Lösungsmittel
gut verwendet werden können. Sie kommen ebenfalls im Erdöl vor
und wurden früher aufgrund ihrer Herkunft als Naphthene bezeichnet.
Cycloalkene enthalten Doppelbindungen im Kohlenstoffring.
Cyclohexan
b) Aromaten
Die Bezeichnung dieser Stoffgruppe leitet
sich vom aromatischen Geruch das Benzols ab. Im Benzolring lassen sich
die bindenden Elektronen nicht mehr eindeutig einem Atom zuordnen, sie
sind delokalisiert. Die dadurch zwischen den Ringbindungen vorkommenden,
ringförmigen Elektronenwolken werden mit einem Kreis dargestellt.
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Benzol
ist eine aromatisch riechende, farblose Flüssigkeit, die im Erdöl
und in der Steinkohle vorkommt. Sie ist nicht wasserlöslich und nur
mit unpolaren Lösungsmitteln vermischbar. Benzol ist stark giftig,
krebserzeugend und erbgutverändernd. Es verbrennt mit stark rußender
Flamme.
Das ebenfalls giftige und im Erdöl
vorkommende Toluol (Methylbenzol)
besitzt neben dem Benzolring eine CH3-Gruppe. Der Name -methyl
leitet sich vom Methan ab und kennzeichnet die CH3-Atomgruppe.
Sind an den Benzolring zwei Methylgruppen angehängt, wie beim Xylol,
dann erhält die Verbindung den Namen -dimethyl:
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1,2-Dimethylbenzol
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1,3-Dimethylbenzol
|
1,4-Dimethylbenzol
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o-Xylol
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m-Xylol
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p-Xylol
|
Die Ziffern zu Beginn der Namen kennzeichnen
die Stellungen der Methylgruppen. Das im Handel erhältliche Xylol
besteht aus einem Gemisch dieser drei Isomere.
Es wird als Zusatz im Autobenzin, in der Lackindustrie und als Lösungsmittel
verwendet.
Es existieren auch Verbindungen mit mehreren
Benzolringen. Diese werden als polycyclische Kohlenwasserstoffe
bezeichnet. Ein Molekül des Naphthalins ist aus zwei Benzolringen
aufgebaut. Es bildet Blättchen, die schon bei Zimmertemperatur sublimieren.
Daher wurde es früher als Mottenpulver eingesetzt.
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Naphthalin
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Anthracen
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Benzpyren
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Anthracen ist ein Ausgangsstoff zur Herstellung
von Farbstoffen, z.B. zur Alizarinsynthese, einem Farbstoff, der in der
Natur in der Krappwurzel vorkommt. Anthracen besitzt
im Molekülbau drei Benzolringe. Ein besonders krebserzeugender Kohlenwasserstoff
stellt das aus 5 Benzolringen aufgebaute Benzpyren dar. Benzpyren kommt
im Teer und im Zigarettenrauch vor und begünstigt das Entstehen von
Lungenkrebs.