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  Paraffin  (Stoffgemisch) 
Flasche Gemisch langkettiger, aliphatischer, gesättigter Kohlenwasserstoffe

Paraffin flüssig
Klare, farblose, ölige Flüssigkeit


Paraffin fest
Cremeweiße Plätzchen, Blöcke, Pulver

  
Vorkommen
Erdöl, Schiefer, Torfkohle, Braunkohle
Molmasse  variabel 
  


AGW  keine Angaben  
Dichte  ca. 0,77 - 0,90 g/cm3   
Schmelzpunkt  ca. 10 - 80 °C   
Siedepunkt  über 250 °C   
Wasserlöslichkeit   praktisch unlöslich   
Flammpunkt  sehr variabel 
- - Entsorgung   G 1 
Etikett drucken Deutsche Bezeichnung Englische Bezeichnung
CAS  8012-95-1
CAS  8002-74-2
Paraffin flüssig
Paraffin fest
Paraffin oil
Paraffin wax
 
Bemerkungen für Schule und Haushalt: Dünnflüssiges Paraffinöl kommt in Lampenöl vor. Dieses wird mit dem GHS-Piktogramm Gesundheitsgefahr gekennzeichnet. Beim Verschlucken oder beim Saugen am Lampendocht durch Kinder besteht Lebensgefahr, da Paraffinöl zum Ersticken führt, wenn es in die Lunge kommt. Paraffinöl ist nicht geeignet zum Ölen von Unterlagen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Als Back- oder Bratfett darf es auch nicht verwendet werden.   


Eigenschaften
 
  
Flüssiges Paraffin ist geruch- und geschmacklos. Im Handel ist dick- und dünnflüssiges Paraffinöl erhältlich. Festes Paraffin ist eine feste, durchscheinende, weiße Masse mit einer Schmelztemperatur von 50 bis 60° Celsius. Vaseline ist ein halbfestes Paraffin mit einer Schmelztemperatur von 38 bis 60° Celsius und einer Siedetemperatur über 300° Celsius. Alle Paraffine sind wasserabstoßend, reaktionsträge und relativ beständig gegen konzentrierte Schwefelsäure, Brom und kalte Salpetersäure. Sie lösen sich in Benzin, Diethylether und Chloroform. Paraffin kann nicht mit einem Streichholz entzündet werden. Erst bei höheren Temperaturen und mit Hilfe eines Dochtes ist es entzündbar. Es brennt mit stark rußender Flamme. Paraffine werden im Gegensatz zu den Fetten und Ölen nicht ranzig.
   

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Beim Paraffin handelt es sich um Gemische langkettiger, aliphatischer und gesättigter Kohlenwasserstoffe. Bei einem wichtigen Verfahren der Erdölverarbeitung, dem katalytischen Cracken, werden langkettige Alkane in kurzkettige gespalten. Die langen Kohlenstoffketten gelangen bei hohen Temperaturen und hohem Druck in Schlingerbewegungen, so dass sie auseinanderreißen. Auf diesem Weg können aus den Paraffinen kurzkettige Alkane und Benzin gewonnen werden. Heptadecan ist zum Beispiel ein Bestandteil des dickflüssigen Paraffins:
   

   Paraffin    
   
  
Herstellung 
  
Die Gewinnung erfolgt aus Rückständen der Erdöldestillation. Außerdem kann Paraffinöl aus Schiefern, Torfkohlen und aus den Produkten der Braunkohleschwelerei gewonnen werden. Eine künstliche Herstellung aus Kohlenstoffmonooxid und Wasserstoff ist durch die Fischer-Tropsch-Synthese zugänglich. Das Synthesegas wird dabei in einem Kontaktofen mit einem Kobaltoxid-Katalysator erhitzt, wobei der Wasserstoff das Kohlenstoffmonooxid hydriert:   
   
n CO  +  (2n+1)H2  CnH2n+2  +  n H2O
   
  
Verwendung 
  
Paraffin dient in der Pharma- und Kosmetikindustrie zur Herstellung von Salben und Cremes. Es ist als Bestandteil im Kerzenwachs enthalten. Man findet es im Haushalt auch in Pflegemitteln für Fußböden, in Holz- und Metallpolituren, in Schuhcremes, in Autopflegemitteln, in Modelliermassen und in Malstiften. In feinmechanischen Werkstätten wird es als Schmiermittel eingesetzt. Im Labor benötigt man es als Einbettungsmittel für mikroskopische Präparate und zum Einfetten von Glashähnen. Angefärbtes Paraffinöl darf nicht mehr als Lampenöl verkauft werden, da bei Kindern immer wieder Vergiftungsfälle auftraten. Sie leckten am Docht oder tranken die Flüssigkeit. Paraffinöl wird zwar noch vereinzelt verwendet, als Ersatzstoff ist aber der Einsatz von Fettsäureestern empfehlenswert.
   

Öllampe
  
 
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