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  Paraffin flüssig   (Stoffgemisch) 
Gemisch langkettiger, aliphatischer, gesättigter Kohlenwasserstoffe   

   
   
Klare, farblose, ölige Flüssigkeit 
   
Vorkommen  Erdöl, Schiefer, Torfkohle, Braunkohle

Molmasse  variabel 
  
AGW  keine Angaben  
Dichte  0,81 - 0,89 g/cm3   
Schmelzpunkt  unter 20 °C   
Siedepunkt  über 250 °C   
Wasserlöslichkeit   unlöslich   
Flammpunkt  sehr variabel 
Lampenöl ca. >65 °C
- - Entsorgung   G 1 
Etikett drucken Deutsche Bezeichnung Englische Bezeichnung
CAS  8012-95-1 Paraffin flüssig Liquid Paraffin
  
 
Eigenschaften 
  
Flüssiges Paraffin ist geruch- und geschmacklos. Im Handel befindet sich dick- und dünnflüssiges Paraffinöl. Festes Paraffin ist eine feste, durchscheinende, weiße Masse mit einer Schmelztemperatur von ca. 50-60 °C. Vaseline ist ein halbfestes Paraffin mit einer Schmelztemperatur von 38-60°C und einer Siedetemperatur über 300°C. Alle Paraffine sind wasserabstoßend, reaktionsträge und relativ beständig gegen konzentrierte Schwefelsäure, Brom und kalte Salpetersäure. Sie lösen sich in Benzin, Diethylether und Chloroform.  
  
Paraffin kann nicht mit einem Streichholz entzündet werden. Erst bei höheren Temperaturen (und mit Hilfe eines Dochtes) ist es entzündbar, es brennet mit stark rußender Flamme. Paraffine werden im Gegensatz zu den Fetten und Ölen nicht ranzig. Als Back- oder Bratfett dürfen sie jedoch nicht verwendet werden.   
   
  
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Es handelt sich um Gemische langkettiger, aliphatischer (keine Ringbindungen) und gesättigter (keine Doppel- und Dreifachbindungen) Kohlenwasserstoffe; Beispiel für ein langkettiges Alkan (C17H36):   
   
  
   
  
Bei einem wichtigen Verfahren der Erdölverarbeitung, dem katalytischen Cracken, werden langkettige Alkane in kurzkettige gespalten. Die langen Kohlenstoffketten gelangen bei hohen Temperaturen und hohem Druck in Schlingerbewegungen, so dass sie auseinanderreißen. Auf diesem Weg können aus den Paraffinen kurzkettige Alkane und Benzin gewonnen werden.
   
  
Herstellung 
  
Die Gewinnung erfolgt aus Rückständen der Erdöldestillation. Außerdem kann es aus Schiefern, Torfkohlen und aus den Produkten der Braunkohleschwelerei gewonnen werden. Eine künstliche Herstellung aus Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff (=Synthesegas) ist durch die Fischer-Tropsch-Synthese zugänglich. Das Synthesegas wird dabei in einem Kontaktofen mit einem Kobaltoxidkatalysator erhitzt, wobei der Wasserstoff das Kohlenstoffmonoxid hydriert:   
   
n CO  +  (2n+1)H2  CnH2n+2  +  n H2O
   
  
Verwendung 
  
Paraffin dient in der Medizin- und der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Salben und Cremes. Es ist als Bestandteil im Kerzenwachs enthalten. Man findet es im Haushalt auch in Pflegemitteln für Fußböden, in Holz- und Metallpolituren, in Schuhcremes, in Autopflegemitteln, in Modelliermassen und in Malstiften. In feinmechanischen Werkstätten wird es als Schmiermittel eingesetzt. Im Labor benötigt man es als Einbettungsmittel für mikroskopische Präparate und zum Einfetten von Glashähnen.  
   
  
 
Angefärbtes Paraffinöl darf nicht mehr als Lampenöl angeboten werden, da bei Kindern immer wieder
Vergiftungsfälle auftraten. Sie leckten am Docht oder tranken die Flüssigkeit. Paraffinöl wird zwar
noch vereinzelt verwendet, als Ersatzstoff ist aber der Einsatz von Fettsäureester empfehlenswert.
  
 
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