Barium Yttrium  Actinium Cer
 
 Lanthan                                          57La
 engl. lanthanum; griech. lanthánein ("verstecken")
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
 
138,90547    
57    
920 °C    
3464 °C    
   
6,145 g/cm³   
2,5   
1,10 (Pauling)     
[Xe]5d16s2   
La-138: 0,090%   
La-139: 99,910%  
 
 
      
 
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Ein Stück kristallines Lanthan reagiert zuerst mit Wasser und dann mit 10%iger Salzsäure.
    
GHS-Piktogramm  
 Gefahr
Gefahren (H-Sätze) 
 
H 228 
  
(Pulver)
CAS-Nummer  
  
7439-91-0 
   
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Lanthan ist ein weiches Schwermetall, das in reiner Form silbergrau glänzt. An der Luft läuft das Lanthanid infolge einer Oxidation grau an. Mit der Luftfeuchtigkeit bildet sich weißes Lanthanhydroxid. Bewahrt man Lanthan in einer Flasche ohne Schutzflüssigkeit auf, entsteht dieses als weißes Pulver.  
 
 
 Lanthan und Lanthanhydroxid
 
 
 
 
 Lanthan zerfällt ällmählich und bildet mit der Luftfeuchtigkeit grauweißes Lanthanhydroxid.
 
 
Bei 350-450°C entzündet es sich an der Luft. In feinem Zustand ist es pyrophor, es entzündet sich von selbst. Mit kaltem Wasser reagiert es schwach, mit heißem Wasser und mit verdünnten Säuren heftig unter Wasserstoffbildung.  
 
Alle auf Lanthan folgenden Elemente, von Cer bis Lutetium (Lanthanide), ähneln sich sehr in ihren Eigenschaften. Mit Zunahme der Ordnungszahl steigt jedoch ihre Dichte und ihre Tendenz zur Komplexbildung.  
   
Toxikologie 
Das elementare Lanthan und auch das Lanthan(III)-oxid haben nur ein geringes toxisches Potential. Das Freisetzen und Einatmen von Stäuben ist aber auf jeden Fall zu vermeiden. Die Stäube sind sehr reaktionsfähig und reagieren mit der Feuchtigkeit in den Schleimhäuten zu dem ätzenden und giftigen Lanthanhydroxid. Aufgrund der chemischen Ähnlichkeit ist vermutlich die Wirkung der Lanthanide und deren Verbindungen auf den Menschen ähnlich. Das feinverteilte Metall, die Oxide und Hydroxide reizen Augen und Schleimhäute. Die löslichen Verbindungen reichern sich in der Leber und in den Knochen an. Da die Lanthanide meist nur in geringen Mengen inhaliert werden - beispielsweise über Rauch von Lichtbogenlampen - liegen für eine toxikologische Beurteilung zu wenig Daten vor. 
  
Vorkommen 
Lanthan steht mit einem Anteil von 0,0017% an 36. Stelle der Elementhäufigkeit zwischen Blei und Bor. Die Seltenerden-Mineralien, die alle auch Lanthanerze enthalten, werden in drei große Gruppen eingeteilt:  
   
1.) Die Cerit-Erden enthalten vorwiegend Erze der leichteren Lanthanide von Lanthan bis Gadolinium  
2.) Die Ytter-Erden enthalten neben Yttrium und Scandium vorwiegend Erze der schwereren Lanthanide von Terbium bis Ytterbium, sowie Lutetium  
3.) Die "komplexen Erze" enthalten beide Arten in etwa gleichem Verhältnis.   
   
Die wichtigsten Erze zur Lanthanherstellung sind die Mineralien der Monazit-Gruppe, die auch zu den Cerit-Erden gezählt werden.  
  
  
 Monazit-(Ce) aus Iveland/Norwegen
 
 
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 Die Mineralien der Monazit-Gruppe dienen zur Gewinnung der Lanthanide.
 
 
Geschichte 
Das Element wurde im Jahre 1839 von dem schwedischen Chemiker Carl Gustav Mosander in Stockholm entdeckt. Er untersuchte eine Ceriterde, die man bis dahin für reines Ceroxid gehalten hatte. Da sich das neue Element in dieser Erde "versteckt" hatte, benannte er es in Anlehnung an das griechische Wort lanthánein ("sich verstecken"). Der deutsche Chemiker Martin H. Klaproth hatte bereits im Jahre 1803 das Element Cer in der gelblich braunen Erde entdeckt. Nach der Entdeckung von Mosander konnten mehrere Chemiker weitere Elementoxide aus der Ceriterde nachweisen. So wurden die Elemente Samarium, Gadolinium, Peaseodym, Neodym und Europium entdeckt.  
 
 
 Die Entdeckung der Metalloxide in der Ceriterde
 
 
 
 
 Literaturquelle: nach Binder [4]
 
  
Herstellung     
Der wichtigste Rohstoff zur Lanthanherstellung ist der Monazitsand. Aus einem Kilogramm können ca. 220g Cer, 120g Lanthan, 100g Neodym, 30g Praseodym und eine ganze Reihe weiterer Lanthanide gewonnen werden. Das Erz wird zunächst angereichert und mit konzentrierter Schwefelsäure aufgeschlossen. Die erhaltenen Sulfate werden in Eiswasser mit Oxalsäure als Oxalate ausgefällt und durch Glühen in die Oxide umgewandelt. Die Abtrennung des Lanthan(III)-oxids erfolgt durch Ionenaustausch und Komplexbildung. Mit steigender Ordnungszahl, vom Lanthan bis zum Ytterbium, nimmt die Tendenz zur Komplexbildung ständig zu. Diese Eigenschaft kann bei der Abtrennung ausgenutzt werden.  
   
Durch eine Reaktion mit Hydrogenfluorid erhält man Lanthan(III)-fluorid, das durch eine Schmelzflusselektrolyse oder durch eine Reduktion mit Calcium oder Magnesium zu Lanthan umgewandelt wird. Dieses Verfahrensprinzip wird bei allen Seltenerdenmetallen angewandt (siehe Yttrium). 
  
Verwendung 
Aufgrund seiner hohen Reaktionsfähigkeit mit Schwefel und nichtmetallischen Verunreinigungen wird das Lanthan als Legierungshilfsmittel zur Beseitigung dieser Verunreinigungen verwendet. Lanthantrioxid dient zur Herstellung hochwertiger Gläser bei optischen Geräten. Es verringert die chromatische Aberration und erhöht die Brechwerte. Cer-Eisen in Zündsteinen kann bis zu 40% Lanthan enthalten.  
 
 
 Gasanzünder mit Zündstein
 
 
 
 
 Das Cer-Eisen verbrennt beim Reiben unter Funkenbildung, es enthält auch Lanthan.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht