Lanthan  Thorium Praseodym
 
 Cer                                                 58Ce
 engl. cerium; nach dem Planetoiden Ceres
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
 
140,116   
58     
799 °C    
3443 °C    
4, 3    
6,770 g/cm³    
1,5    
1,12 (Pauling)       
[Xe]4f26s2    
Ce-136: 0,185%   
Ce-138: 0,251%   
Ce-140: 88,450%   
Ce-142: 11,114%
 
 
      
 
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Beim Reiben von Cer auf einer rauhen Oberfläche kann man die Wirkung eines Zündsteines demonstrieren.
    
GHS-Piktogramm  
 Gefahr
Gefahren (H-Sätze) 
 
H 228 
   
(Späne)
CAS-Nummer  
  
7440-45-1  
    
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Cer ist ein silberweiß glänzendes, sehr weiches und gut dehnbares Schwermetall, das an der Luft rasch oxidiert und grau anläuft. Cer ist chemisch sehr reaktionsfähig und läuft an der Luft je nach Feuchtigkeit gelb, braun oder grau an. Mit kaltem Wasser entwickelt es langsam, mit warmem Wasser schnell und mit Säuren stürmisch Wasserstoff. Mit Wasser bildet sich Cerhydroxid, mit den Säuren die entsprechenden Salze. Beim Erwärmen auf 180°C entzündet es sich bereits an der Luft und verbrennt mit blendend weißer Flamme. Mit reinem Sauerstoff erfolgt eine explosionsartige Umsetzung, die noch stärker ausfällt als beim Magnesium. Pulverisiertes Cer ist stark pyrophor: Schon beim Reiben an rauhen Flächen entzünden sich die Metallsplitter.  
 
 
 Cer-Eisen reagiert mit Sauerstoff
 
 
 
 
 Hält man einen glühenden Zündstein in reinen Sauerstoff, erfolgt eine sehr heftige Reaktion.
 
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Toxikologie 
Das elementare Cer und auch die Ceroxide haben nur ein geringes toxisches Potential. Das Freisetzen und Einatmen von Stäuben ist aber zu vermeiden, sie reizen Augen und Schleimhäute, da sich mit der Feuchtigkeit das ätzend wirkende Cerhydroxid bildet. Da die Lanthanide meist nur in geringen Mengen inhaliert werden - beispielsweise über Rauch von Lichtbogenlampen - liegen für eine toxikologische Beurteilung zu wenig Daten vor. 
  
Vorkommen 
Cer ist das häufigste Metall in der Reihe der Lanthanide und steht mit einem Anteil von 0,0043% an 28. Stelle der Elementhäufigkeit. Cer kommt stets zusammen mit den anderen Lanthaniden vor. Zu den bedeutenden Erzen gehören die Mineralien der Monazit-Gruppe oder der Bastnäsit-Gruppe 
  
 
 Monazit-(Ce) aus Iveland/Norwegen
 
 
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 Die Mineralien der Monazit-Gruppe dienen zur Gewinnung der Lanthanide.
 
  
Bedeutende Lagerstätten an Cer-Mineralien liegen in Kalifornien, in Skandinavien, in den GUS-Staaten, in Indien, in Südafrika und in Kongo. Die Mineralien der Cerit-Gruppe sind für die Cergewinnung nicht so bedeutend, da sie fast nur in Schweden gefunden werden. 
 
 
 Cerit aus Bastnäs/Riddarhyttan/Schweden
 
 
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 Aus dem Cerit lässt sich Lanthan und Cer gewinnen.
 
 
Geschichte 
Das Element wurde im Jahre 1803 von dem deutschen Chemiker Martin H. Klaproth (1743-1817) in Berlin entdeckt, als er einen Cerit aus Bastnäs (siehe Bild) chemisch analysierte. Er benannte die neue Erde Ochroiterde (griech. ochros, "ocker"). Fast gleichzeitig und unabhängig voneinander fanden auch die schwedischen Chemiker J.J. Berzelius (1749-1848) und Wilhelm Hisinger (1766-1852) in Stockholm diese Erde. Sie benannten die Erden nach dem gerade entdeckten Planetoiden Ceres. Das chemische Symbol Ce schlug Berzelius im Jahre 1814 vor. Im Jahre 1825 gelang Carl Gustav Mosander (1797-1858) in Stockholm die erstmalige Herstellung des Metalls Cer durch eine Reduktion von Cerchlorid mit Natrium. Im Jahre 1839 wies Mosander nach, dass die von Klaproth entdeckte Ochroiterde keine reines Ceroxid war, sondern eine Mischung mehrerer Erden darstellte. Dabei gelang ihm auch die Entdeckung des Lanthans.  
 
 
 Die Entdeckung der Metalloxide in der Ceriterde
 
 
 
 
 Literaturquelle: nach Binder [4]
 
  
Herstellung     
Der wichtigste Rohstoff zur Cerherstellung ist der Monazitsand. Aus einem Kilogramm können ca. 220g Cer, 120g Lanthan, 100g Neodym, 30g Praseodym und eine ganze Reihe weiterer Lanthanoide gewonnen werden. Das Erz wird zunächst angereichert und mit konzentrierter Schwefelsäure aufgeschlossen. Die erhaltenen Sulfate werden in Eiswasser mit Oxalsäure als Oxalate ausgefällt und durch Glühen in die Oxide umgewandelt. Die Abtrennung des Ceroxids erfolgt durch Ionenaustausch und Komplexbildung. Mit steigender Ordnungszahl, vom Lanthan bis zum Ytterbium, nimmt die Tendenz zur Komplexbildung bei den Lanthanoiden ständig zu. Diese Eigenschaft kann bei der Abtrennung ausgenutzt werden.  
   
Durch eine Reaktion mit Chlorwasserstoff erhält man Cer(III)-chlorid, das durch eine Schmelzflusselektrolyse oder durch eine Reduktion mit Calcium oder Magnesium zu Cer umgewandelt wird. Dieses Verfahrensprinzip wird bei allen Seltenerdenmetallen angewandt (siehe beim Yttrium). 
  
Verwendung 
Das Metall dient in Legierungen zur Erhöhung der Festigkeit und der Dehnbarkeit. "Cer-Eisen" ezeugt als Zündmetall und Feuerstein in Feuerzeugen oder Gasanzündern Funken durch Reibung. Es besteht aus einer Legierung mit 50% Cer, 40% Lanthan, 7% Eisen und 3% Metallen der Lanthanoide. Ferner dient Cer auch zur Färbung von Glas.  
 
  
 Gasanzünder mit Zündstein
 
 
 
 
 Das Cer-Eisen verbrennt beim Reiben unter Funkenbildung, es enthält auch Lanthan.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht