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| Eigenschaften:
Tellur kommt in zwei Modifikationen vor: Die metallische, silberweiß glänzende Modifikation ist relativ weich. sehr spröde und lässt sich daher leicht pulverisieren. Tellurdämpfe sind von goldgelber Farbe. Die braunschwarze, amorphe Form erhält man, wenn man die Dämpfe an mit flüssiger Luft gekühlten Flächen in Kontakt bringt. Diese Modifikation geht bei 25°C wieder in das metallische Tellur über. Bei -268,85°C zeigt das metallische Tellur Supraleitfähigkeit. Wie das Selen besitzt es eine geringe elektrische Leitfähigkeit, die beim Belichten jedoch zunimmt. Aus diesem Grunde eignen sich Tellur-Einkristalle für den Bau von Photowiderständen und -transistoren. Das natürliche Tellur stellt ein Gemisch aus fünf stabilen und drei radioaktiven Isotopen dar. Letztere besitzen eine sehr lange Halbwertszeit: Te-123: 1,24 x 1013 Jahre Te-128: 7,2 x 1024 Jahre Te-130: 2,7 x 1021 Jahre Beim Erhitzen an der Luft verbrennt Tellur mit bläulich-grüner Flamme zu Tellur(IV)-oxid: Te + O2 -----> TeO2 DHR = -326 kJ/mol Tellur(IV)-oxid ist ein weißes, kristallines Pulver, das in Wasser nicht löslich ist. In Wasser und nicht oxidierenden Säuren ist Tellur beständig, während es sich in Laugen, Salpetersäure oder in konzentrierter Schwefelsäure unter Oxidation löst. Mit Zink reagiert es bei ca. 800°C zu Zinktellurid: Zn + Te -----> ZnTe Zinktellurid ist ein graues, beim Zerreiben rot färbendes Pulver. Die Telluride entsprechen den Sulfiden oder den Seleniden. Mit Säuren bilden sie gasförmigen Tellurwasserstoff (H2Te), der in seinem übel riechenden Geruch und der Giftigkeit dem Arsenwasserstoff ähnelt: ZnTe + 2 HCl -----> ZnCl2 + H2Te Mit den Halogenen entstehen die entsprechenden Tellurhalogenide, mit Chlor reagiert es zu Tellur(IV)-chlorid, eine weiße, wasseranziehende Masse: Te + 2 Cl2 -----> TeCl4 Tellur und seine Verbindungen sind nicht ganz so giftig wie Selen und seine Verbindungen. Sie können jedoch fruchtschädigend wirken. Beim Einatmen von Stäuben oder Dämpfen können Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall und Schwindel auftreten. Außerdem tritt dann in der Atemluft, im Schweiß und im Urin ein monatelang anhaltender Knoblauchgeruch auf. |
| Vorkommen:
Das Halbmetall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 1 x 10-6% an 74. Stelle. Es ist ein sehr seltenes Element und steht in der Häufigkeit zwischen Osmium und Gold. Sehr selten kommt es in der Natur elementar und gediegen vor. Zu den Tellurmineralen gehören der Tellurit (Tellurocker, TeO2) oder der Tellurbismutit (Bi2Te3). Zur Gewinnung des Metalls sind diese Mineralien aufgrund ihrer Seltenheit jedoch ohne Bedeutung. Tellur fällt hauptsächlich als Anodenschlamm bei der Kupferraffination an (siehe unten). |
| Geschichtliches:
Das Metall wurde im Jahre 1782 von Franz Josef Müller von Reichenstein (1740-1825) in Hermannstadt/Siebenbürgen in den Mineralen Nagyagit und Sylvanit (beides Goldtellurite) entdeckt. Den Elementcharakter erkannte jedoch erst Martin Heinrich Klaproth (1743-1817) im Jahre 1798 in Berlin. Er wählte den Namen Tellur, weil das Element aus der Mutter Erde gewonnen werden konnte (nach dem lateinischen Wort tellus für Erde). Das Symbol Te schlug J.J. Berzelius im Jahre 1814 vor. |
| Herstellung:
Die Gewinnung des Metalls erfolgt aus der Verarbeitung des Anodenschlamms bei der Kupferraffination. Dort fällt es als Gold- oder Silbertellurid an. Diese Verbindungen werden mit Natriumnitrat oder Sauerstoff zusammen mit Natriumcarbonat auf 500°C erhitzt, wobei wasserlösliches Natriumtellurit entsteht. Durch eine Neutralisation mit Schwefelsäure erhält man Tellur(IV)-oxid. Nach dem erneuten Lösen des Oxids in einer Lauge erhält man gereinigtes Natriumtellurit. Durch eine Elektrolyse ist dann 99,8%iges, reines Tellur erhältlich. ![]() |
| Verwendung:
Das Metall dient als Legierungsbestandteil in anderen Metallen z.B. in Kupfer oder in Aluminium zur Erhöhung der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit, der Härte und der Zähigkeit. Hochreines Tellur wird in der Halbleitertechnik und in Wärmedetektoren eingesetzt. Cadmiumtellurid spielt in der Photovoltaik eine Rolle. Manche Tellurverbindungen dienen zum Färben von Glas und Keramik oder werden als Katalysatoren verwendet. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |