Stärke löslich (C6H10O5)n
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Weißes Pulver
Vorkommen
Reservekohlenhydrat in Knollen,
Wurzeln, Früchten, Samen und Mark der Pflanzen (z.B. in Kartoffeln
oder Getreidesamen) |
Molmasse
176,124 g/mol
AGW
keine Angaben
Dichte ca.
1,5 g/cm3
Zersetzung
bei ca. 200 °C
Wasserlöslichkeit
in 1 Liter H2O
bei 90 °C 50 g
Zündpunkt
+400 °C |
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- |
Entsorgung
Hausmüll/Abwasser |
| Etikett
drucken |
Deutsche Bezeichnung |
Englische Bezeichnung |
| CAS
9005-25-8 |
Stärke löslich |
Starch |
Eigenschaften
Eine Wasserlöslichkeit
als physikalische Eigenschaft der Stärke lässt sich nur bedingt
angeben, da diese stark von der Vorbehandlung abhängt. Natürliche
Stärke ist kaum wasserlöslich. Wässrige Stärkelösungen
erhält man mit heißem Wasser, die beim Abkühlen zu einem
Gel erstarren und einen Stärkekleister bilden. Auf diesem Prinzip
beruht auch die Herstellung von Tapetenkleister. Im Gegensatz zur natürlichen
Stärke findet die Verkleisterung bei der Methylcellulose des Tapetenkleisters
schon mit kaltem Wasser statt. Auch verdünnte, kalte Natronlauge
und Ammoniaklösung bewirken eine Quellung
der Stärke.
Mit Fehlingscher
Lösung erfolgt im Gegensatz zu den Einfachzuckern keine Reduktion.
Mit Iod-Kaliumiodidlösung bildet sich beim Erhitzen jedoch eine Blaufärbung.
Der Stärkenachweis dient zum
Nachweis von Vielfachzuckern und Stärke. Die Blaufärbung beruht
auf einem Einbau von Iodatomen in die Kettenmoleküle der Stärke.
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Beim Stärkenachweis
tritt eine Lila-Blaufärbung auf.
Natürliche Stärke
ist ein Stoffgemisch zweier Vielfachzucker: Amylose und Amylopektin. Amylose
kann man sich als kettenförmiges Molekül vorstellen, in dem viele
Glucoseringe miteinander verknüpft sind. Die Amyloseketten bauen sich
in einer spiralförmigen Helix mit 6 Glucoseeinheiten pro Windung auf.
Dabei bilden sich Ketten mit bis zu 1400 Glucoseeinheiten. Lösliche
Stärke enthält vor allem Amylose (vgl. auch mit Cellulose).
Schraubenform der Amylose
Im Amylopektin sind die
Amyloseketten miteinander verzweigt. Derartige Moleküle sind teilweise
aus bis zu einer Million Atomen aufgebaut: |
Ein Amylopektinmolekül
ist aus Amyloseketten aufgebaut, die sich zusätzlich verzweigen.
Unter dem Einfluss von
verdünnten Säuren oder von Enzymen (Amylase und Maltase) können
diese Ketten aufgespalten werden, so dass man wieder Glucose
erhält. Bei der Verdauung findet dieser Prozess bereits im Speichel
statt. Aus diesem Grund schmeckt ein Stück Weißbrot nach einer
Weile süßlich, wenn man längere Zeit darauf herumkaut.
Die Erzeugung des Reservestoffs
Stärke ist eine wesentliche Grundlage des pflanzlichen Stoffwechsels.
Bei der Fotosynthese erzeugen die Pflanzen die Stärke unter dem Einfluss
von Sonnenlicht und mit Hilfe des Blattgrünfarbstoffes Chlorophyll
aus dem Kohlenstoffdioxid der Luft, wobei auch Sauerstoff
entsteht. Dieser Prozess wird als Assimilation bezeichnet:
Kohlenstoffdioxid + Wasser
Sauerstoff + Stärke DHR
= +2830 kJ
Die Pflanze kann die
gewonnene Stärke zu Glucose umbauen und als Energielieferant verwerten.
In den Wurzelknollen von Kartoffeln oder in den Samen von Getreidekörnern
wird Reservestärke deponiert. Die dort eingelagerten Stärkekörner
enthalten Amylopektin als Hüllsubstanz (ca. 80%) und im Inneren der
Körner Amylose (20%) . |
Herstellung
Die Gewinnung von Stärke
erfolgt aus Mehl von Mais, Kartoffeln, Weizen oder Reis. Die Kartoffeln
werden zerrieben, damit die Zellwände aufreißen, und die Stärkekörner
werden herausgewaschen. Die Abtrennung der Eiweißstoffe erfolgt durch
Aufschlämmen, wobei die schwereren Stärkekörner zu Boden
sinken. Die groben Zellbestandteile trennt man mit einem Sieb ab, dabei
setzen sich die Stärkekörner in einer milchigen Suspension ab.
Sie werden bei max. 30 °C getrocknet und ergeben beim Zermahlen ein
feines Mehl.
Zur Gewinnung von löslicher
Stärke wird das gewonnene Stärkemehl bei 90 °C zu einem Stärkekleister
aufgequollen. Man filtriert den Stärkekleister und scheidet das Filtrat
mit Alkohol ab. Während das Amylopektin für das Aufquellen verantwortlich
ist, erhält man als lösliche Stärke vor allem Amylose. |
Verwendung
Wichtiges Nahrungsmittel
(kohlenhydratreiche Nahrung, Backwaren, Binde- und Verdickungsmittel für
Soßen, u.a.); Herstellung von Kleister und Klebstoffen; für
biologisch abbaubares Einweggeschirr; als Steifungsmittel für Wäsche
(z.B. Hemdkrägen); zur Herstellung von Dextrin und Glucosesirup; als
Bindemittel für Farben; bei der Bierherstellung; zur Sprengstoffherstellung
(Stärkenitrate); in der Medizin als Grundlage für Salben, Zäpfchen
und Tabletten; wichtiger nachwachsender
Rohstoff bei der Herstellung von Hefe, Glucose,
Sorbit und zur Produktion umweltfreundlicher
Kunststoffe, Füllstoffe und biologisch
leicht abbaubarer Waschmittel.
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Kartoffeln sind nicht
nur zum Essen geeignet,...
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... sondern auch für
biologisch abbaubares Einweggeschirr.
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