Polonium  Iod  Periodensystem  Ununseptium  Radon
 
Astat                                                 85At
engl. astatine, griech. astatos ("unbeständig")
 
 
 
 
Halbwertszeit für At-210:
8,1 Stunden
 
 
Astat ist das Halogen mit der höchsten Dichte; 
es stehen aber nur geringe Mengen zur Verfügung.
langleb. Isotop:
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:  
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
   
   
 
[210]   
85   
302 °C  *)   
370 °C  *)   
7, 5, -1   
8,75 g/cm³  *)   
keine Angaben   
2,20 (Pauling)   
145 pm  
[Xe]4f145d106s26p5  
At-215  Spuren  
At-216  Spuren  
At-218  Spuren  
At-219  Spuren  
   
*) Werte geschätzt 
 
 
Eigenschaften:   
Astat ist das Halogen mit der höchsten Dichte. Da nur winzige Mengen verfügbar sind, lässt sich über seine Eigenschaften nur wenig aussagen. Das Halogen kommt bei Zimmertemperatur in festem Zustand vor und besitzt relativ niedrige Schmelz- und Siedetemperaturen. Wie Iod ist es sublimierbar und leicht flüchtig, jedoch nicht ganz so stark. Auch in seinen chemischen Eigenschaften ähnelt es dem Iod. Wie die anderen Halogene tritt das reine Element vermutlich ebenfalls in einer zweiatomigen Molekülform auf (At2). Das Element besitzt deutlich metallische Eigenschaften und ähnelt in dieser Hinsicht eher dem Polonium als dem Iod. 
 
 
Vorkommen:   
Mit einem Massenanteil von 3 x 10-24% steht Astat an 94. und letzter Stelle der Elementhäufigkeit. Damit ist es noch vor Francium das seltenste auf der Erde vorkommende natürliche Element. Der äußerste Kilometer der Erdkruste enthält wahrscheinlich nicht mehr als 50 Milligramm an Astat. Die natürlichen Astat-Isotope kommen in geringsten Spuren in Uran- oder Thoriummineralien vor.  
 
Die fünf seltensten Elemente in der Erdhülle
 
Atomsorte
Symbol
Massenanteil 
Astat
At
3 x 10-24 %
Francium
Fr
1,3 x 10-21 %
Technetium
Tc
1,2 x 10-19 %
Promethium
Pm
1,5 x 10-19 %
Plutonium
Pu
2 x 10-19 %
 
 
Geschichtliches:   
Das Element wurde von den Amerikanern Emilio Gino Segré, D.R. Corson und K.R. Mackenzie an der Universität in Berkeley/Kalifornien im Jahre 1940 erstmals hergestellt und entdeckt. Die Forscher beschossen dabei Bismut-209 mit beschleunigten Heliumkernen im Protonenbeschleuniger der Universität (Kernreaktion siehe unter Herstellung).   
   
Die natürlichen Vorkommen der relativ kurzlebigen Isotope konnten von den Österreicherinnen B. Karlik und T. Bernet im Jahre 1943 in Wien als Zerfallsprodukte der radioaktiven Zerfallsreihen in Uran- und Thoriummineralien nachgewiesen werden. Seinen Namen erhielt das Element erst sieben Jahre nach der Entdeckung. Er bezieht sich auf den raschen radioaktiven Zerfall der Isotope und wurde nach dem griechischen Wort astatos ("instabil") gewählt. 
 
 
Herstellung:   
Das Astat-Isotop-211 lässt sich mit Hilfe der oben beschriebenen Vorgehensweise durch den Beschuss von Bismut künstlich herstellen.   
   

Dabei entsteht ein Gemisch verschiedener Produkte, aus dem sich das Astat durch das Erhitzen auf 450-600°C verdampfen lässt. An einer gekühlten Platinscheibe sublimiert schließlich das Element, das sich durch Abspülen der Platinplatte mit Salpetersäure in einer wässrigen Lösung isolieren lässt. Aufgrund des raschen Zerfalls und der kurzen Halbwertszeiten gelang es bisher nicht, wägbare Mengen des Elements herzustellen.  
 

 
Verwendung:   
Organische Astatverbindungen dienen in der Nuklearmedizin zur Bestrahlung bösartiger Tumore. Astat-Isotope eignen sich aufgrund der kurzen Halbwertszeiten innerlich eingenommen als radioaktive Präparate zum Markieren der Schilddrüse. Das Element wird in der Schilddrüse angereichert und in der Leber gespeichert. 
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht