Iod  Krypton  Periodensystem  Radon  Caesium
 
Xenon                                              54Xe
engl. xenon; griech. xenos ("Gast", "Fremder")
 
 Zoom!
Bild vergrößern
 
Das Edelgas Xenon wird in 
Blitzröhren als Füllgas verwendet
 
 
 
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:   
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
   
   
   
   
   
 
131,293   
54   
- 111,8 °C   
- 108,1 °C   
  
5,8971 g/l   
--   
2,58 (Pauling)   
218 pm  
[Kr]4d105s25p6  
Xe-124    0,10%  
Xe-126    0,09%  
Xe-128    1,91%  
Xe-129  26,4%  
Xe-130    4,1%  
Xe-131  21,2%  
Xe-132  26,9%  
Xe-134  10,4%  
Xe-136    8,9%
 
 
Eigenschaften:   
Xenon ist bei Zimmertemperatur ein farbloses, geruchloses Gas. Es besitzt eine sehr hohe Dichte und ist viermal schwerer als Luft. Xenon ist wie alle Edelgase an sich ein schlechter elektrischer Leiter. Legt man jedoch an das Gas in Gasentladungsröhren eine Spannung an, beginnt ein Strom zu fließen und das Xenon erzeugt bei seiner Glimmentladung ein violettes Licht.   
   
Wie alle anderen Edelgase (Helium, Neon, Argon, Krypton) ist Xenon relativ reaktionsträge. Trotzdem reagiert es bei hohen Temperaturen oder in elektrischen Entladungen mit Fluor und bildet Xenonfluoride. Diese stellen die bedeutendsten, bisher bekannten Edelgasverbindungen dar. Ein Liter Wasser löst bei 0°C 234 ml Xenongas.  
 
 
Vorkommen:   
Xenon ist ein äußerst seltenes Element auf der Erde. Es steht mit einem Masseanteil von 2,4x10-9% an 83. Stelle in der Elementhäufigkeit. Ein Liter Luft enthält etwa 0,000087 ml Xenon (8,7 x 10-6 Volumenprozent). Xenonisotope findet man spurenweise auch in uranhaltigen Mineralien und in Meteoriten. 
 
 
Geschichtliches:   
Die Entdeckung des Xenons gelang den beiden englischen Chemikern Sir William Ramsay (1852-1916) und Morris William Travers (1872-1961) im Jahre 1898 in London. Es erhielt den Namen "Xenon" nach dem griechischen Wort xenos ("Gast", "Fremder"), da es bis dahin das seltenste Edelgas darstellte. Die erste Herstellung einer Edelgasverbindung gelang dem Franzosen Neil Bartlett im Jahre 1962: Xenonhexafluoroplatinat (V). Xenon(II)-fluorid stellte der deutsche Chemiker Rudolf Reinhold Hoppe nur zwei Jahre später her.  
   
   
 
Sir William Ramsey (links) und Morris William Travers (rechts)
 
 
Herstellung:    
Das Edelgas fällt als Nebenprodukt bei der fraktionierten Destillation von verflüssigter Luft an (Näheres siehe bei Argon). Man erhält zunächst eine Fraktion aus Krypton und Xenon, die durch eine nachfolgende Rektifikation getrennt wird. 
 
 
Verwendung:    
Da die Herstellung von reinem Xenon relativ teuer ist, beschränkt sich der Einsatzbereich des Edelgases auf Spezialanwendungen. Als Füllgas für Glühbirnen ist es zu teuer. Es dient zur Herstellung von Xenon-Blitzröhren, für Bauteile in Radaranlagen und zur Herstellung von Xenon-Hochdrucklampen für Stadionbeleuchtungen. Das Xenon erzeugt ein sehr weißes Licht mit einer Farbtemperatur von 6000 Kelvin, was annähernd dem Sonnenlicht (6500 Kelvin) entspricht. Ein Gemisch von 80% Xenon und 20% Sauerstoff wirkt narkotisierend, weshalb das Edelgas bei Operationen gelegentlich eingesetzt wird. Das radioaktive Isotop Xe-133 dient als Markierungsmittel in der Medizin zur Untersuchung der Durchblutung im Gehirn oder in anderen Organen. 
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht