Scandium  Zirconium Vanadium
 
 Titan                                                  22Ti
 engl. titanium; nach den Riesen (Titanen) der griech. Sagen
 
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Relat. Atommasse  
Ordnungszahl   
Schmelzpunkt   
Siedepunkt   
Oxidationszahlen    
Dichte   
Härte (Mohs)    
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit   
  
   
   
 
47,867    
22    
1668 °C    
3287 °C    
4, 3, 2    
4,51 g/cm³   
3 - 4    
1,54 (Pauling)    
[Ar]3d²4s²   
Ti-46: 8,25%  
Ti-47: 7,44%  
Ti-48: 73,72%  
Ti-49: 5,41%  
Ti-50: 5,18%
 
 
      
 
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Ein Titanblech liegt in konzentrierter Salzsäure, dann wird die Säure erhitzt.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 250, 260 
  
Diese Kennzeichnung gilt Pulver. 
Das kompakte Metall ist 
nicht kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-32-6 
  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
In reiner Form kann man das grau glänzende Titan gut dehnen und schmieden. Titan wird als Werkstoff aufgrund seiner guten mechanischen Festigkeit geschätzt. Bei verunreinigtem Titan nimmt die Schmiedbarkeit rasch ab und das Metall wird spröde und hart. Bei höheren Temperaturen über 400°C nimmt die Festigkeit des Metalls ab, daher ist es als Werkstoff in reiner Form nur bedingt geeignet. Es nimmt dann auch leicht Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auf, so dass die Sprödigkeit und die Härte auch mit dem Ansteigen der Temperatur zunehmen. Die elektrische Leitfähigkeit ist nicht besonders gut, sie beträgt im Vergleich zum Silber weniger als 4%, die thermische Leitfähigkeit nur etwa 5%.   
   
 
 Titan und Königswasser
 
 
 
 
 Ein Titanblech zeigt keine Reaktion, wenn es in 60%iger Salpetersäure liegt. Erst bei der
Zugabe von konzentrierter Salzsäure zur Salpetersäure setzt eine Wasserstoffentwicklung ein.
 

Titan steht in der Spannungsreihe noch über dem Zink und ist damit ein relativ unedles Metall. Aufgrund der sich bildenden Oxidschicht ist es aber an der Luft und gegenüber Wasser beständig. Mit kalten Säuren reagiert es außer mit Flusssäure nicht. In heißer Salzsäure setzt eine Wasserstoffentwicklung ein und es wird langsam aufgelöst.  
  
Mit einem Schweißbrenner kann man Titan verbrennen, bei Rotglut verbrennt es zu Titandioxid:  
  
Ti  +  O2   TiO2      DHR = -945 kJ/mol 
  
Bei höheren Temperaturen verbindet sich Titan mit vielen Nichtmetallen, mit Wasserstoff zu Titanhydrid  TiH2, mit Chlor zu Titantetrachlorid  TiCl oder mit Schwefel zu Titansulfid  TiS2. Mit anderen Metallen bilden sich Titanlegierungen, die sich durch enorme Festigkeit und Widerstandsfähigkeit bei optimaler Elastizität auszeichnen.  

   
Toxikologie 
Titan ist in Dentallegierungen und in Knochenimplantaten enthalten. Einige Personen reagieren darauf mit allergischen Reaktionen. Das elementare Titan und das als Pigment verwendete Titandioxid haben aber wohl nur ein geringes toxisches Potential. Trotzdem sollte man die Stäube nicht freisetzen oder einatmen.
  
Vorkommen 
Das Element Titan kommt in der Natur relativ häufig vor und steht zwischen Wasserstoff und Chlor an 10. Stelle der Elementhäufigkeit. Elementar kommt es in der Natur nur sehr selten in bestimmten Granitgesteinen oder im Granat vor. Der Ilmenit ist das für die Technik bedeutendste Titanerz, da aus ihm das Weißpigment Titandioxid (TiO2) gewonnen wird. Die wichtigsten Ilmenit-Lagerstätten in Europa kommen in Norwegen (Ekersund-Soggendal), Finnland und im Ilmengebirge im südlichen Ural vor. Weitere Lagerstätten finden sich in Kanada, USA und in Australien.   
   
Zu den Titanmineralien gehören der Titanit (Ca-Ti-Silicat), der Perowskit (CaTiO3), der Rutil, der Anatas und der Brookit (alle drei TiO2). Große Rutil-Lagerstätten finden sich in Südafrika, Australien und in den USA, große Anatas-Lagerstätten in Brasilien.   
 
 
 
 
 
 
 
 
Geschichte 
Titandioxid wurde von dem Briten William Gregor (1761-1817) in Creed/Cornwall im Jahre 1791 und dem Deutschen Martin H. Klaproth (1743-1817) in Berlin im Jahre 1795 unabhängig voneinander entdeckt. Klaproth entdeckte das vermutete Element bei Untersuchungen des Minerals Rutil und benannte es nach den Titanen, den Ursöhnen der Erde, der griechischen Sagen. Das Metall in unreiner Form stellt erstmals J.J. Berzelius (1779-1848) im Jahre 1825 durch Reduktion aus Titandioxid mit Natrium her. Erst 1910 gelang die Herstellung von reinem Titan durch M.A. Hunter in den USA durch Reduktion von Titantetrachlorid mit Natrium. Die industrielle Produktion wurde ab 1938 durch das von W. Kroll entwickelte Verfahren ermöglicht, das seit 1946 großtechnisch angewendet wird.  
 
 
 Einer der Entdecker des Titans
 
 
 
 
 Martin H. Klaproth (1743-1817)
 
  
Herstellung     
Die industrielle Herstellung erfolgt heute nach dem von W. Kroll entwickelten Verfahren. Zunächst wird aus dem Titaneisenerz Ilmenit Titantetrachlorid hergestellt (näheres siehe unter Titandioxid). Das so entstandene Titantetrachlorid wird gereinigt und bei ca. 1000°C in einer Heliumatmosphäre mit Magnesium zum Metall reduziert:  
  
TiCl4  +  2 Mg   Ti  +  2 MgCl2   
  
Es entsteht schwammiges Titan, aus dem restliches Magnesium und Magnesiumchlorid mit verdünnter Salzsäure herausgelöst und durch Vakuumdestillation entfernt wird. Statt Magnesium kann auch Natrium als Reduktionsmittel genommen werden:  
  
TiCl4  +  4 Na   Ti  +  4 NaCl   
  
Nach dem Zonenschmelzverfahren von van Arkel und de Boer zersetzt man Titantetraiodid an dünnen, 1300°C heißen Wolframfäden. Da die Herstellung von Titan enorm kosten- und energieaufwendig ist, spielen heute Recyclingverfahren aus Titanschrott immer mehr eine bedeutende Rolle.  
  
Verwendung 
Titan und seine Legierungen sind zur Herstellung von technischen Gegenständen, bei denen es auf geringes Gewicht und hohe mechanische Belastbarkeit ankommt, von großer Bedeutung. Daher finden sie im Flugzeugbau, in der Weltraumfahrt, im Schiffs- und U-Bootbau, in der Reaktortechnik, im Anlagenbau und im chemischen Apparatebau, zum Beispiel bei der Salpetersäureherstellung vielfältige Anwendungen. In der Medizintechnik werden Schrauben, Prothesen und künstliche Gelenke aus Titan und Titanlegierungen hergestellt. Das Metall wird auch in Brillenfassungen, Uhren und Schmuck verwendet.   
 
 
 Titan-Kristall als Schmuck (mit Brillant) und Pinzette aus Titan
 
 
  
 
Titanwerkstoffe sind relativ leicht und sehr hoch belastbar.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht