Titan  Niob Chrom
 
 Vanadium                                       23V
 engl. vanadium (von "Vanadis", Beiname der nordischen Göttin Freya)
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität     
Elektronenkonfig.    
Natürl. Häufigkeit   
     
 
50,9415     
23     
1910 °C     
3407 °C     
5, 4, 3, 2, 1, 0, -1    
6,0 g/cm³    
5,0     
1,63 (Pauling)     
[Ar]3d³4s²    
V-50    0,25%    
V-51  99,75%    
 
 
 
      
 
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Ein Stück Vanadium liegt in konzentrierter Salzsäure, dann wird die Säure erhitzt.
    
GHS-Piktogramme 
Nicht kennzeichnungspflichtig
Gefahren (H-Sätze)  
--
CAS-Nummer 
7440-62-2 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Vanadium ist ein grau glänzendes Schwermetall, das sich bereits im kalten Zustand gut schmieden und walzen lässt. Geringste Verunreinigungen erhöhen jedoch die Härte und vermindern die Dehnbarkeit. Obwohl Vanadium ein relativ unedles Metall ist, wird es an der Luft nicht angegriffen, da es sich sofort mit einer dünnen Oxidschicht überzieht und dabei den Glanz beibehält. Oberhalb von 300°C beginnt aber eine deutliche Oxidation, ab 600°C reagiert Vanadiumpulver zu Vanadium(V)-oxid:  
  
4 V  +  5 O2   2 V2O5      DHR =  -1552 kJ/mol 
  
 
 Kristallines Vanadium reagiert mit 60%iger Salpetersäure
 
 
 
 
 Ein Stück kristallines Vanadium reagiert zunächst langsam unter Bildung einer grünen Lösung.
Nach einer Weile setzt eine heftige Reaktion unter Entwicklung eines rotbraunen Gases ein.
Nach dem Verdünnen mit Wasser erhält man eine blaue Lösung.
 
 
Mit Chlor reagiert Vanadium zu Vanadiumchlorid, mit Stickstoff entsteht Vanadiumnitrid, bei Weißglut bildet sich mit Kohlenstoff Vanadiumcarbid. Vanadium ist gegen nichtoxidierende Säuren wie Salzsäure bei Raumtemperatur beständig. Heiße Salzsäure greift das Metall jedoch unter Wasserstoffentwicklung an. Oxidierende Säuren wie konzentrierte Salpetersäure oder Schwefelsäure lösen das Metall auf, wobei sich die entsprechenden Vanadiumsalze bilden. Mit konzentrierter Salpetersäure entsteht rotbraunes Stickstoffdioxid und Vanadiumnitrat, das bei Wasserzugabe eine blaue Lösung bildet.
   
Physiologie - Toxikologie 
Vanadium gehört zu den lebensnotwendigen Spurenelementen des Menschen. In chemisch gebundener Form beeinflusst es als Coenzym die Wirkung von Enzymen und ist für den Stoffwechsel der Hormone, der Glucose, der Knochen und der Schilddrüsen von Bedeutung. Mangelerscheinungen werden bisher in der medizinischen Literatur nicht beschrieben, vermutlich nimmt der Mensch über die tägliche Nahrung genug auf. Als besonders vanadiumreich gelten Spinat, Austern, Pilze, Vollkornprodukte, Fleisch und Fisch. 
  
Vanadiumstäube und einige anorganische Verbindungen haben sich im Tierversuch als krebserzeugend oder keimzellenschädigend erwiesen. Ein Problem für den Menschen tritt auf, wenn Arbeiter längere Zeit in einem Metallverhüttungsbetrieb arbeiten und die Stäube längere Zeit einatmen. Eine chronische Vanadiumvergiftung äußert sich in Schleimhautreizungen oder in chronischen Lungen- oder Darmerkrankungen.
  
Vorkommen 
Vanadium ist ein eher häufiges Element und steht mit einem Anteil von 0,014% an 23. Stelle der Elementhäufigkeit zwischen Strontium und Zink. Es kommt in der Natur nicht elementar vor. Ein bei Mineraliensammlern bekanntes Vanadiumerz ist der Vanadinit (Bleivanadanat), der vor allem in Marokko vorkommt. Dieses Erz spielt bei der Vanadiumgewinnung jedoch kaum eine Rolle. Von größter Bedeutung sind jedoch die Titanomagnetiterze, bei deren Verarbeitung zu Roheisen Vanadium(V)-oxid in der Schlacke anfällt. Erze zur Vanadiumgewinnung liefern Südafrika, die GUS-Statten, die USA und China. 
  
  
 Vanadinit aus Mibladen/Marokko
 
 
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 Der knallrote Vanadinit ist ein bei Mineraliensammlern begehrtes Vanadiummineral.
 
 
Geschichte 
Die Entdeckung des Elements Vanadium wird dem mexikanischen Mineralogen Andrés Manuel del Río (1765-1849) zugeschrieben. Er entdeckte es im Jahre 1801 in einem Bleierz und benannte es zunächst "Eryhtronium". Der französische Chemiker H.V. Collet-Descotils (1773-1815) hielt es danach für unreines Chrom. Erst der schwedische Chemiker Niels Gabriel Sefström aus Falun (1787-1845) bestätigte das neue Element und benannte es nach der nordischen Schönheits- und Liebesgöttin Freya, die den Beinamen Vanadis besaß. Um Verwechslungen mit der römischen Zahl V zu vermeiden, wird gelegentlich auch das Symbol "Va" verwendet. Die Herstellung von Vanadium in unreiner Form gelang dem englischen Chemiker Sir Henry Roscoe (1833-1915) im Jahre 1867 in Manchester. Sehr reines Vanadium stellten die Amerikaner J.W. Marden und N.M. Rich durch eine Reduktion von Vanadium(V)-oxid mit Calcium im Jahre 1927 her.  
 
 
 Der Entdecker des Vanadiums
 
 
 
 
 Andrés Manuel del Río (1765-1849)
 
  
Herstellung     
Durch das Rösten oder das Auslaugen von Vanadiumerzen oder vanadiumhaltiger Schlacken erhält man Vanadium(V)-oxid. Die Vanadiumherstellung erfolgt dann durch eine Reduktion mit Calcium bei 950°C:  
  
V2O5  +  5 Ca   2 V  +  5 CaO   
  
Man erhält relativ unreines Vanadium, das durch eine nachfolgende elektrolytische Raffination gereinigt werden kann. Ein anderes bedeutendes Verfahren ist das Aufwachsverfahren, in dem Vanadiumiodid bei ca. 1000°C unter Vakuum in einer Quarzglasapparatur erhitzt wird und sich das hochreine Metall dann auf einem glühenden Wolframdraht niederschlägt. 
  
Verwendung 
Vanadium ist ein wichtiges Legierungsmetall in Baustählen und Werkzeugstählen. Gehalte von bis zu 0,5% Vanadium erzeugen eine große Härte, Stoßfestigkeit und Zähigkeit. Titan-Vanadium-Legierungen dienen als Material in Brennstabhüllen für die Kernenergienutzung. Vanadium(V)-oxid ist ein wichtiger Katalysator, zum Beispiel bei der Schwefelsäureherstellung oder im chemischen Labor.  
 
 
 Schraubenschlüssel aus Chrom-Vanadium-Stahl
 
 
 
 
 Chrom-Vanadiumlegierungen zeichnen sich durch große Härte und Stoßfestigkeit aus.
 
 
Vanadiumverbindungen im Portrait
 
 
 
 
 
 
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht