Halit, Steinsalz
engl. Halite
Nach dem griechischen Wort halos („Salz“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
NaCl
Halogenide
farblos, weiß, grau, gelblich,
orange, rötlich, bläulich
weiß
Glasglanz, Fettglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2
2,1 – 2,2 g/cm³
vollkommen (Würfel)
uneben muschelig

kubisch
kubisch-hexakisoktaedrisch
Steinsalz aus Neuhof-EllersLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Als Halit oder Steinsalz bezeichnet man das natürliche Mineral, das aus Natriumchlorid aufgebaut ist. Es schmeckt salzig, aber im Gegensatz zum Sylvin nicht bitter. Beim Zerschlagen spaltet sich Steinsalz in kleinere Würfel. Steinsalz ist ein guter Leiter für Wärme und im erwärmten Zustand auch für elektrischen Strom. Der Schmelzpunkt liegt bei 800,7 °C. Steinsalz löst sich leicht in Wasser, der Sylvin dagegen nicht so gut. Steinsalz schmilzt leicht vor dem Lörohr. Das mit Salzsäure befeuchtete Pulver erzeugt eine gelbe Flammenfärbung, was auf das Vorhandensein von Natrium-Atomen hinweist. Manche Halite zeigen unter kurzwelligem UV-Licht eine rote Fluoreszenz oder unter langwelligem UV-Licht eine orange Fluoreszenz.


Halit aus Szczecin
Lupe
Halit aus Szczecin, Polen
Blauer Halit
Lupe
Blauer Halit aus Schweizerhalle, Schweiz
Sylvin auf Halit aus Wathlingen bei Celle
Lupe
Sylvin auf Halit aus Wathlingen bei Celle
Varietäten

Der Huantajayit ist eine Varietät, die das Silberchlorid-Mineral Chlorargyrit enthält.


Kristallformen und Wachstum

Größere Kristalle nach dem kubischen System treten als Würfel, Rhombendodekaeder, Oktaeder oder Tetrakishexaeder auf. Die Kristalle sind oft angefressen, so dass Kristallskelette entstehen. Aggregate sind körnig, faserig, spätig oder stalaktitisch. Auch Ausblühungen, Einschlüsse und Einlagerungen kommen vor. Gitterfehler im Kristallaufbau erzeugen Interferenz, derartige Kristalle sind in der Durchsicht teilweise blau. Einlagerungen von Hämatit führen zu roten, Einlagerungen von Limonit zu gelben Verfärbungen. Sind Tonmineralien vorhanden, kann sich das Steinsalz trüben und grau erscheinen.


Geschichte

Das Natriumchlorid aus dem Steinsalz ist neben der Essigsäure das älteste Mittel, um Lebensmittel haltbar zu machen. Schon im Altertum kannten die Sumerer und Babylonier Salzfleisch und Salzfisch als Handelsartikel. Im 14. Jahrhundert wurde das „weiße Gold“ zu hohen Preisen gehandelt, es war zeitweise sogar so kostbar wie Gold. Erst mit der Entdeckung ergiebiger Salzlager in Mittel- und Süddeutschland wurde es auch für ärmere Leute erschwinglich. Früher besaß die Schweiz außer einer kleinen Anlage in Bex keine eigene Salzversorgung. Noch im 18. Jahrhundert belieferte Bad Reichenhall fast die gesamte Ost- und Zentralschweiz mit Salz. Die ersten Bohrversuche in der Nordwestschweiz fanden 1836 bei Muttenz in Schweizerhalle statt. Bereits ein Jahr später wurde die erste Saline am Rhein bei Basel in Betrieb genommen. Die Gewinnung des Salzes ist durch mehrer Verfahren möglich: Bei der Siedesalzgewinnung werden unterirdische Salzschichten mit Wasser ausgelaugt. Durch Verdampfen der gewonnenen Sole gewinnt man das reine Salz. In Bergwerken wird Steinsalz bergmännisch abgebaut. In Salinen lässt man Meerwasser verdampfen und erhält so das getrocknete Salz. Steinsalz kommt häufig zusammen mit Kalisalz vor.


Vorkommen

Halit bildet sich im Sediment durch Ablagerung aus dem Meerwasser. Die Salzlagerstätten entstehen oft über einer Gips- oder Anhydrid-Schicht und unter einer Tonschicht. Diese „Salzstöcke“ können mehrere Kilometer dick sein und bis zu 15 Kilometer tief reichen. In Deutschland finden sich zahlreiche Steinsalzlagerstätten, zum Beispiel in Schwäbisch Hall, Heilbronn, Staßfurt oder in Bad Reichenhall. Steinsalz kommt gelöst auch in Salzseen und Meeren vor. Im Erlebnisbergwerk Merkers in Thüringen kann man mit über einem Meter Kantenlänge die größten Salzkristalle der Welt bestaunen. Weltweit ist Halit sehr verbreitet. Viele gute Sammlerstufen mit würfelförmigen Kristallen kommen aus Polen, zum Beispiel aus der Umgebung der Stadt Wieliczka.


Verwendung

Aus Steinsalz wird Natriumchlorid gewonnen. Dieses dient als Kochsalz, es eignet sich zur Konservierung von Lebensmitteln, als Streusalz, zur Herstellung von Natrium, Soda, Chlor und Natronlauge und wird für Infusionen bei Blutverlust benötigt.


Weitere Infos

Entstehung der Steinsalzlagerstätten
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