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Polystyrol ist ein nicht
hitzebeständiger Thermoplast
Um 1830 entdeckte ein Berliner Apotheker
ein Öl, das sich an der Luft in eine zähe Masse verwandelte.
Das Öl konnte aus dem Styrax-Harz einer südamerikanischen Baumart
gewonnen werden und erhielt den Namen Styrol. Es handelt sich hierbei um
eine giftige und brennbare Flüssigkeit, die Augen und Atemweg reizt.
Den makromolekularen Aufbau des Polystyrols erkannte Hermann
Staudinger im Jahre 1920. Zehn Jahre später nahm die IG Farben
in Ludwigshafen die großtechnische Produktion von Polystyrol auf,
nachdem das Styrol auch durch eine Dehydrierung von Ethylbenzol in großen
Mengen zur Verfügung stand.
Polystyrol zeichnet sich durch hohe Transparenz
und Oberflächenglanz aus. Da der Kunststoff in der Wärme schmilzt
und sich in Lösungsmittel löst, z.B. in Toluol
oder Xylol, kann er gut verformt und verarbeitet werden. Der reine Kunststoff
ist aber relativ spröde und daher auch schlagempfindlich. Aus diesem
Grunde wird bei der Herstellung das Styrol zusammen mit anderen monomeren
Stoffen polymerisiert, z.B. mit Acrylnitril oder mit Butadien. Die entstehenden
Copolymere zeichnen sich durch eine hohe Elastizität
aus. Beim Erhitzen des Polystyrols können Dämpfe von Styrol oder
auch von sehr giftigem Acrylnitril (bei Copolymeren) frei werden. Polystyrol
findet einen vielfältigen Einsatz in Spielzeug, Haushaltsgefäßen,
Verpackungen oder Gehäuseteilen in der Elektroindustrie.
Die Bildung von Polystyrol durch eine
Polymerisation von Styrol kann
bereits beobachtet werden, wenn Styrol längere Zeit unter Licht- oder
Wärmeeinwirkung stehen bleibt. Die Flüssigkeit wird zäh
und härtet allmählich aus. Durch die Zugabe eines Initiators,
z.B. durch Dibenzoylperoxid, wird die Polymerisation erheblich beschleunigt.
Polymerisation von Styrol
zu Polystyrol
Ab dem Jahre 1950 wurde ein neues Produkt
aus Polystyrol entwickelt. Durch eine Zugabe von Pentan bei der Polymerisation
erfolgt ein kräftiges Aufschäumen. Nach dem Entweichen des leicht
flüchtigen Pentans erhält man Polystyrol-Schaum, der unter dem
Handelsnamen Styropor®
bekannt ist. Er eignet sich hervorragend als Verpackungsmaterial, Wärmedämmstoff
oder zur Herstellung von Schwimmwesten und Rettungsringen.