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  Zinkbromid   ZnBr2 
Flasche       




In dunkler Flasche 
aufbewahren  
  
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  225,217 g/mol   
  


AGW  keine Angaben
Dichte  4,5 g/cm3   
Schmelzpunkt  +402 °C  
Siedepunkt  etwa +670 °C 
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 488 g
Piktogramme    
GHS 05  
GHS 09  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  

Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1B
 
Gewässergefährdend chron./akut 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 314, 400, 410    P 280.1-3, 273, 301+330+331, 305+351+338, 309+310  
Entsorgung G 4
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  7699-45-8 Zinkbromid Zinc bromide
   
  
Eigenschaften 
  
Zinkbromid ist als weißes, kristallines Salz erhältlich. Es löst sich sehr gut in Wasser und in Ethylalkohol. Beim Auskristallisieren aus einer Lösung bilden sich Dihydrate und Trihydrate. Unter Lichteinwirkung kann das Salz Brom abspalten, es muss in einer braunen Flasche aufbewahrt werden. Im Vergleich zum Zinkiodid ist es aber wesentlich stabiler.


Zinkbromid 


Z
inkbromid besitzt im Vergleich zu anderen Salzen einen sehr niedrigen Schmelzpunkt. Daher kann man es mit einem gewöhnlichen Bunsenbrenner leicht schmelzen. In einer solchen Salzschmelze sind die Ionen fast so beweglich wie in einer Flüssigkeit. Legt man eine Gleichspannung an, dann zerlegt sich das Salz in seine Elemente. An der Elektrode, die mit dem Minuspol verbunden ist, entsteht elementares Zink. An der mit dem Pluspol verbundenen Elektrode bildet sich braunes Brom. Die elektrochemischen Vorgänge für diese Schmelzflusselektrolyse stellen sich so dar: 
  
Oxidation              2 Br−  reagiert zu  Br2  +  2 e  
Reduktion             Zn2+  +  2 e reagiert zu  Zn  


Redoxreaktion     Zn2+  +  2 Br reagiert zu  Zn  +  Br2  
  
  
Schmelzflusselektrolyse von Zinkbromid

Apparatur mit v-förmigem Quarzrohr (+Stopfen mit Öffnung)
zur Schmelzflusselektrolyse von Zinkbromid.
Schmelzflusselektrolyse von Zinkbromid

Nach dem Schmelzen des Salzes und dem Anlegen einer
Gleichspannung bildet sich am Pluspol elementares Brom.

Film erhältlich auf >DVD
   
 
Herstellung 
  
Zinkbromid entsteht bei der Reaktion von Zink mit Bromwasserstoffsäure. Die Herstellung ist auch durch die Reaktion von Zink mit Brom bei 550°C möglich: 
  
Br2  +  Zn reagiert zu  ZnBr2  
   
  
Verwendung 
  
Aufgrund des niedrigen Schmelzpunktes ist Zinkbromid zur modellhaften Darstellung einer Schmelzflusselektrolyse im Chemieunterricht geeignet. Es dient wie die Silberhalogenide zur Herstellung der lichtempfindlichen Schichten in der analogen Fotografie. Die chemische Industrie benötigt Zinkbromid zur Synthese zinkorganischer Verbindungen. 
   
  
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