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Lauge = Base ?
a) Der Begriff "Lauge" in der Alltagssprache
Im alltäglichen Sprachgebrauch meint
man mit einer Lauge eine Flüssigkeit,
die bitter schmeckt oder ätzend wirkt, bzw. andere Stoffe angreift.
Doch die ätzende Wirkung trifft auch auf Säuren zu. Eine genaue
Unterscheidung ist nur mit Hilfe der Fachsprache möglich, dann spricht
der Chemiker aber von einer Base. Doch zunächst soll der alltägliche
Begriff der Lauge näher erläutert werden.
Laugen finden vor allem als Reinigungs-
und Waschmittel Verwendung. Abflussreiniger enthalten oft Natriumhydroxid,
das beim Lösen in Wasser konzentrierte Natronlauge
bildet. Seifen und Waschpulver bilden ebenfalls eine Lauge, wenn sie mit
Wasser vermischt werden. Der Bäcker bestreicht die Brezel mit Brezellauge
(Natronlauge), bevor er sie bäckt. Die Lauge reagiert beim Backen
mit Kohlenstoffdioxid und wird zersetzt, der typische Laugengeschmack bleibt
jedoch zurück. Salmiakgeist (Ammoniaklösung)
ist ein in der Drogerie erhältliches Fensterputzmittel.
Die ätzende Wirkung von konzentrierten
Laugen ist noch stärker als die von Säuren. Deshalb können
die Beläge alter Schränke mit Laugen abgelaugt werden. Die wässrigen
Lösungen von Laugen fühlen sich seifig an. Sie wirken alkalisch
und färben Universal-Indikatorlösung blau.
b) Der Begriff "Base" in der chemischen
Fachsprache
Ein Chemiker versteht unter einer Base
ein Stoffmerkmal, das die Aufnahme von Protonen kennzeichnet. Der chemische
Basenbegriff meint nicht die Lauge aus dem Alltagsgebrauch, sondern die
Funktion, die ein Stoff als Base ausüben kann. Diese Definition stammt
von Johannes Brönsted (1879-1947):
Basen sind Protonenempfänger
Das folgende Beispiel zeigt, was passiert,
wenn sich die Base Ammoniak im Wasser
löst. Das Ammoniak entzieht dem Wassermolekül ein positiv geladenes
Proton und wird zu einem positiv geladenem Ammonium-Ion (NH4+-Ion).
Übrig bleibt ein Hydroxid-Ion
(OH--Ion). Beide Ionen bewirken
die Eigenschaften der wässrigen Ammoniaklösung.
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In der Fachsprache ist die Säure
das Gegenteil einer Base. Säuren geben Protonen ab. Daher wirkt das
Wasser in unserem Beispiel als Säure.
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