Startseite  >>  Lexika  >>  Säuren, Basen und Salze

Lauge und Base

a) Lauge
 
Im alltäglichen Sprachgebrauch meint man mit einer Lauge eine Flüssigkeit, die bitter schmeckt, sich seifig anfühlt oder Stoffe und die Haut verätzt. Laugen finden vor allem in Waschmitteln und Seifen Verwendung. Salmiakgeist ist ein in der Drogerie erhältliches Fensterputzmittel. Abflussreiniger enthalten Natriumhydroxid, das beim Lösen in Wasser Natronlauge bildet. Der Bäcker bestreicht die Brezel mit einer verdünnten Natronlauge, bevor er sie bäckt, um den leicht bitteren Laugengeschmack nach dem Backen zu erhalten. Die ätzende Wirkung konzentrierter Laugen ist noch stärker als die der Säuren. Deshalb können Farb- und Lackreste an alten Schränken mit Laugen gut abgelaugt werden.
 
 
Seifenherstellung
 
 
Laugen sind in der Chemie wässrige, alkalische Lösungen, die Hydroxid-Ionen OH- enthalten, sie färben eine Universalindikatorlösung blau. Die Laugen werden oft auch "Basen" genannt. Der dänische Chemiker Johannes Brönsted (1879-1947) führte eine erweiterte Basen-Definition ein:


b) Base nach Brönstedt

Nach Brönstedt sind Stoffe wie Natriumhydroxid oder Natronlauge zwar keine Basen, sie enthalten aber Ionen, die wie Basen reagieren: Brönstedt-Basen sind Protonenempfänger. Das folgende Beispiel zeigt, was passiert, wenn sich die Brönstedt-Base Ammoniak im Wasser löst. Das Ammoniak entzieht dem Wasser-Molekül ein positiv geladenes Proton und wird zu einem positiv geladenem Ammonium-Kation NH4+. Übrig bleibt ein Hydroxid-Anion OH-. Beide Ionen bewirken die Eigenschaften der wässrigen Ammoniaklösung. Die Brönstedt-Säure ist das Gegenteil einer Brönstedt-Base. Brönstedt-Säuren geben Protonen ab. Daher wirkt das Wasser beim Einleiten von Ammoniak als Brönstedt-Säure:

  
 
Bild vergrößern!
Bild vergrößern
 
   
  
 
Copyright: T. Seilnacht