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Titration und Maßanalyse
 
Bei einer Titration macht man sich die Eigenschaft zunutze, dass Säuren und Basen sich gegenseitig neutralisieren. Das wichtigste Arbeitsgerät bei einer Titration ist die Bürette. Diese wird mit einer Maßlösung (Titrierlösung), bzw. einer Säure oder einer Lauge gefüllt, von der die genaue Konzentration bekannt ist.
 
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Nun tropft man die Maßlösung zu der Probelösung mit unbekannter Konzentration in Portionen solange hinzu, bis der beigefügte Indikator umschlägt und den pH-Wert=7 anzeigt. Bei pH=7 ist die Lösung neutral, der Neutralisationspunkt ist erreicht. Der Farbumschlag des Indikators heißt Equivalenzpunkt (EP).
 
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Der Farbumschlag des Indikators zeigt den Equivalenzpunkt an
 
Bei der Neutralisation von gleich starken Säuren und Basen (unser Beispiel) entspricht der Equivalenzpunkt dem Neutralisationspunkt. Die Durchführung der Titration erfordert viel Fingerspitzengefühl. So sollte nach der Zugabe von jedem Tropfen Maßlösung die Probelösung umgeschwenkt werden. Ein Tropfen zuviel und der Equivalenzpunkt ist schon überschritten (Foto)! Beim Equivalenzpunkt liest man die verbrauchte Menge an Maßlösung ab. Nun kann man mit Hilfe von Tabellen oder durch eine mathematische Berechnung die Konzentration der Probelösung bestimmen.
 
 
 
Soll die Konzentration einer unbekannten Lösung mit Hilfe einer Titration mathematisch berechnet werden, benötigt man Kenntnisse über chemische Größen wie die Stoffmenge (mol) und der molaren Masse (g/mol) (Beispiel). Moderne Büretten besitzen an der Rückwand einen Schellbachstreifen, der aufgrund einer Lichtbrechung an der Oberfläche des Flüssigkeitsspiegels schmaler erscheint und somit eine sehr genaue Ablesung ermöglicht.
 
 
Moderne Titratoren ermöglichen eine automatisierte Titration
 
Moderne Titratoren bestehen aus einer Titrationseinheit, zwei Vorratsbehältern und einem Computer. Über ein Schlauchsystem wird die Titrationseinheit automatisch mit der Probelösung und der Maßlösung gespeist. Die Elektrode der Titrationseinheit misst eine Spannung (siehe auch ph-Messgerät), die vom Computer in den pH-Wert umgerechnet wird. Der Rührer sorgt für eine gleichmäßige Durchmischung der Lösung.
 
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Moderner Titrator der Metrohm AG

Die Titration wird durch die Starttaste am Computer in Gang gesetzt. Zunächst wird eine bestimmte Portion der Probelösung aus dem hinteren Vorratsgefäß vorgelegt, dann erfolgt die schrittweise Zugabe der Maßlösung (aus dem vorderen Behälter). Am Ende der automatisch ablaufenden Titration kann man über den Bildschirm am Computer eine Messwerttabelle oder eine Titrationskurve anzeigen lassen. Der Umschlagspunkt kann wie bei einer manuellen Titration durch den Farbumschlag in der Flüssigkeit erkannt werden. Allerdings ist nur die rechnerische Auswertung der Daten durch den Computer zuverlässig. Der Computer druckt eine Titrationskurve aus, auf der der Equivalenzpunkt (EP) markiert ist.
  

 
Beispiel: Auf der y-Achse wird in dieser Titrationskurve die verbrauchte Menge an Maßlösung (im Beispiel Salzsäure 0,1mol/l) angegeben. Der Titrator gab bis zum Equivalenzpunkt (EP1) 2,5ml Salzsäure mit der Konzentration von 0,1mol/l hinzu. Es wurden vorher 2,5ml Natronlauge mit einer unbekannten Konzentration als Probelösung vorgelegt. Da die gleiche Menge an Maßlösung wie Probelösung bis zum Erreichen des EP verbraucht wurde, muss die Konzentration der Natronlauge gleich sein wie die der Salzsäure.
 

Maßanalyse
 
Bei einer Maßanalyse wird aus dem Verbrauch eines Stoffes (bei der Reaktion mit dem zu bestimmenden Stoff) die Menge des zu bestimmenden Stoffes ermittelt. Die Maßlösung mit der bekannten Konzentration wird auch als Titer (oder Titrierlösung) bezeichnet. Es werden in der Regel Normal-Lösungen verwendet (z.B. 0,1mol/l oder 0,01mol/l). Die maßanalytischen Verfahren lassen sich in drei Methoden unterteilen:

a) Bei Titrationen erkennt man den Umschlagspunkt durch die Zugabe von Indikatoren oder durch die Messung der Leitfähigkeit.
 
b) Fällungsreaktionen werden ebenfalls zur Maßanalyse eingesetzt. Der Umschlagspunkt lässt sich daran erkennen, dass durch den Zusatz von einer Reagenz keine weiteren Reaktionsprodukte mehr ausfallen.
 
c) Bei der Oxidimetrie werden Redox-Reaktionen mit Hilfe von geeigneten Redox-Indikatoren gemessen. Die Manganometrie wird zum Beispiel zur Messung von oxidierbaren Verunreinigungen im Wasser angewandt, wobei die Färbung und Entfärbung einer Kaliumpermanganatlösung der Messung dient.
 
 
Weitere Informationen:
 
Arbeitsblatt: Titration von Natronlauge
Durchführung einer virtuellen Titration
Neutralisation
Stoffmenge, Mol- und Atommasse
 
 
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