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Das Färben mit Beizenfarbstoffen
Stichworte im Lexikon: Farbstoffe, Blauholz, Krapp, Purpur, Reseda, Download Arbeitsblatt
 Weitere Grundlagen für diese Seite: Exkursion zur Pflanzenfärberei Bollhalder
 
Spuren von einem roten Farbstoff (Krapp) finden sich bereits auf Mumienbändern in altägyptischen Gräbern. Bei den Römern war die Farbe Rot ein Statussymbol, deshalb durfte nur der Kaiser ein mit Purpur gefärbtes, rotes Gewand tragen, während sich die Senatoren mit einem roten Streifen an der Toga begnügen mussten. Zur Herstellung des Farbstoffes mussten 8000 Purpurschnecken getötet werden. Dies erklärt auch den extrem hohen Preis. Noch heute kostet ein Gramm Purpur bei Kremer-Pigmente 2000 Euro!
 
 
Mit Krapp gefärbte Wolle
 
Die purpurroten Trachten und Mäntel der Kardinäle und Kaiser im 15. Jahrhundert waren nicht mehr mit Purpur aus den Schnecken gefärbt, sondern benutzten einen aus Kermesläusen gewonnenen Farbstoff. Andere Färbeverfahren verwendeten Krapp zur Rotfärbung. Noch heute wird ein roter Farbstoff aus der Cochenillelaus, die auf Kakteen in Lanzarote oder Fuerteventura beheimatet ist, gewonnen. Cochenille findet sich zum Beispiel im roten Campari oder in Lippenstiften.
 
Die Geschichte der drei roten Farbstoffe mit ihren Färbeverfahren (Purpur, Cochenille und Krapp) ist für Schüler immer wieder faszinierend. Daraus ergibt sich die Motivation, mit einem dieser Farbstoffe selbst etwas zu färben.

Das Färben mit Beizenfarbstoffen:

Im Gegensatz zu einem Pigment sind Farbstoffe wasserlöslich und lassen sich aus der Pflanze in einem Extrationsmittel wie Wasser durch Auskochen lösen. Blauholz, Krapp oder Reseda gehören zur Familie der Beizenfarbstoffe. Damit der Farbstoff auf Wolle oder Seide haftet, muss der Stoff vorher mit einem Beizmittel (Alaun) gekocht werden. Beizenfarbstoffe enthalten in ihrem Molekülaufbau meistens eine OH- oder COOH-Gruppe. Die Molekülgruppen bilden mit den Metallatomen der Beizmittel schwerlösliche, chemische Verbindungen, die auch als Farblacke bezeichnet werden. Diese reagieren mit den Eiweißverbindungen der Wolle oder der Seide und ermöglichen so ein dauerhaftes Haften des Farblackes an der Stofffaser. Baumwolle eignet sich nicht zum Färben mit Pflanzenfarbstoffen.
 

 
Das Färben mit Pflanzenfarben in der Schule
 
Die vorgebeizten Stoffe sind enorm aufnahmefähig für Farbstoffe. Während des Färbens ist darauf zu achten, dass die gebeizten Stoffe nicht auf farbige Flächen (z. B. Stuhllehne) gelegt werden, da sie sonst den Farbstoff herausziehen. Am besten färbt man in der Schule Seidentücher. Die gebeizten Tücher werden vor dem Färben mit Umschnürungen oder Knoten satt abgebunden:
 
 
 
An den abgebundenen Stellen färbt der Farbstoff nicht durch, so dass man auf diese Weise Linien, Kreise, Sonnen und Batikmuster aller Art auf das Tuch zaubern kann (siehe Bild unten rechts). Durch mehrfaches Falten und nachträgliches Abbinden können die Muster vervielfältigt werden (z. B. vier Halbkreise). Alles weitere ist dem downloadbaren Arbeitsblatt zu entnehmen.
 
 
Gefärbte und gebatikte Tücher
 
 
Arbeitsaufgaben:
 
1.) Unterscheide in deinem Ordner die Begriffe "Farbstoff" und "Pigment"!
2.) Erläutere den Vorgang des Beizens.
3.) Informiere dich über zwei ausgesuchte Beizenfarbstoffe und lege ein kleines Lexikon im Ordner an!
 
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