Alkanale (Aldehyde)

Die Bezeichnung Aldehyde (von Alcohol dehydrogenatus) wurde von Justus von Liebig (1803-1873) im Jahre 1835 eingeführt. Die Aldehyde können durch den Entzug von zwei Wasserstoff-Atomen aus einem primären Alkohol hergestellt werden.
 

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Eintauchen von oxidiertem Kupfer in Methanol
 
Bei der Oxidation von Methylalkohol mit heißem Kupferoxid wird das Kupferoxid reduziert und es entsteht neben Kupfer auch Methanal und Wasser:
 
 
 
Die entstehende C=O-Doppelbindung nennt man Carbonyl-Gruppe. Sie kommt neben den Aldehyden auch in den Ketonen vor. Wenn mindestens ein H-Atom an die Carbonylgruppe gebunden ist, handelt es sich um ein Aldehyd. Die Aldehyd-Gruppe bezeichnet die funktionelle Gruppe der Aldehyde. Der Name wird aus dem Grundgerüst der vergleichbaren Alkane gebildet und erhält die Endung -al.
 
Methanal
(Formaldehyd)
Ethanal
(Acetaldehyd)
Propanal
Propionaldehyd)
Sdp. -19°C
Sdp. +21°C
Sdp. +49°C
 
Eigenschaften
 
Die Aldehyd-Gruppe ist wie die Hydroxy-Gruppe (OH-Gruppe) der Alkohole polar, allerdings nicht ganz so stark. Daher sind die kurzkettigen Aldehyde ebenfalls wasserlöslich. Ihre Siedepunkte liegen aufgrund der Polarität höher als die der Alkane, aber etwas niedriger als die der entsprechenden Alkohole.
 
 
Polarität der Aldehyd-Gruppe
 
Mit steigender Kettenlänge nimmt die Wasserlöslichkeit aufgrund der sinkenden Polarität ab. Die Siedetemperaturen steigen mit Zunahme der Kettenlänge aufgrund der steigenden Van-der-Vaals-Kräfte.
  
Die kurzkettigen Aldehyde sind wie die Alkohole leicht entzündlich. Die Aldehyde zeigen eine positive Fehling-Reaktion. Der Nachweis und die Unterscheidung zu einem Keton erfolgt im Labor mit Schiffs Reagenz.
 
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Aldehydnachweis mit Schiffs Reagenz
 
Durch ammoniakalische Silbernitratlösung werden die Aldehyde reduziert, wobei sich ein Silberspiegel im Reagenzglas bildet. Die C=O-Doppelbindung ist nicht sehr stabil, daher zeigen die Aldehyde eine große Vielfalt an chemischen Reaktionen (Näheres unter >Formaldehyd). Die Aldehyde können auch zu Carbonsäuren oxidiert werden (Herstellung von >Essigsäure).
 
 
Verwendung
 
Die kurzkettigen Aldehyde stellen in der organischen Chemie wichtige Zwischenprodukte zur Herstellung von Kunststoffen dar und dienen als Desinfektions- und Konservierungmittel. Die längerkettigen Aldehyde werden als Riechstoffe in der Parfümindustrie verwendet. Aromatische Aldehyde (z.B. Benzaldehyd) sind Rohstoffe zur Herstellung von Medikamenten, Parfümen und Farbstoffen.
 
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