Lösungen
Tyndall-Effekt
bei einer Mehl-Wasser-Suspension (im Vergleich zu einer echten Lösung)
Eine Lösung ist nach der gängigen
Definition ein Gemenge aus einem Lösungsmittel und einem darin gelösten
Stoff, der ein Feststoff, eine Flüssigkeit oder ein Gas sein kann.
In echten Lösungen kann der gelöste Stoff nicht durch
Fitrieren oder durch Zentrifugieren
vom Lösungsmittel getrennt werden.
Kolloide Lösungen stellen
Stoffgemische dar, bei denen die gelösten Teilchen so groß sind,
dass sie Lichtstrahlen brechen, der Gang der Lichtstrahlen ist sichtbar
(sogenannter Tyndall-Effekt, siehe Abbildung). Sie lassen sich durch Filtrieren
oder Zentrifugieren trennen. Man unterscheidet:
-
Eine Suspension liegt vor, wenn unlösliche,
feste Stoffe in einer Flüssigkeit fein verteilt schwimmen, z.B. wenn
Gartenerde oder Mehl mit Wasser verrührt wird.
-
Bei einer Emulsion vermischen sich
zwei nicht lösliche Flüssigkeiten, wenn die Flüssigkeitströpfchen
fein verteilt werden, z.B. bei der Milch oder bei Mayonnaise.
Außerdem existieren eine Reihe weiterer
kolloider Lösungen wie Sole, Schäume oder Aerosole.
Massenanteil von Lösungen
Bei einer 12%igen Kochsalzlösung
sind in 100g der Lösung 12% Kochsalz, bzw. 12g Kochsalz enthalten.
Die notwendigen Mengen können berechnet werden: Wenn in 100g Lösung
12% Massenanteile Kochsalz enthalten sind, muss man 12g Kochsalz mit 88g
(=88ml) Wasser mischen. Bei kristallwasserhaltigen Salzen, z.B. beim blauen
Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat (CuSO4
. 5 H2O) ist zu berücksichtigen, dass
der Kristallwasseranteil die Berechnung den Anteil an gelöstem Kupfer(II)-sulfat
verfälscht. Entweder muss der Anteil umgerechnet werden oder man benutzt
nur kristallwasserfreie Stoffe wie weißes Kupfer(II)-sulfat (CuSO4).
Konzentrierte und verdünnte Säuren
oder Laugen werden oft in Massenprozenten angegeben. Aus konzentrierten
Lösungen lassen sich die verdünnten Lösungen unter Zuhilfenahme
des Mischungskreuzes verdünnen. Beispiel: Aus 65%iger Salpetersäure
soll durch Verdünnen 12%ige Salpetersäure hergestellt werden.
Mischungskreuz
Verdünnt man mit destilliertem Wasser
(0%) stellt sich das Ergebnis folgendermaßen dar:
Es sind beispielsweise 12g 65%ige Salpetersäure
mit 53g destilliertem Wasser zu verdünnen. In der Literatur und auch
auf dieser Homepage wird die Konzentration von Säuren oft nur als
"verdünnte" oder "konzentrierte" Säure angegeben, z.B.:
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Stoff
und
Konzentration
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Dichte
in
g/cm³
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Konzentration
in
Massenprozent
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annähernde
Stoffmengen-
konzentration
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Herstellungsrezept
zur Herstellung
ungefährer Lösungen
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Ammoniaklösung
konzentriert
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0,91
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25%
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ca. 15 mol/l
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käuflich
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Ammoniaklösung
verdünnt
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0,96
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10%
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ca. 6 mol/l
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44ml 25%ige Ammoniaklösung
in 60ml Wasser lösen
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Natronlauge
konzentriert
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1,22
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20%
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ca. 5 mol/l
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käuflich
|
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Natronlauge
verdünnt
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1,03
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3%
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ca. 1 mol/l
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13ml 20%ige Natronlauge
in 90ml Wasser lösen
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Salpetersäure
konzentriert
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1,40
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65%
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ca. 10 mol/l
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käuflich
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Salpetersäure
verdünnt
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1,07
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12%
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ca. 2 mol/l
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14ml 65%ige Salpetersäure
in 86,5ml Wasser lösen
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Salzsäure
rauchend
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1,19
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37%
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ca. 10 mol/l
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käuflich
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Salzsäure
verdünnt
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1,05
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10%
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ca. 3 mol/l
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24ml rauchende Salzsäure
in 77ml Wasser lösen
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Schwefelsäure
konzentriert
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1,84
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96%
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ca. 10 mol/l
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käuflich
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Schwefelsäure
verdünnt
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1,07
|
10%
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ca. 1 mol/l
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6ml 96%ige Schwefelsäure
in 95ml Wasser lösen
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Wasserstoffperoxid
konzentriert
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1,12
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30%
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ca. 9 mol/l
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käuflich
|
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Wasserstoffperoxid
verdünnt
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1,01
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3%
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ca. 1 mol/l
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9ml 30%ige Wasserstoffperoxidlösung
in 90ml Wasser lösen
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Volumenanteil von Lösungen
Die Volumenprozent-Angabe wird bei Salzlösungen
praktisch nicht verwendet. Dagegen findet man sie häufig bei Mischungen
organischer Flüssigkeiten, wie bei Alkohol-Wasser-Gemischen. So enthalten
100ml Brennspiritus mit 96 Volumenprozent Anteil genau 96ml Ethanol. Zur
Herstellung einer alkoholischen Lösung mit z.B. 40 Volumenprozent
gibt man in einen leeren 100ml-Messkolben zunächst 40ml Ethanol und
füllt dann bis zur 100ml-Markierung auf. Dabei ist zu beachten, dass
Ethanol eine geringere Dichte als Wasser besitzt, außerdem tritt
bei der Mischung das Phänomen der Volumenkontraktion auf: 50ml Wasser
und 50ml Ethanol ergeben nicht 100ml Lösung, sondern weniger.
Insofern ist die Volumenprozent-Angabe relativ ungenau.
Molare Lösungen
In der Maßanaylse will der Chemiker
eine Lösung herstellen, die in einem Liter Lösung 1 Mol der Stoffmenge
an Natriumchlorid enthält. Dazu entnimmt er einem Lexikon die chemische
Formel für Natriumchlorid (NaCl) und addiert die Atommassen der beteiligten
Atome. Dabei erhält er die Masse, die der Stoffmenge 1 Mol entspricht:
u (Na) + u (Cl)
= 23g + 35,5g = 58,5 Gramm (gerundet)
Diese Masse wird als molare
Masse bezeichnet (Symbol M, gelegentlich auch MG). Sie steht
auch meistens bei den Formeln jedes Stoffes im Lexikon schon mit dabei.
(z.B. für
Natriumchlorid: M = 58,5 g/mol)
Der Chemiker weiß nun, dass er 58,5
Gramm Natriumchlorid zunächst in einem 1-Liter-Messkolben mit ca.
500ml destilliertem Wasser auflösen und dann mit destilliertem Wasser
bis zur 1-Liter-Messmarke auffüllen muss, um eine 1-molare Lösung
zu erhalten. Die Lösung besitzt dann eine Konzentration von 1mol/l
(weitere Rechenbeispiele bei >Stoffmenge).
Bestimmung
der Löslichkeit von Salzen
Die Löslichkeit der Salze ist fast
immer temperaturabhängig. Je höher die Temperatur des Lösungsmittels,
umso mehr Salz löst sich in der Regel darin. Dies wird in einem Löslichkeitsdiagramm
ausgedrückt:
Bild
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Zur Bestimmung der Löslichkeit von
Salzen bei einer bestimmten Temperatur (z.B. bei 80°C) erwärmt
man 50ml destilliertes Wasser in einem 100ml-Becherglas auf genau 80°C
und gibt unter ständigem Rühren solange das Salz hinzu, bis ein
Bodensatz entsteht. Von der klaren Lösung gibt man 10g in ein kleines
Becherglas, das man vorher leer gewogen hat und wiegt dann die Lösung.
Nach dem Abdampfen des Wassers in einem Trockenschrank wiegt man das zurückbleibende
Salz und kann dann die ursprüngliche, maximale Löslichkeit bei
80°C berechnen:
Wiegen z.B. 10ml der 80°C warmen Lösung
6,72g und bleiben nach dem Abdampfen 1,85g Kochsalz übrig, dann lässt
sich die Masse des abgedampften Wassers durch Subtraktion bestimmen:
6,72g - 1,85g = 4,87g
In 4,87g Wasser waren also 1,85g Kochsalz
gelöst. Mit einer einfachen Dreisatzrechnung erhält man die Massenkonzentration
bei 80°C für Kochsalz:
4,87g = 100%
1,85g = x %
x = 1,85g ·
100% / 4,87g = 38% (ca.)
Bei 80°C sind
in 100ml Wasser also ca. 38g Kochsalz löslich.