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brandfördernd durchsichtige, farblose Kristalle |
RS-Sätze: R 8,
9 S 15,
16, 41
Entsorgung: G 4 MG: 80,043 g/mol Schmelztemperatur: 169,7 °C Dichte: 1,72 g/cm3 Wasserlöslichkeit: bei 20°C 1183 g/l, bei 100°C 8710 g/l |
| Eigenschaften:
Ammoniumnitrat bildet farblose, durchsichtige Kristalle, die an der Luft zerfließen. Beim Lösen der Kristalle in Wasser kühlt sich die Lösung stark ab. Beim vorsichtigen Erwärmen über die Schmelztemperatur zerfällt Ammoniumnitrat in Distickstoffoxid (Lachgas) und Wasser: NH4NO3 -----> N2O + 2H2O DHR = -124 kJ/mol Beim plötzlichen, schnellen Erhitzen oder durch Initialzündung, z.B. mit Dynamit explodiert es heftig: 2NH4NO3 -----> 4H2O + 2N2 + O2 |
| Herstellung:
Die Herstellung erfolgt am einfachsten durch das Einleiten von Ammoniakgas in 40%ige Salpetersäure: HNO3 + NH3 -----> NH4NO3 Man kann auch Ammoniaklösung mit Salpetersäure zusammenbringen. |
| Verwendung:
Aus Ammoniumnitrat wird Lachgas hergestellt. Der größte Anteil dient jedoch zur Herstellung von Düngemitteln, aufgrund der Explosionsgefahr meist in Mischung mit Kaliumchlorid (Kalkammonsalpeter). Ein geringerer Anteil wird zur Herstellung von Sprengstoffen für den Bergbau verwendet, z.B. der Sprengstoff ANFO (Ammonium Nitrate Fuel Oil). |
| Unfälle, Katastrophen und Anschläge
mit Ammoniumnitrat:
Eine große Katastrophe fand 1921 im Oppauer Stickstoffwerk in Oppau statt, nachdem man ein festgebackenes Gemisch aus 4500 Tonnen Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat mit Dynamit lockern wollte. Das Ammoniumnitrat explodierte, und es ereignete sich eine der größten Explosionskatastrophen in der Geschichte: 561 Menschen kamen ums Leben, und ein großer Teil der Fabrik und der umliegenden Gebäude wurden zerstört. Am 16. April 1947 explodierten im Hafen von Texas City zwei mit Ammoniumnitrat beladene Dampfer. Es gab 486 Tote und mehr als 3000 Verletzte. Ein Drittel der Stadt wurde zerstört. Im selben Jahr, am 28. Juli, explodierte ein Frachtschiff mit Ammoniumnitrat im Hafen von Brest. Bei dem schweren Sprengstoffanschlag in Oklahoma City/USA am 19. April 1995 verwendete der Attentäter Timothy McVeigh eine Mischung aus Ammoniumnitrat und einem Brennstoff. Bei dem Anschlag wurde ein neunstöckiges Bürogebäude durch eine Autobombe zerstört, 167 Menschen kamen ums Leben. Eine andere schwere Explosions-Katastrophe
mit Ammoniumnitrat fand am 21.9.2001 im französischen Toulouse statt.
In der Düngemittelfabrik AZF explodierten zwei Fabrikhallen und mindestens
29 Menschen wurden getötet. Ein Silo mit 300 Tonnen Ammoniumnitrat
hatte sich überhitzt. Dies gilt als wahrscheinlichste Ursache, auch
wenn gelegentlich von einem terroristischen Anschlag die Rede war. Übrig
blieb ein 10 Meter tiefer und 50 Meter breiter Krater. Die Druckwelle schleuderte
LKW's durch die Luft und brachte ein in der Nähe liegendes Einkaufszentrum
zum Einsturz. Eine stechend nach Ammoniak riechende
Gaswolke bewegte sich auf das Stadtzentrum zu, es brach Panik aus. In vielen
Teilen der Stadt waren die Fensterscheiben zu Bruch gegangen, so dass das
Gas in die Wohnungen eindrang. Noch in einer Entfernung von 80km war die
Detonation deutlich zu spüren.
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