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Bakterien ernähren sich von Kadavern.
Wenn Bakterien (= Destruenten) abgestorbene
Lebewesen zersetzen und daraus wieder Nährstoffe bilden, benötigen
sie Sauerstoff. In unserem sauberen Gewässer
gibt es allerdings nur wenige Bakterien, da nur wenige Lebewesen sterben.
Es herrscht ein ökologisches Gleichgewicht:

3. Stufe: Das
Wasser ist stark verschmutzt; Gewässergüteklasse III
Durch die starke Vermehrung der Lebewesen
im Wasser vergrößert sich die Zahl an abgestorbenen Lebewesen.
Die Bakterien erhalten mehr Nahrung und nehmen zu. Sie verbrauchen dabei
Sauerstoff und bilden Fäulnisstoffe. Durch
die starke Algenvermehrung gelangt kein Licht mehr an den Boden des Gewässers.
Die dortigen Pflanzen können keine Photosynthese mehr betreiben, sie
sterben und verfaulen. Der Sauerstoffgehalt nimmt immer mehr ab, Fische,
Krebse und Schnecken sterben an Sauerstoffmangel.
4. Stufe: Das
Wasser ist übermäßig verschmutzt; Güteklasse IV
Alle größeren Lebewesen sind
an Sauerstoffmangel gestorben. Nur Bakterien und Wimpertierchen haben überlebt.
Die Wimpertierchen fressen Bakterien leidenschaftlich gerne und treten
jetzt in Massenkolonien auf. Sie benötigen nur ganz geringe Mengen
an Sauerstoff und können in sauerstoffarmen Gewässern überleben.
Wird dem Gewässer zu diesem Zeitpunkt kein Abwasser mehr zugeleitet,
kann es sich erholen: Die Wimpertierchen fressen nach und nach alle Bakterien.
Durch das Verschwinden der Bakterien, welche ja bei der Zersetzung von
Kadavern Sauerstoff verbrauchen, nimmt der Sauerstoffgehalt in dem Gewässer
sogar wieder zu. Das Wasser wird wieder sauberer, es reinigt sich selbst
(Selbstreinigung).
5. Stufe: Das
Gewässer kippt um; es ist tot
Werden noch mehr Abwässer in das
Gewässer eingeleitet, "kippt" das Gewässer "um": Abwässer
enthalten außer Phosphat auch noch Gifte, welche dem Gewässer
den Rest geben. Die Wimpertierchen sterben, der Sauerstoffgehalt sinkt
auf Null. Das Gewässer ist tot. Da die Wimpertierchen fehlen, kann
es sich nicht mehr selbst reinigen. Es enthält nur noch Bakterien
und Fäulnisstoffe.
Rückgang der Gewässerverschmutzung?
Ist ein Gewässer einmal umgekippt, dauert es sehr lange, bis es sich wieder erholt. Die letzte Müllkippe jedoch ist immer das Meer, weil die Flüsse letztendlich alle Verunreinigungen in das Meer schleppen. Das folgende Diagramm zeigt den Zusammenhang der Sauerstoffkonzentration im Verhältnis zur Insektenzahl im Rhein in den Jahren 1900-1995. Die Abnahme der Sauerstoffkonzentration bis 1971 ist vor allem auf die Einleitung stickstoff- und phosphathaltiger Abwässer zurückzuführen. Der Rhein ist danach wieder sauberer geworden, gleichzeitig hat die Artenzahl an Insekten wieder zugenommen. Die Verbesserung ist vor allem auf den Ausbau von Kläranlagen in Deutschland mit biologischen Reinigungsstufen zurückzuführen.

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