| Thorium
ist ein radioaktives, silbergraues und relativ weiches, dehnbares Schwermetall.
Bei tiefen Temperaturen zeigt es Supraleitfähigkeit.
Das zweite Element aus der Reihe
der Actinide ist ein relativ
unedles Metall, das an der Luft sofort anläuft und sich in fein verteiltem
Zustand spontan entzündet. Mit Wasser und verdünnten Säuren
reagiert es langsam, mit konzentrierter Salzsäure
oder mit Königswasser
entsteht eine heftige Wasserstoffentwicklung. In reinem Sauerstoff
verbrennt es oberhalb von 250°C zu weißem Thoriumoxid:
Th + O2 Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit Stickstoff zu Thorium(IV)-nitrid. |
| Thorium wirkt auf den menschlichen Körper nicht so toxisch wie Uran oder andere radioaktive Elemente. Allerdings erhöht es als radioaktives Element die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, wenn man Stäube einatmet. Thorium kommt stets als Wohngift zusammen mit Radon vor und ist auch im Tabakrauch enthalten. Das radioaktive Metall wird in der Milz, in den Knochen und in der Leber gespeichert. Dort kann sich daraus Krebs entwickeln. |
Das
Metall steht in der Elementhäufigkeit mit
einem Anteil von 0,0011 % an 40. Stelle. Es kommt seltener als Blei
und häufiger als Uran vor. Es tritt häufig
in Blei- oder Uranmineralien auf, die wichtigsten Thoriumerze sind aber
die Mineralien der Monazit-Gruppe,
aus denen eine Reihe weiterer Metalle der Lanthanide
gewonnen werden können. Das Mineral Thorit ist ein Thoriumsilicat,
das zur Thoriumgewinnung jedoch keine Bedeutung hat.
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Das
Element wurde bereits im Jahre 1828 von dem schwedischen Chemiker Jöns
Jakob Berzelius (1779-1848) in Stockholm entdeckt. Er fand bei Untersuchungen
des Minerals Thorit ein Oxid, aus dem er durch Reduktion des Fluorokomplexes
mit Kalium das Element Thorium in unreiner Form
herstellen konnte. Er benannte das neue Element nach dem germanischen Donnergott
Thor und schlug auch das chemische Symbol Th vor. Die Radioaktivität
des Thorium wurde im Jahre 1898 durch Marie Curie (1867-1934) in Paris
und durch Gerhard D. Schmidt in Erlangen entdeckt.
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| Der Monazit - als wichtigstes Mineral zur Thoriumgewinnung - wird zunächst in konzentrierter Schwefelsäure aufgeschlossen. Nach einer Extraktion und Anreicherung des Aufschlusses mit organischen Lösungsmitteln werden die Thoriumverbindungen in konzentrierter Salpetersäure nach dem Thorex-Verfahren ("Thorium recovery by extraction") gelöst. Das erhaltene Thorium(IV)-nitrat wird durch eine Extraktion isoliert und in Thorium(IV)-oxid umgewandelt. Aus diesem kann durch eine Reduktion mit Calcium das Metall Thorium gewonnen werden. Bei einer Umwandlung des Thorium(IV)-oxids in Thoriumiodid und durch eine nachfolgende Schmelzflusselektrolyse in einer Schmelze aus Natrium- und Kaliumchlorid erhält man hochreines Thorium durch die thermische Zersetzung von Thoriumiodid an heißen Glühdrähten (Aufwachsverfahren). Auch thoriumhaltige Kernbrennstoffe können wiederaufbereitet werden, in dem man diese in Salpetersäure löst und wie oben beschrieben weiter verfährt. |
Thorium
als Legierungsbestandteil in anderen Metallen verbessert die Wärmebeständigkeit
erheblich. Es dient daher zum Bau von Strahltriebwerken und Raketentriebwerken.
Legierungen mit Kupfer und Wolfram
eignen sich zur Herstellung von Schweißelektroden für das WIG-Schweißen,
Legierungen mit Kupfer und Silber
für elektrische Kontakte. Thoriumhaltige Schweißelektroden sind
gelb (mit 1% Thorium), rot (2%), lila (3%) oder orange (4%) gekennzeichnet.
In der Schweiz sind thoriumhaltige Elektroden nicht mehr erlaubt, da beim
Abbrand eine radioaktive Belastung in der Luft auftritt. Reines Thorium
bindet in Elektronenröhren die letzten vorhandenen Spuren an unerwünschten
Gasen. Thoriumoxid und Thoriumcarbid dienen zusammen mit Uran
im Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) als Kernbrennstoff.
Aus Baumwolle hergestellte Glühstrümpfe werden zunächst in einer Lösung aus Thorium- und Cernitrat getränkt. Nach dem Glühen der Strümpfe erhält man die entsprechenden Oxide, die unter dem Einfluss einer Gasflamme sehr hell aufleuchten (Gasglühkörper). Heute findet sich das Metall aufgrund seiner Radioaktivität jedoch nur noch vereinzelt in Glühstrümpfen. |
| J.J. Berzelius |
| Copyright: Thomas Seilnacht |