Cadmium  Gallium  Periodensystem  Thallium  Zinn
 
Indium                                               49In
engl. indium; nach "Indigo" (aufgrund seiner blauen Spektrallinie)
 
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Indium ist ein silberweißes, stark glänzendes
Metall, das sich mit der Hand plattdrücken lässt
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:   
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:   
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
   
 
114,818   
49   
156,61 °C   
2072 °C   
3, 2, 1   
7,31 g/cm³  
1,2   
1,78 (Pauling)   
162,6 pm  
[Kr]4d105s25p1  
In-113: 4,29% 
In-115: 96,71% 
   
   
 
 
 
Eigenschaften:   
Indium ist ein silberweiß glänzendes, relativ weiches Schwermetall. Es ist weicher als Blei, es kann mit der Hand platt gedrückt werden und lässt sich auch mit dem Messer schneiden. Ähnlich wie beim Zinn kommt es beim Verbiegen eines Indiumstabes zu einem knisternden Geräusch. Die Schmelztemperatur des Metalls ist sehr niedrig und liegt deutlich unter der von Blei oder von Zinn. Flüssiges Indium benetzt Glas dauerhaft.  
   
 
Beim Erhitzen von Indium im Reagenzglas wird das Glas benetzt,
außerdem oxidiert das Metall teilweise zu gelbem Indium(III)-oxid
   
  
In seinen chemischen Eigenschaften ähnelt das Indium dem Gallium und dem Thallium. Bei Zimmertemperatur ist es an der Luft und gegen Wasser beständig. Durch Feuchtigkeit und Wärme wird es langsam oxidiert. Bei höheren Temperaturen verbrennt es mit blauer Flamme zu gelbem Indium(III)-oxid:  
  
4 In  +  3 O2  ----->  2 In2O3  
  
Mit den Halogen reagiert es in Wärme zu den entsprechenden Halogeniden:  
  
2 In  +  3 Cl2  ----->  2 InCl3  
  
Bei sehr hohen Temperaturen reagiert es auch mit Phosphor, Schwefel, Selen, Stickstoff und Wasserstoff. Indiumverbindungen sind meistens dreiwertig, sie ähneln den entsprechenden Aluminiumverbindungen. 
 
 
Vorkommen:   
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 1 x 10-5% an 68. Stelle. Es ist ein seltenes Element und steht in der Häufigkeit direkt hinter Silber, aber noch deutlich vor Gold. In der Natur kommt es nicht elementar vor. Zu den Indiummineralen gehört der Indit (FeIn2S4) oder der Roquésit (CuInS2). Für die technische Gewinnung sind diese Mineralien jedoch ohne Bedeutung. Die Gewinnung des Elements erfolgt ausschließlich aus Rückständen bei der Aufbereitung von Zink-, Blei- oder Cadmiumerzen.  
   
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Bei der Verhüttung von Blei- oder Zinkerzen (hier Zinkblende) fallen geringe Mengen an Indium an
 
 
Geschichtliches:   
Das Element wurde von den deutschen Chemikern Ferdinand Reich (1799-1882) und Theodor Hieronymus Richter (1825-1898) im Jahre 1863 in Freiberg/Sachsen entdeckt. Sie untersuchten Zinkblende und nahmen spektralanalytische Untersuchungen vor. Danach gelang ihnen zunächst die Herstellung von Indiumchlorid und Indiumoxid und schließlich auch des reinen Metalls durch eine Reduktion von Indiumoxid mit Wasserstoff. Aufgrund der indigoblauen Spektrallinie benannten sie es nach der Farbe Indigo und führten das Symbol In ein. 
 
 
Herstellung:   
Die Herstellung erfolgt bei der Verhüttung von Zink-, Blei- oder Cadmiumerzen. Löst man indiumhaltiges Zink in verdünnten Säuren kann man aus den Rückständen Indiumsulfat gewinnen. Durch eine Elektrolyse der wässrigen Lösung des Indiumsulfats gewinnt man das Metall. Die nachfolgende Reinigung erfolgt durch ein Zonenschmelzverfahren, wobei hochreines Indium entsteht. 
 
 
Verwendung:   
Aufgrund des hohen Preises ist die technische Bedeutung von Indium stark eingeschränkt. Als Legierungsbestandteil erhöht es die Korrosionsbeständigkeit und die Härte in anderen Metallen. In Dentallegierungen und in Lötzinn wird es aufgrund seiner Weichheit und des niedrigen Schmelzpunktes verwendet. Gallium-Indium-Legierungen eignen sich für Hochtemperatur-Thermometer oder für Temperatursicherungen in Feuerschutzanlagen. Indium-Kupfer-Mangan-Legierungen dienen zum Bau von Spulen und Transformatoren. Weitere Anwendungen finden sich in der Schmuckindustrie, in metallischen Klebmassen, in Glasfarben und Spiegeln zur Benetzung von Glas mit einer Metallschicht. Indiumantimonit, Indiumarsenid oder Indiumselenid stellen wichtige intermetallische Verbindungen für Halbleitermaterialien in Phototransistoren, Solarzellen oder Lasern dar.  
   
 
Phototransistor mit intermetallischer Indiumverbindung
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht