Sulfidreaktionen
 
 
Stoffe: 
Eisen reduziert, Schwefel sublimiert, Zink gepulvert, Salzsäure 10%
Geräte:
Großes Reagenzglas 30x200mm mit Stopfen, Teelöffel, Waage, Fließe, Stricknadel, Brenner, evt. Reibschale
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Eventuell wird Schwefeldioxid frei! Für ausreichende Belüftung sorgen! Metall-Schwefel-Gemische sollten nicht in einer Reibschale vermischt werden. Beim Zünden des Zink-Schwefel-Gemisches Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen!
 
Didaktische Bemerkungen:
Sulfide sind in der Natur als sulfidische Erze weit verbreitet, z.B. im Bleiglanz oder im Pyrit. Sie dienen als Rohstoff verschiedener Gebrauchsmetalle. Das Experiment "Kupfer und Schwefel" dient als Einstieg in das Thema der chemischen Reaktion. Dort werden auch die Besonderheiten erstmals beobachtet: Es entsteht unter Energieumwandlung ein neuer Stoff mit neuen Eigenschaften. Die Synthese der Sulfide ist der einfachste Typ einer chemischen Reaktion (aus Stoff a und Stoff b wird Stoff c) und kann von den Schülern gut nachvollzogen werden. Das Schülerexperiment wird durch weitere Demonstrationsexperimente vertieft: Immer wenn ein Metall mit Schwefel reagiert, erhält man unter Energieumwandlung ein Sulfid.
 
 
Demonstration 1: Reaktion von Zink und Schwefel

4 Gramm Zinkpulver werden zusammen mit 2 Gramm Schwefelpulver in ein großes Reagenzglas gegeben und bei aufgesetztem Stoffen durch vorsichtiges Schütteln durchmischt. Dabei darf keine Reibung auf das Stoffgemisch durch scharfkantige Ecken oder Kanten ausgeübt werden. Eine Vermischung der beiden Stoffe in einer Reibschale darf nicht durchgeführt werden! Das Stoffgemisch wird auf eine Keramikfließe oder eine feuerfeste Unterlage zu einem Kegel aufgehäuft und im (sauberen) Abzug mit einer glühenden Stricknadel gezündet. Das Tragen von Schutzhandschuhen und einer Schutzbrille ist unbedingt empfehlenswert, da eine sehr heiße und große Stichflamme entsteht!
  

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Beobachtung:
Der glühende Draht bringt das Gemisch zur Zündung und es reagiert in einer sehr kräftigen, gelben Stichflamme, die von weißlich-gelbem Rauch durchsetzt ist. Der ganze Abzug ist von einem lockeren, hellgelben Pulver bedeckt. Wischt man das Pulver mit einem Kehrwisch zusammen, kann man das entstandene Zinksulfid genauer betrachten. Zinksulfid kommt in der Natur als das Mineral Zinkblende vor und dient in der Technik zur Herstellung von Pigmenten und Leuchtstoffen.
 
Theorie:
Zink und Schwefel reagieren in einer stark exothermen Reaktion zu Zinksulfid:
Zn  +  S  ----->  ZnS    DHR = -201 kJ/mol 
Die Aktivierung der Reaktion erfolgt schon durch einen glühenden Draht. Während der Reaktion wird relativ viel Energie frei.
 
 
Demonstration 2: Reaktion von Eisen und Schwefel

7 Gramm Eisenpulver und 4 Gramm Schwefelpulver werden wie oben beschrieben in einem großen Reagenzglas vermischt. Eventuell muss der Schwefel zuvor in einer Reibschale zu einem feinen Pulver zermahlen werden. Dann häuft man das Stoffgemisch auf eine Fließe und entzündet seitlich mit einem glühenden Draht oder einem brennenden Span. Auf das Produkt wird 1 Tropfen verdünnte Salzsäure getropft. Ebenso verfährt man mit den beiden Ausgangsstoffen.
   

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Beobachtung:
Das Gemisch beginnt zu glühen. Die Glühfront wandert von alleine durch das ganze Gemisch, wobei so viel Wärme frei wird, dass die Fließe eventuell springt. Das Produkt ist eine rötliche bis bläulich schimmernde, kompakte Masse, die mit verdünnter Salzsäure ein nach faulen Eiern riechendes Gas entwickelt (>Schwefelwasserstoff). Bei der Vergleichsprobe mit den Ausgangsstoffen erhält man den unangehmen Geruch nicht oder nur geringfügig.
 
Theorie:
Eisen und Schwefel reagieren in einer exothermen Reaktion zu Eisen(II)-sulfid:
Fe  +  S  ----->  FeS    DHR = -100 kJ/mol 
Bei der Reaktion wird nicht ganz so viel Energie frei, wie bei der Reaktion von Zink mit Schwefel. Trotzdem handelt es sich um eine exotherme Reaktion, was durch das Fortschreiten der Glühfront und durch das Springen der Keramikfließe belegt wird. Eisen(II)-sulfid kommt in der Natur als das Mineral Magnetkies vor. Die Mineralogen nennen es auch Pyrrhotin. In der Technik dient Eisen(II)-sulfid zur Herstellung von Schwefelwasserstoff oder zur Färbung von keramischen Erzeugnissen. Eisendisulfid (FeS2) besitzt eine andere chemische Zusammensetzung und kommt in der Natur in Form von zwei verschiedenen Mineralien vor: Pyrit und Markasit.
   
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