Kupfer
+ Schwefel
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Stoffe
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Kupferblech
10x3cm, Schwefel sublimiert, Glaswolle |
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Geräte
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Schutzbrille, Brenner und
Streichhölzer, Spatel, Reagenzglasgestell mit RG, RG-Halter |
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Schutzbrille aufziehen!
Schwefel nicht in der Flamme direkt erhitzen!
Beginnt er zu brennen, muss
das RG in den Abzug gelegt werden!
Versuch nicht mit Metallpulvern
(Kupfer, Aluminium, etc. durchführen, Explosionsgefahr! |
Didaktische Bemerkungen
Dieses Experiment stellt
eine Abwandlung des Experiments "Zustandformen
von Schwefel" dar und ist Ausgangspunkt für eine Einführung
in die Fachsprache der chemischen Reaktionsgleichungen. Auch hier wird
auf ein Teilchenmodell verzichtet, stattdessen: Eine bestimmte Stoffportion
Schwefel reagiert mit einer bestimmten
Stoffportion Kupfer zu einer bestimmten
Stoffportion Kupfersulfid. An dieser Stelle fällt zum ersten Mal der
Begriff „Atom“. Er fällt ganz bewusst aus heiterem Himmel, sozusagen
deus ex machina: Ein Schwefelatom S reagiert mit zwei Kupferatomen
2Cu zu einem „Atomverband“ Cu2S, bestehend aus zwei Kupferatomen
und einem Schwefelatom. Die Schüler stellen sich dann die Atome stückweise
und einzeln im Schwefel und im Kupfer vor und „dass sie sich irgendwie
zusammentun“. Und das ist legitim, denn Atome sind individuell und zählbar
und schließen sich zu neuen Systemen zusammen. Und diese Eigenschaft
wird ihnen nicht durch ein Teilchenmodell verdeutlicht, sondern durch die
mathematische Formelsprache.
Initiation
Zuerst wird die erste
Variante des Experiments den Schülern vorgestellt: Ein Reagenzglas
wird 2cm hoch mit Schwefel gefüllt. Ein 10cm langes und 3cm breites
Kupferblech wird in Längsrichtung einmal gefaltet und so in das Reagenzglas
gesteckt, dass es sich über dem Schwefel befindet, ohne hinabzufallen.
Nach dem Verschließen der Öffnung mit Glaswolle erhitzt man
den Schwefel. Nach einer Weile glüht das Kupferblech an der unteren
Front auf, und langsam wälzt sich die Glühfront durch das ganze
Blech. Danach untersuchen die Schüler das Produkt. Dafür können
sie auch eine Lupe verwenden. Faszinierend sind dabei auch immer die wunderschönen,
blauen Kupfersulfidkristalle, die sich auf dem Produkt niederschlagen.
Die Schüler stellen
dann einen Fragekatalog auf. Bei diesem Versuch ergeben sich auch eine
Vielzahl komplexer Fragen, die die Versuchsdurchführung betreffen.
Variationsexperimente sind möglich. Das Experiment darf wiederholt
werden:
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Was passiert, wenn man das
Kupferblech zerkleinert und die Stücke in den Schwefel legt?
-
Was passiert, wenn man das
Reagenzglas waagerecht in ein Stativ spannt?
-
Wie lässt sich die Glühfront
verstärken?
-
Was passiert, wenn man weniger
Schwefel/mehr Kupfer nimmt?
-
Was passiert ohne Schwefel?
-
Gelingt der Versuch auch
mit einem anderen Metall, z.B. mit einem Eisenblech?
Dabei müssen natürlich
eine Reihe an Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. So sollte der
Versuch nicht ohne die Glaswolle durchgeführt werden. Die Reaktion
mit anderen Metallen, z.B. mit Aluminium, aber auch mit Kupferpulver kann
explosionsartig erfolgen. Lässt die Lehrkraft Variationsexperimente
zu, dann wird sie sämtliche Möglichkeiten vorher selbst ausprobiert
haben und das ist für die Lehrkraft mindestens so interessant wie
der nachfolgende Unterricht. Probieren Sie es aus!
Einmal kam dabei eine
Gruppe auf eine besondere Idee: Sie „packte“ sehr wenig Schwefel in das
Kupferblech ein und erhitzte dieses im Reagenzglas. Zuerst quoll der gelbliche
Schwefeldampf aus den Ritzen des gefalteten Kupferblechs, dann begann an
diesem stellenweise das erwartete Glühen und plötzlich – völlig
unerwartet – verschwand der Dampf schlagartig im gesamten Reagenzglas.
Die Schüler waren so verblüfft, dass sie das Experiment mehrfach
wiederholten, bis es absolut klar war: Der Schwefel wird durch eine Reaktion
mit dem Kupferblech verbraucht. Es bildet sich ein neuer Stoff, aus a und
b wird c. Auf diese Weise hatten Schüler eine geniale Variante dieses
Experiments entwickelt.
Ergänzung
In der Natur bildet Kupfer(II)-sulfid
(CuS) ein bläulich schimmerndes Mineral, das den Strom schwach leitet.
Der abgebildete Covellin wurde in der Grube Clara im Kinzigtal (Nordschwarzwald)
gefunden:
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