Lutetium Zirconium  Rutherfordium Tantal
 
 Hafnium                                           72Hf
 engl. hafnium (nach dem alten Namen der Stadt Kopenhagen)
 
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Relat. Atommasse  
Ordnungszahl   
Schmelzpunkt   
Siedepunkt   
Oxidationszahlen    
Dichte   
Härte (Mohs)    
Elektronegativität   
Elektronenkonfig.  
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
  
 
178,49   
72    
2233 °C    
4603 °C    
4, 3, 1    
13,310 g/cm³   
2 - 3    
1,30 (Pauling)    
[Xe]4f145d26s2   
Hf-174: 0,16%   
Hf-176: 5,26%   
Hf-177: 18,60%   
Hf-178: 27,28%  
Hf-179: 13,62%  
Hf-180: 35,08%
 
 
      
 
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Eine Scheibe aus Hafnium wird mit der Flamme des Schweißbrenners kräftig erhitzt.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 250 
  

(Hafnium Pulver)

CAS-Nummer 
7440-58-6 
  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Hafnium ist ein hochglänzendes, relativ weiches Schwermetall, das sich gut walzen und schmieden lässt. Die Schmelz- und Siedetemperaturen sind sehr hoch, bei sehr tiefen Temperaturen ist Hafnium supraleitend. Hafnium ist ein relativ unedles Metall, das in fein zerteilter Form sehr reaktionsfähig ist und dem Zirconium stark ähnelt. An der Luft bildet sich eine dunkle, dünne Oxidschicht, die das Metall gegen eine weitere Oxidation an der Luft, im Wasser oder in Säuren widerstandsfähig macht. Dadurch ist kompaktes Hafnium sehr stabil. Bei Raumtemperatur greifen es nur Königswasser und Flusssäure an. Pulverisiertes Hafnium kann sich an der Luft aber spontan entzünden. Mit reinem Sauerstoff verbrennt es oberhalb von 300°C mit greller Flamme zu Hafnium(IV)-oxid:  
  
Hf  +  O2   HfO2     DHR = -1146 kJ/mol 
  
Mit Chlor reagiert es beim Erwärmen unter Feuererscheinungen zu Hafnium(IV)-chlorid:  
  
Hf  +  2 Cl2   HfCl4     DHR = -991 kJ/mol 
  
Bei hohen Temperaturen reagiert es auch mit Stickstoff und Kohlenstoff zu Hafnium(IV)-nitrid oder Hafniumcarbid. 
   
Toxikologie 
Das elementare Hafnium und auch das Hafnium(IV)-oxid haben wohl nur ein geringes toxisches Potential. Das Freisetzen und Einatmen von Stäuben ist aber auf jeden Fall zu vermeiden.
  
Vorkommen 
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 4,2 x 10-4 % an 52. Stelle und steht damit noch vor Argon und Uran. Elementar kommt es in der Natur nicht vor. Das einzige bekannte Hafniummineral ist der Hafnon, ein Hafniumsilicat (HfSiO4), das als Begleitmineral im Zirkon (ZrSiO4) vorkommt. Aus diesem Grund eignet sich der Zirkon meist auch zur Gewinnung von Hafnium. 
 
 
 Zirkon aus Kanada
 
 
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 Hafnium kommt stets als Begleiter in Zirkonmineralien vor.
 
 
Geschichte 
Im Jahre 1923 entdeckten der niederländische Physiker Dirk Coster (1889-1950) und der ungarische Physiker György K. von Hevesy (1885-1966) in Kopenhagen das Element in einem Zirkonerz aus Norwegen. Sie wiesen es mit Hilfe der Röntgenspektroskopie nach. Das Element erhielt seinen Namen nach der alten Bezeichnung für Kopenhagen und das Symbol Hf.
  
Herstellung     
Hafnium fällt stets als Nebenprodukt bei der Zirconiumherstellung an. Bei der Erzaufbereitung erhält man ein Gemisch der wasserlöslichen Chloride Zirconium(IV)-chlorid und Hafnium(IV)-chlorid (Näheres siehe bei der Zirconiumherstellung). Eine Trennung der beiden Chloride erfolgt durch Ionenaustauschverfahren oder durch Lösungsmittelextraktion. Eine Reduktion des Hafnium(IV)-chlorids zu elementarem Hafnium ist mit Magnesium möglich (analog zur Zirconium- und zur Titanherstellung):  
  
HfCl +  2 Mg   Hf  +  2 MgCl2   
  
Der so erhaltene Hafniumschwamm wird durch eine Vakuumdestillation gereinigt. Nach dem Zonenschmelzverfahren zersetzt man Hafnium(IV)-chlorid an dünnen, 1300°C heißen Wolframfäden. Dieses Verfahren wird auch bei der Titanherstellung angewandt. 
  
Verwendung 
In Blitzlichtwürfeln erzeugen Hafniumfolien ein sehr grelles Licht. Hafnium-Legierungen mit Wolfram oder auch mit Molybdän, Niob oder Tantal besitzen einen sehr hohen Schmelzpunkt und eignen sich zur Herstellung von Glühkathoden. Beim Plasmaschweißen entstehen sehr hohe Temperaturen. Dort werden Hafniumeinsätze in der Elektrode verwendet. Der Hauptteil des Hafniums wird jedoch in Kontroll- und Steuerstäben in Kernreaktoren und als Neutronenfänger bei der Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen verwendet. 
 
 
 Elektroden für das Plasmaschweißen mit Hafniumeinsatz
 
 
 
 Das Hafnium befindet sich in der Mitte der Elektrodenspitze.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht