Niob Chrom  Wolfram Technetium
 
 Molybdän                                        42Mo
 engl. molybdenum; griech. molybdaena ("Bleiglanz")
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
  
  
 
95,96  
42    
2623 °C    
4639 °C     
6, 5, 4, 3, 2, 1, 0 ,-1, -2  
10,22 g/cm³   
5,5    
2,16 (Pauling)     
[Kr]4d55s1   
Mo-92: 14,77%   
Mo-94: 9,23%   
Mo-95: 15,90%   
Mo-96: 16,68%   
Mo-97: 9,56%   
Mo-98: 24,19%   
Mo-100: 9,67%
 
 
      
 
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Ein Stück kristallines Molybdän wird mit der Schweißbrennerflamme kräftig erhitzt.
    
GHS-Piktogramme 
Nicht kennzeichnungspflichtig
Gefahren (H-Sätze)  
--
CAS-Nummer 
7439-98-7
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Das zinnweiße Molybdän ist ein relativ hartes und sprödes Schwermetall, das sich gut dehnen lässt. Es ist gut verformbar, besitzt eine hohe Festigkeit und lässt sich zu Drähten und Blechen walzen. Molybdän besitzt eine sehr hohe Schmelz- und Siedetemperatur. Bei sehr tiefen Temperaturen zeigt das Metall Supraleitfähigkeit.   
   
 
 Erhitztes Molybdänblech mit farbigen Oxidschichten
 
 
 
 
 Die Oxidschichten schützen das Metall vor weiterer Oxidation.
 

Das relativ unedle Metall ist infolge der sich bildenden Oxidschicht an der Luft und gegen nicht oxidierende Säuren beständig. Beim Erhitzen an der Luft oxidiert es und bildet bläuliche Schichten, die das Metall vor weiterer Oxidation schützen. Oberhalb von 600°C entsteht Molybdän(VI)-oxid  MoO3, ein weißer, hautreizender Stoff. Oxidierende Säuren wie Salpetersäure oder konzentrierte Schwefelsäure lösen das Metall auf. Es lässt sich leicht mit vielen anderen Metallen wie Eisen, Aluminium, Nickel, Chrom oder Mangan legieren.  

   
Physiologie - Toxikologie 
Molybdän ist für alle Organismen ein lebensnotwendiges Spurenelement. Viele Tiere und die meisten Pflanzenarten nehmen das Element in Form von Molybdat-Ionen auf. Die Knöllchenbakterien im Boden binden mit Hilfe des molybdänhaltigen Enyzms Nitrogenase Luftstickstoff und stellen so den Stickstoff als Nährstoff für die Pflanzen zur Verfügung. Beim Menschen sind im Enzym Xanthinoxidase Molybdänatome eingebaut. Es dient in der Leber zum Aufbau der Harnsäure und ist notwendig für den Transport und die Vorratshaltung von Eisen. Das ebenfalls molybdänhaltige Enzym Sulfitoxidase baut schwefelhaltige Verbindungen wie Cystein oder Glutamin ab und kann auch giftige Sulfide zu Sulfaten umbauen. Bei Molybdänmangel treten Symptome wie Müdigkeit, Verwirrtheit oder Nachtblindheit auf. Bei einer dauerhaft niedrigen Molybdänzufuhr werden Haarausfall, Karies, Nierensteine oder bestimmte Krebsformen wie Speiseröhrenkrebs begünstigt. Lit [16 Besonders molybdänreich sind Nahrungsmittel wie Sojamehl, Rotkohl, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Reis, Spinat oder Eier. 

Molybdän ist in Dentallegierungen zugelassen, beispielsweise in Legierung mit Chrom und Cobalt. Personen, die nachweislich eine Metallallergie oder eine Autoimmunkrankheit haben, können auf diese Legierungen empfindlich reagieren.

  
Vorkommen 
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 0,0014% an 39. Stelle direkt nach dem Gallium. Elementar kommt es auf der Erde als Hexamolybdän, einer Legierung aus Molybdän, Iridium, Eisen, Osmium und Ruthenium vor. Im Mondgestein fand man ein einzelnes Molybdänkorn in elementarer Form. Lit [63 Das bedeutendste Molybdänmineral ist der Molybdänglanz (Molybdänit, MoS2). Die wichtigsten Lagerstätten liegen in Idaho/USA, in British Columbia/Kanada und in Stavanger/Norwegen. In Deutschland kommen im Erzgebirge und in Oberbayern kleinere Lagerstätten vor. Ein bei Mineraliensammlern bekanntes Mineral mit einer Molybdänverbindung ist das Bleierz Wulfenit, ein Bleimolybdänat (PbMoO4).  
 
 
 Molybdänglanz aus dem Erzgebirge
 
 
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 Der Molybdänit ist aus Molybdänsulfid aufgebaut.
 
 
Geschichte 
Der Schwede Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) stellte im Jahre 1778 aus dem Mineral Molybdänglanz durch das Erhitzen mit Salpetersäure weißes Molybdänoxid her. Dieses benannte er aufgrund seiner sauren Wirkung Molybdänsäure. Die erstmalige Herstellung des Metalls gelang dem schwedischen Chemiker Peter Jakob Hjelm (1746-1813) im Jahre 1781. Er reduzierte Molybdän(VI)-oxid mit Braunstein und Graphit und erhielt stark verunreinigtes Molybdän. Der Name des Elements leitet sich vom griechischen Namen für Bleiglanz (griech. molybdaena) ab, da man früher den Bleiglanz nicht vom Molybdänglanz unterscheiden konnte. Das chemische Symbol Mo schlug J.J.Berzelius im Jahre 1814 vor. Die Herstellung von reinem Molybdän gelang erst am Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine Reduktion von Molybdän(III)-oxid mit Wasserstoff.  
 
 
 Scheele entdeckt das Molybdänoxid
 
 
 
 
 Carl Wilhelm Scheele (1742-1786)
 
  
Herstellung     
Das Mineral Molybdänglanz ist in der Regel stark mit Ganggestein verunreinigt und muss zuerst durch Flotation angereichert werden. Danach oxidiert man das Erz durch Rösten an der Luft bei ca. 700°C zu Molybdän(VI)-oxid:  
  
2 MoS2  +  7 O2   2 MoO3  +  4 SO2   
  
Nach einer Reinigung des Oxids durch das Auslaugen mit Ammoniaklösung und der nachfolgenden Ausfällung mit einer Säure reduziert man das Oxid bei 1100°C mit Wasserstoff zu reinem Molybdän. Einen Großteil des heute gewonnenen Molybdäns erhält man bei der Kupfer-Raffination. Das für die Stahlveredelung notwendige Ferromolybdän stellt man durch eine Reduktion eines Gemisches aus Molybdänoxiden und Eisenoxiden auf aluminothermischem Weg her. 
  
Verwendung 
Reines Molybdän dient als hitzebeständiger Werkstoff in Widerstandsdrähten von Heizwicklungen, für Elektroden in Glasschmelzöfen, für Anoden in Elektronenstrahlröhren oder für Glühdrähte in Glühlampen. In der chemischen Industrie bestehen korrosionsanfällige Bauteile wie Ventile aus Molybdän. Der Großteil des Molybdäns wird jedoch in den korrosionsbeständigen, sehr zähen und festen Molybdänlegierungen eingesetzt. Rostfreier Molybdänstahl kann bis zu 98% Eisen, 0,4-3,5% Molybdän, 0,25-0,6% Kupfer, 0,15-0,5% Mangan, 0,2-0,4% Silicium und bis zu 0,6% Chrom enthalten. Er wird in Werkzeugen mit starker mechanischer Beanspruchung eingesetzt. Legierungen mit Titan, Wolfram, Zirconium oder Niob dienen zum Bau von Raketentriebwerken. Molybdän-Nickellegierungen sind sehr korrosionsbeständig. Molybdän(III)-oxid (Mo2O3) ist ein wichtiger Katalysator in organischen Synthesen. Ammoniumheptamolybdat dient im Labor als Reagenz zum Nachweis von Phospat-Ionen.  
   
   
 Profi-Schraubenzieher aus Molybdän-Vanadium-Stahl
 
 
 
 
 
 Molybdänstahl kann mechanisch stark beansprucht werden.
 
 
Molybdänverbindungen im Portrait
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht