Zirconium  Vanadium  Periodensystem  Tantal  Molybdän
 
Niob                                                 41Nb
engl. niobium (nach "Niobe", der Tochter des Tantalos)
 
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Das hellgrau glänzende Niob ähnelt im Aussehen
und in den chemischen Eigenschaften dem Tantal 
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:  
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   

   
 

92,90638   
41   
2477 °C   
4744 °C   
5, 4, 3, 2, 1, -1   
8,580 g/cm³  
  
1,60 (Pauling)   
146 pm  
[Kr]4d45s1  
Nb-93  100%  
   
   
   
 
 
 
Eigenschaften:   
Reines Niob ist ein hellgrau glänzendes und relativ weiches Schwermetall, das sich gut walzen und schmieden lässt. Durch geringe Verunreinigungen an Kohlenstoff erhöht sich die Härte und die Sprödigkeit erheblich. Dann kann es nur noch bei Rotglut verarbeitet werden. Die Schmelz- und Siedetemperaturen des Niobs sind sehr hoch. Bei sehr tiefen Temperaturen zeigt das Metall Supraleitfähigkeit.   
   
Niob ist ein relativ unedles Element und ähnelt in seinen chemischen Eigenschaften dem Tantal. Trotzdem ist es an der Luft sehr beständig, da sich eine schützende Oxidschicht bildet, die das Metall vor weiterer Korrosion schützt. Niobpulver kann sich von selbst entzünden. Oberhalb von 300°C oxidiert Niob zu Nioboxid. Mit reinem Sauerstoff reagiert es bei Rotglut heftig zu Niob(V)-oxid:  
  
4 Nb  +  5 O2  ----->  2 Nb2O5   DHR = -3802 kJ/mol  
  
Das kompakte Metall wird bei Zimmertemperatur von den meisten Säuren nicht angegriffen. Oberhalb von 200°C vermögen jedoch alle Säuren das Metall zu zersetzen. Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit den meisten Nichtmetallen wie Stickstoff oder Kohlenstoff, mit Wasserstoff und mit Chlor:  
  
2 Nb  +  5 Cl2  ----->  2 NbCl5   DHR = - 1596 kJ/mol 
 
 
Vorkommen:   
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 0,0019% an 34. Stelle direkt vor Blei. Elementar kommt es in der Natur nicht vor. Das bedeutendste Niobmineral ist der Columbit, ein Mischmineral, in dem vor allem Eisen-, Niob- und Tantalverbindungen vorkommen. Die wichtigsten Vorkommen liegen in Kanada, den GUS-Staaten, Kongo, Nigeria, Uganda, Thailand, Malaysia und Australien.  
   
 
Columbit aus Habira/Brasilien
 
 
Geschichtliches:   
Der englische Chemiker Charles Hatchett (1765-1847) entdeckte im Jahre 1801 in London in dem Mineral Columbit ein bisher unbekanntes Oxid, das er als neues Element ansah. Er benannte es zunächst Columbium. 33 Jahre später wies Heinrich Rose (1795-1864) nach, dass das Oxid zwei verschiedene Elemente enthielt. Das eine war das bereits von Gustaf Ekeberg entdeckte Tantal, das andere benannte Rose nach Niobe, einer Tochter des griechischen Sagenkönigs Tantalos. Im Jahre 1864 gelang Christian Wilhelm Blomstrand erstmals die Herstellung von elementarem Niob durch eine Reduktion von Niob(V)-chlorid mit Wasserstoff.  
   
 
Charles Hatchett (1765-1847) auf einer Medaille
 
 
Herstellung:    
Der Columbit wird zunächst in Säuren oder Laugen aufgeschlossen. Nach der Zugabe von Wasser erhält man die unlöslichen Niob- und Tantaloxide. Nach dem Lösen der Oxide in Flusssäure gibt man Kaliumfluorid hinzu. Dabei entstehen die entsprechenden Fluoride K2TaF7 und K2NbOF5. Das Tantalfluorid ist schlechter löslich als das Niobfluorid und kann daher abgetrennt werden. Nach einer erneuten Überführung des Niobfluorids in Nioboxid wird letzteres mit Kohle bei ca. 2000°C reduziert, wobei Niob-Carbid (NbC) als Zwischenprodukt gebildet wird:  
  
Nb2O5  +  7 C  ----->  2 NbC  +  5 CO  
5 NbC  +  Nb2O5  ----->  7 Nb  +  5 CO  
  
Hochreines Niob erhält man durch Elektronenstrahlschmelzen. 
 
 
Verwendung:   
Niob dient vor allem als Ferroniob (Eisenlegierung mit 63-67% Niob, 28-33,5% Eisen und Zusätzen von Tantal, Aluminium und Silicium) als Legierungsbestandteil für rostfreie Stähle im Automobilbau, für Brücken, Hochspannungsmasten und Rohre. Hochtemperaturlegierungen auf der Basis von Niob, Eisen und Cobalt und Zusätzen anderer Metalle eignen sich für Gasturbinen und Triebwerke im Flugzeug- und Raketenbau. Niob-Zirkonium-Legierungen dienen zur Umhüllung von Kernbrennstäben, Legierungen mit Niob und Wolfram zur Herstellung von Thermometern im Hochtemperaturbereich. Niob-Titan-Legierungen werden für die Herstellung von Dauermagneten oder von großen Magneten in Teilchenbeschleunigern verwendet.  
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht