Zirconium Vanadium  Tantal Molybdän
 
 Niob                                                 41Nb
 engl. niobium (nach "Niobe", der Tochter des Tantalos)
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte     
Härte (Mohs)      
Elektronegativität     
Elektronenkonfig.    
Natürl. Häufigkeit  
 
92,90638     
41     
2477 °C     
4744 °C     
5, 4, 3, 2, 1, -1     
8,57 g/cm³    
    
1,60 (Pauling)      
[Kr]4d45s1    
Nb-93  100%   
 
 
 
      
 
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Ein Stück kristallines Niob wird mit dem Brenner kräftig erhitzt. 
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228 
  
Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-03-1 
  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Niob ist ein hellgrau glänzendes und relativ weiches Schwermetall, das sich gut walzen und schmieden lässt. Durch geringe Verunreinigungen an Kohlenstoff erhöht sich die Härte und die Sprödigkeit erheblich. Dann kann es nur noch bei Rotglut verarbeitet werden. Die Schmelz- und Siedetemperaturen des Niobs sind sehr hoch. Bei sehr tiefen Temperaturen zeigt das Metall Supraleitfähigkeit.   
   
Niob ist ein relativ unedles Element und ähnelt in seinen chemischen Eigenschaften dem Tantal. Trotzdem ist es an der Luft sehr beständig, da sich eine schützende Oxidschicht bildet, die das Metall vor weiterer Korrosion schützt. Niobpulver kann sich von selbst entzünden. Oberhalb von 300°C oxidiert Niob zu Nioboxid. Mit reinem Sauerstoff reagiert Niobpulver bei Rotglut heftig zu Niob(V)-oxid:  
  
4 Nb  +  5 O2   2 Nb2O5      DHR = -3802 kJ/mol 
  
Das kompakte Metall wird bei Zimmertemperatur von den meisten Säuren nicht angegriffen. Oberhalb von 200°C vermögen jedoch alle Säuren das Metall zu zersetzen. Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit den meisten Nichtmetallen wie Stickstoff oder Kohlenstoff, mit Wasserstoff und mit Chlor:  
  
2 Nb  +  5 Cl2   2 NbCl5     DHR = - 1596 kJ/mol 
   
Toxikologie 
Das elementare Niob und auch das Niob(V)-oxid haben wohl nur ein geringes toxisches Potential. Das Freisetzen und Einatmen von Stäuben ist aber auf jeden Fall zu vermeiden.
  
Vorkommen 
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 0,0019% an 34. Stelle direkt vor Blei. Elementar kommt es in der Natur nicht vor. Das bedeutendste Niobmineral ist der Columbit, ein Mischmineral, in dem vor allem Eisen-, Niob- und Tantalverbindungen vorkommen. Die wichtigsten Vorkommen liegen in Kanada, den GUS-Staaten, Kongo, Nigeria, Uganda, Thailand, Malaysia und Australien.  
 
 
 Columbit aus Habira/Brasilien
 
 
Der Columbit ist ein Mischmineral, in dem vor allem
Eisen-, Niob- und Tantalverbindungen vorkommen.
 
 
Geschichte 
Der englische Chemiker Charles Hatchett (1765-1847) entdeckte im Jahre 1801 in London in dem Mineral Columbit ein bisher unbekanntes Oxid, das er als neues Element ansah. Er benannte es zunächst Columbium. 33 Jahre später wies Heinrich Rose (1795-1864) nach, dass das Oxid zwei verschiedene Elemente enthielt. Das eine war das bereits von Gustaf Ekeberg entdeckte Tantal, das andere benannte Rose nach Niobe, einer Tochter des griechischen Sagenkönigs Tantalos. Im Jahre 1864 gelang Christian Wilhelm Blomstrand erstmals die Herstellung von elementarem Niob durch eine Reduktion von Niob(V)-chlorid mit Wasserstoff.  
 
 
 Der Entdecker des Niobs
 
 
 
 
 Charles Hatchett (1765-1847) auf einer Medaille
 
  
Herstellung     
Der Columbit wird zunächst in Säuren oder Laugen aufgeschlossen. Nach der Zugabe von Wasser erhält man die unlöslichen Niob- und Tantaloxide. Nach dem Lösen der Oxide in Flusssäure gibt man Kaliumfluorid hinzu. Dabei entstehen die entsprechenden Fluoride K2TaF7 und K2NbOF5. Das Tantalfluorid ist schlechter löslich als das Niobfluorid und kann daher abgetrennt werden. Nach einer erneuten Überführung des Niobfluorids in Nioboxid wird letzteres mit Kohle bei ca. 2000°C reduziert, wobei Niob-Carbid (NbC) als Zwischenprodukt gebildet wird:  
  
Nb2O5  +  7 C   2 NbC  +  5 CO   
5 NbC  +  Nb2O5   7 Nb  +  5 CO   
  
Hochreines Niob erhält man durch Elektronenstrahlschmelzen. 
  
Verwendung 
Niob dient vor allem als Ferroniob (Eisenlegierung mit 63-67% Niob, 28-33,5% Eisen und Zusätzen von Tantal, Aluminium und Silicium) als Legierungsbestandteil für rostfreie Stähle im Automobilbau, für Brücken, Hochspannungsmasten und Rohre. Hochtemperaturlegierungen auf der Basis von Niob, Eisen und Cobalt und Zusätzen anderer Metalle eignen sich für Gasturbinen und Triebwerke im Flugzeug- und Raketenbau. Niob-Zirkonium-Legierungen dienen zur Umhüllung von Kernbrennstäben, Legierungen mit Niob und Wolfram zur Herstellung von Thermometern im Hochtemperaturbereich. Niob-Titan-Legierungen werden für die Herstellung von Dauermagneten oder von großen Magneten in Teilchenbeschleunigern verwendet. Bei Schmuck und Münzen lassen sich durch das Auftragen dünner Oxidschichten mit Hilfe einer Anodisierung fast alle Farben des Regenbogens erzeugen. 
 
 
 25-Euro-Münzen aus Österreich mit Niobkern und Ring aus Silber
 
 
 Der Ring dieser Münzen enthält 9g Feinsilber (900), der Kern besteht aus 6,5 Gramm Niob.
Durch Anodisierung lassen sich dünne Oxidschichten mit verschiedenen Farben erzeugen.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht