Beim
Pigment Eisenoxidrot handelt es sich um ein künstlich hergestelltes
Roteisenerz (Eisen(III)-oxid Fe2O3).
Im Handel ist auch ein natürliches Eisenoxidrot erhältlich, das
aus dem Eisenerz Hämatit gewonnen
wird. Roter Ocker enthält Roteisenerz
als färbende Komponente. Unter
der Bezeichnung Eisenoxidgelb werden künstliche Eisenoxidhydrate als
Pigmente verwendet. Die Eisenoxidhydrate kommen in der Natur als braune
oder gelbe Gesteine vor (Limonit
oder gelber Ocker). Eisenoxidschwarz
ist ein Mischoxidpigment aus Eisen(II)-oxid und Eisen(III)-oxid (FeO •
Fe2O3). Das Pigment ist im Gegensatz zum Eisenoxidrot
und Eisenoxidgelb ferromagnetisch. Der in der Natur vorkommende Magnetit
ist mit dem künstlich hergestellten Eisenoxidschwarz verwandt.
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In der Natur kommt das
Element Eisen - abgesehen von den seltenen Eisenmeteoriten
- nur extrem selten vor. In der Frühgeschichte der Erde wurden die
Urmeere durch zahlreiche Meteoriteneinschläge mit Eisensalzen angereichert.
Die Eisenmeteoriten oxidierten zu Eisenoxiden, die sich im Boden ablagerten.
So entstanden die Eisenerzlagerstätten.
Die natürlichen
Eisenoxide und -hydroxide sind aus vorgeschichtlicher Zeit bekannt und
wurden in den Höhlenmalereien schon vor
über 35000 Jahren als Pigmente verwendet.
In der Eisenzeit ab 1500 vor Christus erlangten die Eisenerze große
Bedeutung, da aus ihnen das Metall Eisen durch eine Reduktion mit Holzkohle
gewonnen werden konnte. In der Antike wurden die roten
Erden vor allem für die Herstellung von Keramik verwendet. Noch
heute zeugen die typischen Rot- und Gelbtöne bei Häuseranstrichen
in Dörfern und Städten des Mittelmeerraumes von der Verwendung
als Wandfarbe. Die Frauen Afrikas bemalten mit
diesen Pigmenten ihre Häuser, viele Kulturen verwendeten sie zur Körperbemalung.
In der Kirchen- und Kunstmalerei, vom Mittelalter bis in die heutige Zeit,
waren sie aufgrund ihrer Beständigkeit die wichtigsten Rot- und Gelbpigmente.
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Hochofen
in Dillingen/Saarland
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Im Hochofen gewinnt
man aus Eisenerzen das Roheisen.
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Mit dem Beginn des Industriezeitalters
wurden die natürlichen Erze und Erden durch künstlich hergestellte
Eisenoxidpigmente verdrängt. Dabei spielten vor allem die hohen Transport-
und Aufbereitungskosten bei der Verwendung von natürlichen Rohstoffen
eine entscheidende Rolle. Eisenerzlagerstätten
finden sich in Minnesota/USA, in Brasilien, in Russland, in Norwegen, auf
der Insel Elba und in Deutschland im Harz und im Erzgebirge. In erster
Linie werden die Eisenerze im Hochofen
zur Herstellung von Roheisen verwendet. Alle Eisenoxide, -hydroxide und
sämtliche farbige Erden finden als fein gemahlene Pigmente
Anwendung zur Herstellung von Anstrichen, Malfarben und Keramiken. Eisenoxidrot
entspricht der chemischen Zusammensetzung von Rost und ist daher für
Rostschutzanstriche in Stahlkonstruktionen und im Schiffsbau von Bedeutung.
Die künstlichen Eisenoxide sind auch als Lebensmittelfarbe zugelassen.
Wursthüllen sind oft mit rotem Eisenoxid eingefärbt. Das
synthetische Eisenoxidschwarz besitzt eine sehr hohe Deckkraft, daher schätzen
es die Maler für tiefschwarze Linien, Strukturen oder Flächen.
Aber auch zum Abdunkeln eignet sich das Schwarz bestens.
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Thomas
Seilnacht: Berner Alpen von Beatenberg
Caseinfarbe auf Holz,
50 x 100 cm (2010 Nr. 133)
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Das Eisenoxidschwarz
bildet satte Kontraste (hier mit Preußischblau und Titanweiß).
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