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1.) Eisen(III)-oxid, Roteisenerz, Hämatit,
Formel: Fe2O3
Dieses in der Natur in großen Mengen
vorkommende Hämatit ist ein schwarzrotes
bis leuchtend rotes Gestein. Beim Pigment Eisenoxidrot handelt es sich
um ein künstlich hergestelltes Roteisenerz. Die roten Erdfarben
des Mittelmeerraumes enthalten Roteisenerz als färbende Komponente.
2.) Eisen(II,III)-oxid, Magneteisenstein,
Magnetit,
Formel: Fe3O4
Magnetit bildet in der Natur schwarz-
glänzende, oktaedrische Kristalle. Sein Name erhielt das Erz von seiner
magnetischen Wirkung. Als Pigment wird künstlich hergestellter Magnetit
unter der Bezeichnung Eisenoxidschwarz verwendet.
3.) Eisenhydroxide, Brauneisenerz,
Limonit, Formel Fe2O3 . xH2O
Die Eisenhydroxide kommen in der Natur
als braune (Brauneisenerz) oder gelbe (Gelbeisenerz) Gesteine vor.
Unter der Bezeichnung Eisenoxidgelb werden künstliche Eisenhydroxide
als Pigmente verwendet.
Der gelbe
Ocker aus Frankreich oder Italien ist ein durch Eisenhydroxid gefärbtes
Gestein. Beim Erhitzen erhält man roten,
gebrannten Ocker, der im wesentlichen aus Eisen(III)-oxid besteht.
Geschichtliches
In der Natur kommt das Element Eisen
- abgesehen von den seltenen Eisenmeteoriten - nicht vor. In der Frühgeschichte
der Erde wurden die Urmeere durch zahlreiche Meteoriteneinschläge
mit Eisensalzen angereichert. Die Eisenmeteoriten oxidierten zu Eisenoxiden,
welche sich am Boden ablagerten. So entstanden die Eisenerzlagerstätten.
Die natürlichen Eisenoxide und -hydroxide
sind aus vorgeschichtlicher Zeit bekannt und wurden in den Höhlenmalereien
schon vor über 35000 Jahren als Pigmente
verwendet. In der Eisenzeit ab 1500 vor Christus erlangten die Eisenerze
große Bedeutung, da aus ihnen das Metall Eisen durch eine Reduktion
mit Holzkohle gewonnen werden konnte. In der Antike wurden die roten
Erden vor allem für die Herstellung von Keramik verwendet. Noch
heute zeugen die typischen Rot- und Gelbtöne bei Häuseranstrichen
in Dörfern und Städten des Mittelmeerraumes von der Verwendung
als Wandfarbe. Die Frauen Afrikas bemalten mit
diesen Pigmenten ihre Häuser, viele Kulturen verwendeten sie zur Körperbemalung.
In der Kirchen- und Kunstmalerei - vom Mittelalter bis in die heutige Zeit
- waren sie aufgrund ihrer Beständigkeit die wichtigsten Rot- und
Gelbpigmente.
Mit dem Beginn des Industriezeitalters
wurden die natürlichen Erze und Erden durch künstlich hergestellte
Eisenoxidpigmente verdrängt. Dabei spielten vor allem die hohen Transport-
und Aufbereitungskosten bei der Verwendung von natürlichen Rohstoffen
eine entscheidende Rolle.
Natürliche Vorkommen
Eisenerzlagerstätten finden sich
u.a. in Minnesota/USA, in Brasilien, in Russland, in Norwegen, auf der
Insel Elba und in Deutschland im Harz und im Erzgebirge. Die farbigen Erden
kommen vor allem in Südfrankreich und in der Toscana vor.
Gewinnung
Früher erfolgte die Gewinnung durch
das Mahlen der Erze und Erden und einem anschließenden Reinigungsprozess.
Roter Ocker konnte durch das Brennen
von gelbem Ocker hergestellt werden.
Die künstlichen Pigmente Eisenoxidrot und
Eisenoxidgelb können aus Eisensalzen, z. B. aus Eisenchlorid, in besonders
reiner Form hergestellt werden. Durch kräftiges Glühen von Eisenoxidrot
erhält man das tiefschwarze Eisenoxidschwarz.
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