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 Eisenoxidpigmente
 
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Alle Eisenoxidpigmente sind lichtecht, wetterfest, wasserunlöslich und besitzen sehr hohe Farbstärke und Deckkraft. Die roten und schwarzen Pigmente sind gegen Säuren und Alkalien beständig. Auch die farbigen Erden enthalten Eisenoxide, sie stellen Verwitterungsprodukte dar.  Zur Gewinnung von Pigmenten kommen die meisten Eisenerze in Frage. Dazu zählen Hämatit, Limonit, Goethit oder Magnetit. Die künstlich hergestellten Eisenoxidpigmente (Foto) sind reiner und sie sind besser mit einem Bindemittel zu fixieren. Sie werden zur Herstellung von Farben bevorzugt.
  
 
Geschichte
Gewinnung
Toxikologie
Portraits
 
 
Geschichte und Verwendung
Beim Pigment Eisenoxidrot handelt es sich um ein künstlich hergestelltes Roteisenerz  (Eisen(III)-oxid  Fe2O3). Im Handel ist auch ein natürliches Eisenoxidrot erhältlich, das aus dem Eisenerz Hämatit gewonnen wird. Roter Ocker enthält Roteisenerz als färbende Komponente. Unter der Bezeichnung Eisenoxidgelb werden künstliche Eisenoxidhydrate als Pigmente verwendet. Die Eisenoxidhydrate kommen in der Natur als braune oder gelbe Gesteine vor (Limonit oder gelber Ocker). Eisenoxidschwarz ist ein Mischoxidpigment aus Eisen(II)-oxid und Eisen(III)-oxid (FeO Fe2O3). Das Pigment ist im Gegensatz zum Eisenoxidrot und Eisenoxidgelb ferromagnetisch. Der in der Natur vorkommende Magnetit ist mit dem künstlich hergestellten Eisenoxidschwarz verwandt.  
  
   
  
 
 
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In der Natur kommt das Element Eisen - abgesehen von den seltenen Eisenmeteoriten - nur extrem selten vor. In der Frühgeschichte der Erde wurden die Urmeere durch zahlreiche Meteoriteneinschläge mit Eisensalzen angereichert. Die Eisenmeteoriten oxidierten zu Eisenoxiden, die sich im Boden ablagerten. So entstanden die Eisenerzlagerstätten.  
   
Die natürlichen Eisenoxide und -hydroxide sind aus vorgeschichtlicher Zeit bekannt und wurden in den Höhlenmalereien schon vor über 35000 Jahren als Pigmente verwendet. In der Eisenzeit ab 1500 vor Christus erlangten die Eisenerze große Bedeutung, da aus ihnen das Metall Eisen durch eine Reduktion mit Holzkohle gewonnen werden konnte. In der Antike wurden die roten Erden vor allem für die Herstellung von Keramik verwendet. Noch heute zeugen die typischen Rot- und Gelbtöne bei Häuseranstrichen in Dörfern und Städten des Mittelmeerraumes von der Verwendung als Wandfarbe. Die Frauen Afrikas bemalten mit diesen Pigmenten ihre Häuser, viele Kulturen verwendeten sie zur Körperbemalung. In der Kirchen- und Kunstmalerei, vom Mittelalter bis in die heutige Zeit, waren sie aufgrund ihrer Beständigkeit die wichtigsten Rot- und Gelbpigmente.  
   
 
  Hochofen in Dillingen/Saarland
 
 
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 Im Hochofen gewinnt man aus Eisenerzen das Roheisen.
  
 
Mit dem Beginn des Industriezeitalters wurden die natürlichen Erze und Erden durch künstlich hergestellte Eisenoxidpigmente verdrängt. Dabei spielten vor allem die hohen Transport- und Aufbereitungskosten bei der Verwendung von natürlichen Rohstoffen eine entscheidende Rolle. Eisenerzlagerstätten finden sich in Minnesota/USA, in Brasilien, in Russland, in Norwegen, auf der Insel Elba und in Deutschland im Harz und im Erzgebirge. In erster Linie werden die Eisenerze im Hochofen zur Herstellung von Roheisen verwendet. Alle Eisenoxide, -hydroxide und sämtliche farbige Erden finden als fein gemahlene Pigmente Anwendung zur Herstellung von Anstrichen, Malfarben und Keramiken. Eisenoxidrot entspricht der chemischen Zusammensetzung von Rost und ist daher für Rostschutzanstriche in Stahlkonstruktionen und im Schiffsbau von Bedeutung. Die künstlichen Eisenoxide sind auch als Lebensmittelfarbe zugelassen. Wursthüllen sind oft mit rotem Eisenoxid eingefärbt. Das synthetische Eisenoxidschwarz besitzt eine sehr hohe Deckkraft, daher schätzen es die Maler für tiefschwarze Linien, Strukturen oder Flächen. Aber auch zum Abdunkeln eignet sich das Schwarz bestens. 
 
 
  Thomas Seilnacht: Berner Alpen von Beatenberg
Caseinfarbe auf Holz, 50 x 100 cm (2010 Nr. 133)
 
 
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 Das Eisenoxidschwarz bildet satte Kontraste (hier mit Preußischblau und Titanweiß).
  
 
 
 
Gewinnung
Früher erfolgte die Gewinnung durch das Mahlen der Erze (oder Erden) und einem anschließenden Reinigungsprozess. Rotes Eisenoxid konnte durch das Brennen von Brauneisenerz hergestellt werden. Die künstlichen Pigmente Eisenoxidrot und Eisenoxidgelb können durch Glühen aus Eisensalzen wie Eisen(II)-sulfat in besonders reiner Form hergestellt werden. Durch kräftiges Glühen von Eisenoxidgelb oder von Eisenoxidrot erhält man das tiefschwarze Eisenoxidschwarz. 
 
 
Toxikologie
Pigmentstäube sollten grundsätzlich nicht eingeatmet werden. Die Eisenoxidpigmente selbst sind nicht toxisch, es sei denn sie sind mit Schwermetallsalzen verunreinigt. Dies trifft auf einige natürliche Sorten zu. Daher dürfen nur synthetische Eisenoxidpigmente für kosmetische Zwecke eingesetzt werden. Auch für Schulversuche sollten ausschließlich diese verwendet werden.
 
Infos/Rezepte
Der Hochofenprozess 
Farbenprojekt Höhlenmalerei mit Kreide 
Arbeitsblätter zur Herstellung von Farben 
   
 
Copyright: T. Seilnacht