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Schweiz: Wallis / Graubünden / Tessin / Uri / Glarus / St. Gallen / Bern / Juramineralien
Gotthard
Das Gotthardmassiv macht einen erheblichen Teil des Kantons Uri aus, die Südflanke liegt im Kanton Tessin und im Südosten grenzt es an den Kanton Graubünden. Der zentral in der Mitte gelegene
Pizzo Centrale ist mit 2999 Höhenmeter einer der höchsten Gipfel des Massivs. Er ist bekannt für schönen
Adular und
Bergkristall. Aus den Bauarbeiten im
Gotthard-Strassentunnel kam nur wenig Material auf den offiziellen Markt. Darunter waren einige
Bergkristalle, die zu einem Gwindel ausgebildet waren oder bizarre Wachstumsformen zeigten. Sehr schöner
Arsenopyrit stammt aus
Hospental am Gotthardpass. Die Kristalle dieses Erzes, das häufig Zwillinge oder Drillinge bildet, erreichten bei Funden aus dem Gotthardtunnel bis sieben Zentimeter Länge. Der
Intschi Tobel ist die Schlucht der Reuss unterhalb von Intschi und oberhalb von Erstfeld am Gotthardpass. Dort werden schöner
Bergkristall,
Fadenquarz, sowie
Albit,
Apatit,
Anatas,
Brookit oder
Rutil gefunden.
Göscheneralp, Voralptal
Oberhalb der
Göscheneralp gibt es Klüfte zwischen dem
Gletschhorn und dem
Winterstock, die rosa
Fluorit beherbergen. Man findet ihn dort in schönen Oktaedern, die mit grünem „
Chlorit“ überzogen sein können. Aus den Klüften bei der Göscheneralp stammt auch das Zeolith-Mineral
Laumontit, das nach dem Herausnehmen aus der Kluft an der Luft allerdings nicht beständig ist. Die abgebildete Stufe ist mit einem Lack stabilisiert. Auch ungewöhnlich dunkler
Rauchquarz in der Varietät Morionquarz kommt in den Klüften des Gebiets vor. Berühmt sind die riesigen, bis zu zwei Meter langen Bergkristalle vom
Planggenstock, die durch die beiden Strahler Franz von Arx und Paul von Känel im Jahr 2006 geborgen wurden und heute im Naturhistorischen Museum Bern als „Schatz vom Planggenstock“ ausgestellt sind. Im
Voralptal enthalten die Klüfte ebenfalls schönen
Bergkristall, manchmal ist er mit grünem „
Chlorit" überzogen.
Maderanertal, Schächental, Brunnital
Der Rauchquarz im Gebiet
Maderanertal ist heller als bei der Göscheneralp. Die Quarze bilden riesige Rasen auf dem Muttergestein, auch Bergkristall kommt in allerfeinster Qualität vor, zum Beispiel im
Griesserental (siehe Traumstufe unten).
Amianth (oder „Byssolith“) ist eine feinhaarige Aktinolith-Varietät, die zu den Asbesten zählt.
Pyrit in kleinen Kristallen ist im Maderanertal an einigen Fundstellen vertreten. Vom
Chridenloch (auch „Kridenloch“) und dem daneben gelegenen
Windloch bei der Wannelen Alp im Schächental am Klausenpass stammt schöner
Calcit. Der Calcit kommt dort als Papierspat oder in absolut typischen Kristallen vor: Sie bilden gerne flächenreiche Rhomboeder. Von Unterschächen gelangt man ins
Brunnital, wo im hintersten Abschnitt ebenfalls Calcit in flächenreichen Formen gefunden wird. Nach dem Reinigen zeigen die stark glänzenden Kristallflächen ausgeprägte Streifungen (siehe Bild unten).
Furka
Sehr schöner
Rauchquarz – auch in Kombination mit
Adular – stammt aus der Gegend am
Tiefengletscher beim Galenstock. Der
Furka-Basis-Tunnel (Ost: Uri, West: Wallis) lieferte während den Bauarbeiten zahlreiche Spezialitäten: Bei den elfenbeinfarbigen, hahnenkammartigen Rhomboeder-Aggregaten handelt es sich um frischen
Ankerit. Dieses Mineral bildet eine lückenlose Mischkristallreihe mit dem
Dolomit. Man könnte die Stufen aus dem Furkatunnel auch als „Ferrodolomit“ bezeichnen. Die Zuordnung hängt von der Definition ab, wie hoch der Eisengehalt bei einem Ankerit sein muss. Der als „Kanonenspat“ ausgebildete
Calcit kann mit
Pyrit oder
Arsenopyrit kombiniert sein. Der Pistomesit ist eine magnesiumhaltige
Siderit-Varietät, er kommt in gut ausgebildeten Rhomboedern vor. Auch der für die Schweiz sehr seltene
Apophyllit wurde bei den Aushubarbeiten des Tunnels gefunden.
Hinweis: Es werden nicht alle Minerale einer Fundstelle aufgezählt, sondern nur die bekanntesten.