Klinochlor
engl. Clinochlore
Nach den griechischen Wörtern clino („neigen“) und chloros („grünlich“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse


Mg5Al(AlSi3O10)(OH)8
Silicate
grün, schwarz, weiß, gelblich
weiß
Glasglanz, Perlmutterglanz
durchsichtig bis durchscheinend
2 – 2,5
2,6 – 2,7 g/cm³
vollkommen
uneben

monoklin
monoklin-prismatisch
Klinochlor mit HessonitLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Klinochlor
Lupe
„Chlorit“: Klinochlor in der Varietät Pennin vom Blausee im Binntal
Kämmererit
Lupe
Kämmererit aus der Kop Krom Mine bei Kop Daglari in Ostanatolien
Klinochlor mit Rutil
Lupe
Klinochlor mit Rutilnadeln aus Rauris in Österreich
Klinochlor aus dem Val Blenio
Lupe
Rhipidolith aus dem Val Blenio am Lukmanierpass im Schweizer Kanton Tessin
Eigenschaften

Das Mineral Klinochlor zählt zu den Schichtsilicaten. Das relativ weiche Mineral erscheint im reinen Zustand farblos. Bei alpinen Stücken mit der Bezeichnung „Chlorit“ handelt es sich meistens um Klinochlor in der dunkelgrünen Varietät Pennin. Im Vergleich zu den Glimmern ist Klinochlor weicher und weniger biegsam. Die grüne Farbe wird durch Fremdbeimengungen erzeugt. Die Kristallflächen zeigen Glasglanz, die Bruchflächen Perlmutterglanz. Das Mineral lässt sich vor dem Lötrohr nicht schmelzen, es widersteht auch verdünnten Säuren. Durch konzentrierte Schwefelsäure wird es zersetzt.


Varietäten und Pseudomorphosen

Klinochlor bildet einige Varietäten, die drei bekanntesten werden hier genannt: Der fast schwarze Rhipidolith ist eine aluminiumreiche und eisenhaltige Varietät. Der dunkel- bis schwarzgrüne Pennin wird durch eine Anreicherung von Magnesium-Ionen gebildet. Der rotviolette oder pinkfarbene Kämmererit ist eine chromhaltige Varietät. Klinochlor kommt pseudomorph nach Granat vor.


Kristallformen und Wachstum

Der Habitus der Kristalle ist tafelig oder pseudohexagonal. Gerne bilden sich gestapelte Säulen, diese sind manchmal wurmförmig angeordnet, oder sie bilden kugelige Gebilde. Auch massige, schuppige, blättrige oder krustige Aggregate kommen vor, gerne auch als Überzug oder als Einschluss bei anderen Mineralen. Klinochlor ist gerne mit Adular, Ägirin, Apatit, Biotit, Diopsid, Hessonit, Magnetit, Quarz, Rutil und weiteren Mineralen vergesellschaftet.


Geschichte, Bedeutung in den Lebewesen

Die erstmalige Beschreibung erfolgte 1851 durch den US-amerikanischen Geologen William Phipps Blake (1826–1910). Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern clino („neigen“) aufgrund der optisch im monoklinen System geneigten Achse und chloros („grünlich“) ab.


Vorkommen

Klinochlor ist nach Quarz das häufigste Mineral in alpinen Klüften: Man findet ihn zum Beispiel als schwarzer Rhipidolith im Val Blenio am Lukmanierpass oder im österreichischen Rauristal. Klinochlor ist auch gesteinsbildend im Chloritschiefer: Die dunkelgrünen Pennine vom Blausee im Binntal oder vom Felskinn bei Saas Fee werden aus diesem Grund häufig auch als „Chlorit“ bezeichnet. Grüner „Chlorit“ bildet häufig Überzüge oder Einschlüsse bei Kristallen der alpinen Minerale wie Quarz, Adular oder rosa Fluorit. Der pinkfarbene, chromhaltige Kämmererit findet sich in der Oxidationszone von Nickel-Lagerstätten. Ein Beispiel dafür ist die Kop Krom Mine bei Kop Daglari im Osten der Türkei.


Verwendung

Das isolierte Mineral hat keine praktische Bedeutung, es wird von Mineralienliebhabern gesammelt. Der dunkelgrüne Chloritschiefer ist auch als Grünschiefer bekannt. Der weit verbreitete Werkstein für Mauern, Gehwege, Fassaden, Böden oder Treppen ist strapazierfähig und aufgrund seiner geringen Härte gut zu bearbeiten.


Rosa Fluorit mit ChloritLupeChlorit auf rosa Fluorit, Gletscherhorn, Kanton Uri
Adular mit Chlorit
Lupe
Chlorit auf Adular, Lukmanierpass, Graubünden
Adular mit Chlorit
Lupe
Chlorit auf Adularzwilling, Val Cristallina, Graubünden
Bergkristall mit Chlorit-Einschluss
Lupe
Chlorit-Einschluss in Quarz, Triftgletscher, Kanton Bern
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